weather-image
15°
„Ein ordentlicher Schluck aus der Pulle“

Land unterstützt Projekte auf der Ottensteiner Hochebene

OTTENSTEIN. „Mit Ihrem Besuch und dem wertvollen Inhalt Ihres Aktenkoffers kann ich endlich loslegen“, begrüßte Bürgermeister Manfred Weiner im Sitzungsraum des Kompetenzzentrums Staatssekretärin Birgit Honé mit strahlendem Lächeln. Hatte die Vertreterin der Niedersächsischen Staatskanzlei doch gleich zwei, auf der Hochebene heiß ersehnte Förderbescheide dabei.

veröffentlicht am 18.09.2017 um 14:09 Uhr
aktualisiert am 18.09.2017 um 19:40 Uhr

Hier wird das „Seniorenprojekt“ entstehen: Trotz strömenden Regens nehmen Staatssekretärin Birgit Honé (li.), Karin Beckmann vom Amt für regionale Landesentwicklung (re.) und Bürgermeister Manfred Weiner das Grundstück in der Amtstraße in Augenschein
Avatar2

Autor

Sabine Weiße Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

466 400 Euro fließen als Finanzspritze für den Bau eines Mehrfunktionshauses für die Dorfgemeinschaft, mit annähernd 400 000 Euro wird die Tagespflegeeinrichtung für Senioren unterstützt. Beide Vorhaben sind zentrale Bestandteile des ambitionierten „Seniorenprojektes“, das in den nächsten Jahren an der Amtstraße 14 und 16 entstehen soll und im Entwicklungsplan der „Dorfregion Ottensteiner Dörfer“ oberste Priorität genießt.

Die Gelder fließen aus Landesprogrammen für ländliche Strukturplanung, teilweise bereitgestellt von der Europäischen Union. Begleitet wurde Staatssekretärin Birgit Honé bei ihrem Überraschungsbesuch auf der Hochebene – Bürgermeister Weiner hatte erst tags zuvor davon erfahren – von Karin Beckmann vom Amt für regionale Landesentwicklung aus Hildesheim. Ihre Behörde hat den Flecken Ottenstein maßgeblich dabei unterstützt, die „passgenauen“ Programme ausfindig zu machen und die Anträge kriterienrelevant zu formulieren. Ohne derart fachkundige Unterstützung, so Manfred Weiner, sei es heutzutage als kleine Kommune nicht mehr möglich, sich im Dschungel der Förderprogramme und -richtlinien zu orientieren. Neben den Ratsmitgliedern Annika Schomburg, Andreas Siegmann und Heinrich Timmermann (alle CDU) hatten sich zur Übergabe der Förderbescheide auch die Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt (SPD) und Uwe Schünemann (CDU) eingefunden.

„Mit dem Betrag von rund 865 000 Euro werden 52,2 Prozent der beiden Maßnahmen gefördert. Das ist ein ordentlicher Schluck aus der Pulle“, so Staatssekretärin Honé. Sie würdigte, dass der Flecken Ottenstein bereits seit Jahrzehnten im Bereich der Dorf- und Regionalentwicklung vorbildliches Engagement beweise. „Auch das aktuelle Vorhaben hat Vorbildcharakter. Es ist ein gutes Beispiel für eine Dorfinnengestaltung und das Bestreben, älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen“, führte Birgit Honé aus. Auf ihre Nachfrage konkretisierte Bürgermeister Weiner die Konzeption für das barrierefreie, zweigeschossige Mehrfunktionshaus. Untergebracht werden sollen hier das Landkreisgrenzen übergreifend wirkende Büro für Mobilität, außerdem eine Praxis für Physiotherapie, Kiosk, Friseur und ein von Vereinen und Verbänden zu nutzender Gemeinschaftsraum – „als Ergänzung, auf keinen Fall als Konkurrenz zur heimischen Gastronomie“. Weiner: „In diesem Haus soll Leben herrschen.“

Seit mehreren Monaten liegt das 4000 Quadratmeter große Grundstück an der Amtstraße „neubaubereit“ da, nachdem der Komplex „Alte Schmiede“ und das ehemalige Gemeindehaus zur Jahreswende 2016/17 abgerissen worden sind. Für Grundstückskauf, Abriss und den Bau beider Häuser geht der Flecken Ottenstein von einem Investitionsbedarf von 1,8 Millionen Euro aus. „Mit Ihnen heute am Tisch kann ich loslegen, vom Rechnungsprüfungsamt habe ich bereits grünes Licht erhalten“, sprühte Weiner am Freitagnachmittag nur so vor Tatendrang. „Wenn ich in eineinhalb Jahren mein Amt an meine Nachfolgerin abgebe, möchte ich das Seniorenprojekt fertig haben“, ließ Weiner wissen. Um keine Zeit zu verlieren, hat der Bürgermeister schon einen dritten Förderantrag auf den Weg gebracht: In unmittelbarer Nachbarschaft des Mehrfunktionshauses sollen zehn bis 12 Ein- und Zweizimmer-Appartements entstehen, die bei Bedarf auch als ambulant betreute Wohngemeinschaften genutzt werden können.

„Mit Beginn der neuen Woche“ laufe auf der Hochebene gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Senioren“ die Phase der konkreten Projektplanung und die Auftragsvergabe für die geförderten Projektbereiche an. Auch die Gründung eines Vereins für Nachbarschaftshilfe steht noch auf der Agenda. Einen aktuellen Sachstandsbericht zum „Seniorenprojekt“ gibt der Bürgermeister im Rahmen der Ratssitzung, die am Mittwoch, 20. September, um 20 Uhr im Gasthaus „Hahn“ stattfindet. Alle Bürger sind zu der Ratssitzung willkommen.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare