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Flix und Bernd Kissel präsentieren ihren Münchhausen-Comic

„Kulturbotschafter für Bodenwerder“

BODENWERDER. „Die Wahrheit über das Lügen“ war auch am Ende des Abends nicht gefunden, war aber den Gästen im Münchhausen-Museum amüsant ein Stück näher gebracht worden. Flix und Bernd Kissel, Autor und Zeichner des neuen Münchhausenbuches, das seit Erscheinen offizielles Geschenk der Stadt Bodenwerder ist, erweckten im Rahmen der Museums- Sommernacht ihren gezeichneten Roman zum Leben. Sie haben die Abenteuer des Barons von Münchhausen ins 20. Jahrhundert versetzt und zeigen den Lügenbaron in einem völlig neuen Licht. Zum Inhalt: Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs wird Sigmund Freud in den Buckingham Palast gerufen, denn ein etwas merkwürdiger alter Mann, der behauptet, er käme vom Erdbeerpflücken auf dem Mond, ist auf dem Dach gelandet. Es handelt sich um keinen geringeren als den Baron von Münchhausen. Freud soll nun herausfinden, ob dieser Mann lügt.

veröffentlicht am 18.06.2017 um 16:08 Uhr
aktualisiert am 18.06.2017 um 23:14 Uhr

Flix und Bernd Kissel setzten die Geschichte um den Lügenbaron humorvoll in Szene. Foto: kb
Beißner

Autor

Karin Beißner Reporterin
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Vor vollbesetztem Haus gaben Flix und Kissel den Figuren ihre Stimmen und setzten lautmalend die Geschichte um den Lügenbaron in Szene. Mit Husten, Stöhnen, Seufzen, Pferdegetrappel, zischenden Projektilen und zuschlagenden Türen wurden die Bilder auf der Leinwand lebendig. Den Gästen gefiel es: „Sie haben das unglaublich gut vorgetragen“ wurde im anschließenden Gespräch gelobt. Viele Fragen drängten sich nach so einer ungewöhnlichen Lesung auf: Wie entsteht so ein Comic? Wie lange dauert es, bis fast 200 Seiten mit Zeichnungen gefüllt sind? Wie haben beide Autoren zusammen gearbeitet? Humorvoll und schlagfertig stehen Flix und Kissel Rede und Antwort. Beide haben sich in den eineinhalb Jahren des Entstehungsprozesses nicht ein einziges Mal getroffen, nur mithilfe der modernen Kommunikationsmittel gearbeitet. Viele Entwürfe und Skizzen entstanden, wurden für gut befunden oder verworfen. Zwei Stunden pro Bild, täglich eine Seite war zu schaffen, aber nur in der Schwarz-weiß-Version, die Akzente – Graustufen, Muster und Schraffuren – wurden von einem anderen Zeichner eingefügt.

In Erstaunen versetzten die Autoren das Publikum mit ihrer Detailgenauigkeit. Das Wohnhaus entspricht genau dem Gutshof des Barons und Sigmund Freuds Handschrift und sein Arbeitszimmer sahen wirklich so aus. Den Autoren war es wichtig, möglichst viele Anspielungen zum realen Münchhausen in ihrem Buch unterzubringen und sie bezeichneten sich selber als „Kulturbotschafter für Bodenwerder“. Wie die Geschichte über Münchhausen ausgeht, erfuhren die Zuhörer nicht, ließen sich aber in der anschließenden Signierstunde ein Exemplar des Buches von beiden Autoren signieren. Hier war etwas Geduld gefragt, da beide ihrem Genre entsprechend, ganze Zeichnungen anfertigten.

Mit der Museums-Sommernacht hatte die Stadt Bodenwerder ein Programm zusammengestellt, das viele ansprach. Die Nachmittagslesung der Comiczeichner war für Kinder und Jugendliche gedacht, die genauso viele Fragen hatten wie später die Erwachsenen und anschließend mit Sina Schubert, der Stadtjugendpflegerin, vorm Museum Stockbrot braten konnten. Der Hamelner Künstler Heinz H. Wattenberg, der 2011 und 2015 im Münchhausen-Museum ausgestellt hatte, überreichte im Beisein seines Sohnes elf Druckplatten mit Motiven der Märchenstraße an Museumsleiter Werner Koch. Der für die Gäste anschließend eine Führung machte. Vor den Lesungen, die Sabine Weiße und Michael Helmig moderierten, unterhielt Joachim Merker als Münchhausen die großen und kleinen Gäste. Und im Heimatmuseum im obersten Stockwerk hatte Georg Stark aus Jever die Wanderausstellung „Blau-weißes Handwerk im Dialog“ mit interessanten Roll-ups über die Blaudruckerei in Niedersachsen und Japan aufgebaut und erklärte die Technik. Nach der abendlichen Lesung und dem Dank von Bürgermeister Schmidt an die Mitwirkenden fand die Veranstaltung bei Canapés, Sekt und Livemusik mit Gerd Richter und Georg Dimitrov ihren gemütlichen Abschluss.

Von den Gästen der Comic-Lesung wird Bernd Kissel eng umlagert. Foto: kb
  • Von den Gästen der Comic-Lesung wird Bernd Kissel eng umlagert. Foto: kb
Zeichner Bernd Kissel signiert ein Buch. Foto: kb
  • Zeichner Bernd Kissel signiert ein Buch. Foto: kb
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