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Annette Frier erhält Münchhausen-Preis

Kölsche Frohnatur mit Tiefgang

Bodenwerder/Aerzen. Nein, für ihr Lebenswerk wird sie definitiv nicht ausgezeichnet – obwohl die Liste ihres künstlerischen Schaffens und ihrer Preise bereits mehr als beachtlich ist. Sie ist Moderatorin, Schauspielerin, Komikerin, Synchronsprecherin, überaus erfolgreich und mit 41 Lenzen erfrischend jung: Annette Frier. Mit ihr erlebt der Münchhausen-Preis der Stadt Bodenwerder im wahrsten Wortsinn eine Verjüngungskur, zudem ist Annette Frier nach Evelyn Hamann erst die zweite Frau, die mit diesem Preis ausgezeichnet wird.

veröffentlicht am 03.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die gebürtige Kölnerin gehört neben Anke Engelke und Barbara Schöneberger zur ersten Garde von Deutschlands lustigsten Fernsehfrauen. Thomas Greef, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sparkasse Bodenwerder, rühmt die facettenreiche Schauspielerin als eine der populärsten und vielseitigsten Künstlerinnen der deutschsprachigen Unterhaltungsbranche – ein Grund, warum sich die Jury für sie als Preisträgerin entschieden habe.

Im außergewöhnlichen Ambiente des Schlosshotels Münchhausen in der Gemeinde Aerzen lüftet die Stiftung Sparkasse Bodenwerder als Veranstalter gemeinsam mit Bodenwerders Bürgermeisterin Elke Perdacher und Stadtdirektor Joachim Lienig das Geheimnis um den 19. Preisträger – und auch, warum die Pressekonferenz erstmals nicht in Bodenwerder einberufen worden war. Zwei Gründe haben laut Greef eine Rolle gespielt: Sowohl der Preis als auch das Hotel trügen Münchhausen im Namen, zudem sei das Schlosshotel mit fünf Sternen das beste Haus der Region, mit dem man seit Jahren gut zusammenarbeite. Schon viele Preisträger und Laudatoren hätten dort übernachtet, zuletzt Dieter Hallervorden.

Von der Preisträgerin erhofft sich Friedrich-Wilhelm Dornette als Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, nun auch andere Generationen anzusprechen und zu erreichen. Zudem stehe dem Preis eine Frau in der langen Männerliste gut zu Gesicht. Warum so wenige Frauen? „Deutschlands Komikerinnen sind rar gesät“, betont Greef. Die Comedyszene sei halt eine Männerdomäne.

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Umso mehr freue man sich nun, mit Annette Frier das „Antidepressivum des deutschen Fernsehens“ zu ehren, eine Künstlerin, die erst kürzlich zu Deutschlands populärstem weiblichen Comedian gewählt worden sei. Annette Frier brilliere mit Schlagfertigkeit und Wortwitz stets auf Neue und überzeuge auf vielseitigem Terrain in einem breiten künstlerischen Spektrum, so Greef. Egal, wie tief der Schlamassel auch sei, am Ende ziehe sie sich mit Fantasie und Kreativität wieder heraus und gewinne die Herzen der Umwelt. Damit, unterstreicht Greef, stehe Annette Frier ganz in der Tradition des fantastischen Abenteuererzählers, des Freiherrn von Münchhausen.

Annette Frier wurde am 22. Januar 1974 geboren, wuchs mit zwei Schwestern in Köln auf. Nach dem Abitur studierte sie klassisches Schauspiel an der Kölner Theaterhochschule „Der Keller“. Schauspielerin Hannelore Hoger wurde auf die junge Frau aufmerksam – und holte sie ans Schauspielhaus in Köln. Ihr TV-Durchbruch kam mit der Serie „Hinter Gittern“. RTL hatte Frier für die Rolle der lesbischen Gefangenen Vivi entdeckt. 1998 startete sie ihre Comedy-Karriere in der ProSieben-Sendung „Switch“, in der Promis veräppelt werden, war zudem häufig Gast der Improvisations-Comedyshow „Schillerstraße“, wo sie Cordula Stratmann Gesellschaft leistete.

Annette Frier sei in vielen Lebenslagen und Filmrollen im Kern immer die sympathische kölsche Frohnatur geblieben – – auch in ihrer Paraderolle, ihrem Alter Ego Danni Lowinski, lobt die Jury. Für ihre Rolle als taffe Anwältin in der gleichnamigen Sat.1-Serie sei sie bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Sie habe „Hätz und Schnüss“ am rechten Platz sitzen.

Zuletzt sah man die Schauspielerin im Fernsehen in der WDR-Sendung „Dinner op Kölsch“, wo sie neben Komiker Ralf Schmitz (39) die Frau Annette (alias Miss Sophie) spielte. Trotzdem – und das betont Frier oft in Interviews – mag sie die Bezeichnung Comedy-Star oder Komikerin überhaupt nicht. Wie für viele ihrer lustigen Kollegen gilt auch für die ausgebildete Schauspielerin: Komik ja – aber bitte nicht nur. Deshalb spielt die Mimin regelmäßig auch ernste Rollen im Theater (etwa Schnitzlers „Fräulein Else“) und dreht Spielfilme wie die Sterbekomödie „Und weg bist du“.

„Es ist in meiner Wahrnehmung nie so gewesen, dass ich für ein bestimmtes Rollenfach ausschließlich zur Verfügung stehe. Für das breite Publikum sieht das natürlich ganz anders aus, da es mich in der Hauptsache als Komödiantin kennt“, sagte Frier jüngst in einem dpa-Interview. Umso schöner sei, dass sich diese beiden Perspektiven immer mehr übereinanderlegten. Auch heute noch lebt Frier als echtes „kölsches Mädchen“ in ihrer Heimatstadt Köln. Seit 2002 ist sie mit dem Drehbuchautor Johannes Wünsche verheiratet, seit 2008 Mutter der Zwillinge Josefina Fritzie und Bruno Maria.

Der Festakt mit Preisverleihung findet am Freitag, 12. Juni, in den Räumen der Mittendorf-Gastronomie in Buchhagen statt. Ein Laudator steht noch nicht fest.

Macht auch auf dem „roten Teppich“ eine gute Figur: Annette Frier – hier bei der Verleihung des deutschen Fernsehpreises im letzten Jahr. Die Schauspielerin und Komikerin wird am 12. Juni in Buchhagen mit dem Münchhausen-Preis ausgezeichnet. dpa (2)

Komödiantisches Talent: „Dinner op Kölsch“ mit Ralf Schmitz als Butler Ralf und Annette Frier als Frau Annette.



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