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Samtgemeinde hofft, das Projekt mit dem Betreiber realisieren zu können

Kommt der Hotelzug doch noch ans Ziel?

Bodenwerder. Ist für den Hotelzug Endstation, bevor er Fahrt aufgenommen hat? Schienen- und Eisenbahnfan Oliver Victor, der das Projekt auf der Weserbrücke betreiben wollte, hat sich finanziell zurückgezogen. Für den Tourismus in Bodenwerder ein herber Schlag, den auch die Samtgemeinde zu verkraften hat.

veröffentlicht am 25.02.2016 um 14:52 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

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Autor:

von Karen Klages
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Und die hat, trotz guter Kontakte zu Oliver Victor, von den derzeitigen Problemen erst aus der Zeitung erfahren, wie Fred Burkert, allgemeiner Vertreter des Verwaltungschefs der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle, mitteilt. „Samtgemeindebürgermeister Joachim Lienig war auch erst einmal überrascht“, so Burkert. Von einem offiziellen Aus des Hotelzug-Projekts will man bei der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle noch nicht sprechen; man müsse vielmehr die genauen wirtschaftlichen Hintergründe erfragen. Erst dann könne auch die Samtgemeinde aktiv werden und zusammen mit Victor nach anderen Ansätzen oder Möglichkeiten Ausschau halten, um das Projekt noch realisieren zu können. Denn das Alleinstellungsmerkmal des Hotelzugs ist schon „etwas ganz Besonderes“, sagt Burkert. In der Tat: Als extravagante Übernachtungsmöglichkeit hoch oben auf den Schienen sollte der Hotelzug eigentlich neben Bodenwerders „Lügenbaron“ so etwas wie ein zweites Wahrzeichen für die Münchhausenstadt werden.

Und nicht nur das: Mit einem Hotelzug würde die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle auch zu anderen Städten und Gemeinden aufschließen, die bereits eine extravagante Übernachtungsmöglichkeit ihr Eigen nennen können. Beispiel Emmerthal: Auf dem Ferienhof Sander in Lüntorf kann man im sogenannten Heu-Hotel übernachten. Schlaf finden in duftig-weichem Heu – „solche Angebote erregen Aufmerksamkeit, es wird gezielt danach gefragt“, heißt es vom Verein Weserbergland Tourismus. Bei Uslar, in Schönhagen und in Aerzen stehen Schlaf suchenden Touristen statt schlichten Hotelzimmern Baumhäuser zur Verfügung. Und in Holzminden lädt die Pension Weseraue zu Übernachtungen im Zirkuswagen ein. Zwar nicht von außen als Novum zu erkennen, jedoch von innen ist das Terrassenhotel Bad Münder: Dort ist jedes Zimmer einem Land gewidmet, das mit entsprechender Deko ausgestattet ist. Bodenwerders Hotelzug würde somit gut in die Reihe dieser außergewöhnlichen Hotels im Weserbergland passen.

Bisher gibt es in der Samtgemeinde sieben klassische Hotelbetriebe mit insgesamt 200 Betten. Drei Hotels davon sind klassifiziert: Eins mit drei, eins mit zwei und eins mit zwei Sternen mit dem Zusatz S. Ein etwas anderes Angebot wie das Übernachtungsprojekt auf den Schienen würde der Hotellandschaft in und um Bodenwerder also gut tun.

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  • So geht’s auch: Schlafen im Heu.
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  • Wie hier in Aerzen oder auch im Solling gefragt: Übernachtungen im Baumhaus.

Es bleibt somit nur die Hoffnung, dass der Hotelzug irgendwann doch wieder Fahrt aufnimmt – und ans Ziel kommt.Ziel kommt.

Info: So viele kommen

Die Münchhausenstadt Bodenwerder verzeichnete im Jahr 2014 38 546 Gästeübernachtungen; die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle im gleichen Zeitraum 68 633 Gästeübernachtungen. Erfasst werden die Übernachtungszahlen in geöffneten Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten und geöffneten Campingplätzen mit mindestens zehn Stellplätzen.



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