weather-image
22°

Blühstreifen sehen nicht nur schön aus, sondern wirken sich auch positiv auf Bienen und Hummeln aus

Landkreis soll erblühen

Bodenwerder/Kreis Holzminden. Die Zeit der Frühjahrsbestellung auf den Feldern ist auch die Zeit für Blühstreifen. Rund um die Mais-, Getreide- oder Rübenflächen werden breite Streifen mit Wildblumenmischungen angelegt. Bei den Winterkulturen wurde dieser Streifen bereits im Herbst freigehalten und nun eingesät. Interessant sind Blühstreifen als Agrarumweltmaßnahme (AUM) wegen der finanziellen Förderung für Landwirte, die auf Flächen mit geringen Erträgen wirtschaften. Aber auch um das Landschaftsbild aufzulockern und sowohl Bienen als auch anderen Insekten Nahrung sowie Kleintieren Deckung zu bieten.

veröffentlicht am 12.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

270_008_7857271_bowe101_1204.jpg

Autor:

Felix David
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ursprünglich sollten die aus der Produktion genommenen Flächen der Marktentlastung dienen, als zu Beginn der 1980er Jahre erste Blühstreifenprojekte gestartet wurden. Der positive Nutzen für die Natur und speziell für Bienen und Hummeln sowie die optische Aufwertung von Ackerflächen wurde erst später hervorgehoben. Mit dem Koalitionsvertrag 2014 rückten die Blühstreifen stärker ins Interesse der Landwirte, da seither bis zu zehn Hektar Blühstreifen je Betrieb über fünf Jahre attraktiv gefördert werden können.

Die Saatgutzusammensetzung, das Datum der Aussaat und des Umbruchs sind je nach Fördermaßnahme streng reglementiert. Bei einjährigen Blühstreifen muss die Saatgutmischung aus mindestens fünf Arten bestehen, die auch alle auflaufen müssen. Einzelflächen dürfen nicht mehr als zwei Hektar groß und sechs bis 30 Meter breit sein, und der Landwirt muss die Mischung bis zum 15. April aussäen. Düngung und Pflanzenschutz oder eine Nutzung des Aufwuchses sind tabu. Im vergangenen Jahr stellten nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums rund 3150 Betriebsleiter in Niedersachsen einen Antrag auf Blühstreifen als Agrarumweltmaßnahme auf einer Fläche von insgesamt gut 14 000 Hektar, davon 13 500 Hektar als einjährige Blühstreifen. Für das Jahr 2016 erwartet das Ministerium eine Ausweitung um weitere 2500 auf 16 500 Hektar.

Auch um die sogenannten Greening-Vorgaben im Agrarantrag zu erfüllen, können die Landwirte sich für zahlreiche Maßnahmen für Blühstreifen entscheiden. Hierfür gelten andere Vorgaben als für die Agrarumweltmaßnahme. Es entschieden sich im vergangenen Jahr gut 1700 Antragsteller für diese Form der ökologischen Vorrangfläche auf knapp 1600 Hektar Fläche. In der Kritik stehen die Vorgaben für Blühstreifen, weil sie von den Landwirten nicht unbedingt als praxistauglich angesehen werden. Bei starken Frühjahrsniederschlägen sei der Aussaattermin nicht einzuhalten. Der Verzicht auf den Dünger komme der Konkurrenz in Form von Diesteln oder Melde zugute.

Sie wüchsen mitunter so üppig, dass die Blühpflanzen kaum dagegen ankämen. Dann entfalle auch die Förderung. Deshalb wägen die Landwirte ganz genau ab, ob sie sich auf ihren Flächen für Blühstreifen entscheiden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?