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Der erste Zug soll Mitte März rollen / Unternehmen investiert neun Millionen Euro

Kieswerk setzt auf die Schiene

BODENWERDER/HEHLEN. Als die Lammert + Reese GmbH & Co. KG im März 2015 die Bahnstrecke der Vorwohle-Emmerthaler Verkehrsbetriebe GmbH kaufte, geschah dies nach eigenen Aussagen, ohne zu wissen, ob das Vorhaben funktioniert. Vier Jahre später sind neun Millionen Euro investiert und die Verantwortlichen voller Erwartung vor dem Start.

veröffentlicht am 15.02.2019 um 17:51 Uhr
aktualisiert am 15.02.2019 um 20:10 Uhr

Die neue Verladestation im Kemnader Kieswerk ist fast fertiggestellt. Foto: kk
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Als die Lammert + Reese GmbH & Co. KG (Lammert + Dötzer & die WRM-Reese Unternehmensgruppe halten je 50 Prozent) im März 2015 die Bahnstrecke der Vorwohle-Emmerthaler Verkehrsbetriebe GmbH gekauft hatte, geschah dies, „ohne zu wissen, ob das, was wir hier vorhaben, funktioniert“, berichtet WRM-Reese-Geschäftsführer Jörg-Peter Kölling. Vier Jahre später sind neun Millionen Euro – darunter auch Fördergelder – investiert worden und die Verantwortlichen voller Erwartung, dass das, was sie geplant haben, nun endlich an den Start gehen kann.

Der erste Zug soll im Rahmen einer Testfahrt Mitte März rollen. Die Firma Lammert + Reese, Betreiber des Kemnader Kieswerks, möchte die Bahnstrecke für ihren Sand- und Kiestransport nutzen. Die fast fertiggestellte Verladestation ist die erste innerhalb des Firmenverbunds, der an zwölf Standorten in der Region Kieswerke betreibt. „Wir sind jetzt trimodal aufgestellt“, sagt Kölling. Heißt: Sowohl auf der Straße, als auch auf dem Wasser und bald nun auf der Schiene werden Kies und Sand befördert. „Sie brauchen heutzutage alternative Verkehrskonzepte, um Massengüter zu transportieren.“ Dass Sand und Kies als Massengüter und wertvolle Rohstoffe sind, lässt sich am aktuellen Bauboom festmachen: Die Nachfrage nach dem Rohstoff ist rasant gestiegen. Ein Transport mit dem Schiff wie in Stolzenau ist aufgrund des niedrigen Wasserstandes hier nicht möglich. „Das wäre in der Umsetzung deutlich einfach gewesen“, so der Geschäftsführer. Doch auch die Bahnstrecke lag günstig; sie führt direkt über das Gelände des Kieswerks. Und so ergriff man die Gelegenheit.

Die Gemeinde Hehlen, durch die der Transport läuft, sowie andere Anlieger und natürlich das Eisenbahnstrukturunternehmen OHE wurden mit ins Boot geholt. Die Strecke wurde reaktiviert, ein neues Anschlussgleis und eine computergesteuerte Verladestation wurden gebaut. Die Arbeiten waren umfangreich. „Es waren zehn Kilometer Strecke, die wir saniert haben“, erzählt Joachim Pöllmann, Geschäftsführer der Firma Lammert + Reese. „Wir haben alles wiederhergestellt, ein ganz schöner Aufwand.“ Zurückgeworfen wurde das Bauvorhaben durch die Zauneidechse. „Das hat uns vier Monate gekostet“, so Pöllmann. Während die Strecke schon Weihnachten 2017 fahrbereit war, wurden im vergangenen Jahr das Anschlussgleis und die Verladestation gebaut. Letzte Arbeiten auf dem Gelände gehen gut voran; nach der Testfahrt im März sollen ab April regelmäßig Züge fahren.

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Mario Menzel (v. li.), Jörg-Peter Kölling und Joachim Pöllmann vor der neuen Verladestation. Foto: kk

Im Sommer, so der Plan, „wollen wir den Menschen aus der Region zeigen, wer wir sind und was wir machen“, so Pöllmann. Ein Informationstag auf dem seit den 60er Jahren bestehenden Kieswerk ist geplant. Dann, so hoffen die Verantwortlichen, wollen sie bei Kritikern letzte Zweifel an ihrem Vorhaben zerstreuen. In Oktober hatte sich der Verein „Bahnlärm Bodenwerder-Emmerthal“ gegründet und den Schienentransport kritisiert (wir berichteten). Kölling sagt: „Die Mitglieder der Initiative haben sich bisher nicht be i uns gemeldet.“

Im Sommer, so der Plan, wollen wir den Menschen aus der Region zeigen, wer wir sind und was wir machen.

Joachim Pöllmann, Geschäftsführer der Firma Lammert + Reese


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