weather-image
Altarteppich ist wertvoller als gedacht

Lange liegt das Schätzchen in der Kirche unerkannt

Bodenwerder/Kemnade. Der Pastor durfte selbstverständlich schon immer den Teppich im Altarbereich der Klosterkirche St. Marien betreten – jetzt dürfen auch Kinderfüßchen wieder darauf, allerdings nur während der Führungen. Grund ist der schon recht marode Zustand des in einzelnen Bahnen gewebten rotgrundigen Teppichs. „Der ist über 100 Jahre alt, und es gibt nur zwei Stück im Bereich der Landeskirche“, erklärt Heidrun Schomburg, Vorsitzende des Kirchenvorstandes Bodenwerder-Kemnade.

veröffentlicht am 01.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

270_008_4194450_bowe101_02.jpg

Autor:

Edda Dreyer
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Dass es sich um ein so wertvolles Stück handelt, war bisher nicht bekannt. „Wir haben überlegt, einen neuen Teppich anzuschaffen“, so Heidrun Schomburg. Die Kontaktaufnahme mit dem Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche Hannover – die Klosterkirche steht unter Denkmalschutz – habe dann eine Reihe von Untersuchungen und Überlegungen in Gang gebracht. So wurde umgehend der Bereich vor dem Altar abgesperrt, um zu verhindern, dass Besucher weiterhin den Teppich betreten. Die Kirchenvorstandsvorsitzende berichtet von den unterschiedlichsten Ideen des Amtes, wie dieser 100 Jahre alte Teppich entsprechend gewürdigt werden könnte – beispielsweise aufgehängt an einer Wand in der Kirche hinter den Sitzbänken. „Das ist die Westfassade und die ist total feucht, das hätte der Teppich nicht lange mitgemacht und wäre quasi auseinandergefallen“, sagt Heidrun Schomburg weiter.

Nun kam nach vier Monaten doch die Genehmigung vom Amt, das gute Stück liegen zu lassen wo es liegt, allerdings schon darauf zu achten, dass nicht grundlos darauf herumgetreten wird. Heidrun Schomburg erklärt, dass selbstverständlich – beispielsweise bei Konfirmationen – dieses Verbot nicht gelte. Und den jüngsten Kirchenbesuchern steht der Bereich vor dem Altar während der Führungen ebenfalls offen. „Um den Kindern die Fenster im Altarbereich zu erklären, muss ich mit ihnen schon möglichst nah rangehen“, sagt Karin Beißner vom Förderverein Klosterkirche. Sie hat in der Reitemeyer-Chronik nachgeschlagen und erfahren, dass 1906 Fenster im Quer- und Langschiff der Klosterkirche erneuert wurden sowie „kirchlicher Schmuck der Altartreppe“ von den Kemnader Familien Vollmeier, Schrader, Tacke und Pieper gestiftet worden ist. „Wir gehen davon aus, dass es sich dabei um diesen Teppich handelt“, so Karin Beißner.

Abgetreten und dünn ist der gesamte Teppich allerdings direkt vor dem Altar. Wo in den über 100 Jahren unzählige Pastoren gestanden und gepredigt haben, ist kaum noch Farbe zu erkennen. Hier möchte der Förderverein Klosterkirche unter Vorsitz von Horst Trahm einen neuen schmalen Läufer anschaffen, um die größten Schäden abzudecken.

Der marode Teppich vor dem Flügelaltar in der Klosterkirche St. Marien.

Foto: dy

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare