weather-image
24°
Noch Risiken für Spaziergänger

Keine vollständige Entwarnung im Wald

BODENWERDER. Wer dieser Tage den Wald bei Bodenwerder betritt, dem fällt eigentlich nichts Besonderes auf. Bäume, Wege, alles scheint wie immer. Dabei hatte das Orkantief „Friederike“ im Januar für so einige Verwüstung gesorgt.

veröffentlicht am 27.02.2018 um 15:49 Uhr
aktualisiert am 27.02.2018 um 16:47 Uhr

Zwar sind im Wald bei Bodenwerder kaum Sturmschäden zu entdecken, ganz ohne Risiko ist ein Spaziergang unter den Bäumen trotzdem nicht. Foto: ms Zwar sind im Wald bei Bodenwerder kaum Sturmschäden zu entdecken, ganz ohne Risiko ist ein Spaziergang un
Maike Lina Schaper

Autor

Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Besonders im Solling und im Harz sind die Wälder in Mitleidenschaft gezogen worden. Bodenwerders Stadtwald hat dagegen Glück gehabt, sagt Bezirksförster Dieter Scholz. Der Wald sei nur wenig betroffen. Grund dafür sind die hohen Buchenbestände im hiesigen Wald. „Friederike“ hat hauptsächlich Fichten zu Fall gebracht.

Das Ausmaß des Schadens ist in Bodenwerder nach „Friederike“ geringer, als elf Jahre zuvor bei dem Orkan „Kyrill“. In diesem Jahr gibt es etwa 100 bis 150 Festmeter Sturmholz. Diese Größenordnung bezeichnet Scholz als „verschwindend gering“. 2007 seien es 3000 Festmeter gewesen. Die aktuellen Sturmschäden „arbeiten wir im Zuge der planmäßigen Holzernte auf“, erklärt Scholz. Die würde ohnehin zur Zeit stattfinden. Gefrorene Böden wie jetzt bieten gute Bedingungen um möglichst wenig Schäden am Waldboden zu hinterlassen.

Spaziergänger sollten beim Betreten des Waldes allerdings noch vorsichtig sein. Etwa 90 Prozent der Wege seien zwar freigegeben, Fußgänger sollten aber Sperrungen beachten – und generell gelte: „Betreten auf eigenes Risiko.“ Denn „nach wie vor muss mit herunterfallenden Ästen gerechnet werden“, mahnt Scholz. Eine vollständige Entwarnung will der Bezirksförster daher noch nicht aussprechen, sondern mehr eine vorsichtige: „Wer in den Wald geht, geht auf eigene Gefahr“. In einigen Gebieten in Hildesheim sei sogar ein Betretungsverbot bis zum Jahresende ausgesprochen worden, berichtet Scholz. Das zeige die überregional starke Betroffenheit und wie viel durch die umgefallenen Bäume zu tun sei.

In der vergangenen Woche hatte auch Stadtoldendorf eine Warnung rausgegeben, die lokalen Wanderwege zu betreten. Zahlreiche Passagen im Wald seien für Spaziergänger zu gefährlich und daher aus Sicherheitsgründen gesperrt. Aufgrund von Windbruch und einer Vielzahl entwurzelter Bäume in den Waldgebieten werde es voraussichtlich noch Wochen bis Monate dauern, bis wieder alle Wege bei Stadtoldendorf uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Auch wenn Bodenweders Wald vom Orkan „Friederike“ nicht allzu viel abbekommen hat, bekommen die Bodenwerderaner doch immerhin indirekt etwas von den Auswirkungen zu spüren: Der Brennholzeinschlag kann in diesem Jahr erst später erfolgen als sonst üblich. Normalerweise findet dieser um die Osterzeit herum statt, doch „vor Mai werden wir für so etwas keine Zeit haben“, sagt der Bezirksförster.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare