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Den Kirchenvorstand dürfen die Gemeindemitglieder am Sonntag nicht mitbestimmen

Keine Kirchen-Wahl in Hohe und Brökeln

HEHLEN/HOHE/BRÖKELN. Am kommenden Sonntag wird gewählt. In den evangelischen Gemeinden sind die Mitglieder zur Wahl neuer Kirchenvorsteher aufgerufen. Demokratisch soll jeder seine Stimme abgeben können. Doch im Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder gibt es eine Ausnahme: Die Gemeindemitglieder in Hohe und Brökeln dürfen am Sonntag nicht an die Wahlurne treten. Wie kommt es dazu?

veröffentlicht am 07.03.2018 um 12:03 Uhr

Aus den Ortschaften Hohe und Brökeln hatte sich niemand gefunden, der sich zur Kirchenvorstandswahl aufstellen lassen wollte. foto: wfx
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Damit sind sie die einzige Ausnahme im Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder, heißt es von der Landeskirche. Wie kommt es dazu? Hohe und Brökeln bilden einen von zwei Wahlbezirken in der Kirchengemeinde Hehlen-Hohe. Wer in den Ortschaften Hehlen und Daspe wohnt – und damit im anderen Wahlbezirk – darf am Sonntag durchaus zur Wahl gehen. Der Grund, warum die Hoher und Brökelner das nun nicht dürfen, liegt darin, dass sich aus den beiden Ortschaften in diesem Jahr niemand gemeldet hat, der sich in den Kirchenvorstand wählen lassen wollte. „Im Wahlbezirk wählen diejenigen, die dort wohnen, und auch nur die dort wohnen sind wählbar“, erklärt der Pressesprecher der Landeskirche, Benjamin Simon-Hinkelmann. Jemanden aus Hehlen oder Daspe dürfen die Hoher und Brökelner also nicht wählen.

Dass diese Regelung eigentlich zum „Schutz“ der Hoher und Brökelner erdacht worden ist, erklärt Superintendent Ulrich Wöhler. Nachdem die Kirchengemeinden vor einigen Jahren fusionierten, sollte gewährleistet sein, dass auch Mitglieder aus der ehemaligen Kirchengemeinde Hohe im Kirchenvorstand vertreten sind. Also musste diese ein eigener Wahlbezirk sein. „Da müssen dann aber auch Kandidaten gefunden werden“, bringt es Wöhler auf den Punkt.

Die Gemeindemitglieder aus Hehlen und Daspe können am Sonntag vier Personen in den Kirchenvorstand wählen. Aus Hohe/Brökeln würden normalerweise zwei Mitglieder stammen und noch zwei weitere werden anschließend berufen.

Bei den später berufenen Mitgliedern liegt auch die Chance für die Hoher und Brökelner doch noch Vertreter aus ihren Ortschaften in den Kirchenvorstand zu bekommen. Bei den beiden Berufenen sei es egal, woher sie stammen, sagt Wöhler. Zusätzlich könnten auch noch zwei weitere Hoher/Brökelner berufen werden, meint Wöhler. Bis zu vier Personen aus diesen beiden Ortschaften hätten also doch noch die Gelegenheit, ihre Dörfer im Kirchenvorstand zu repräsentieren. Immer vorausgesetzt, es würde sich doch noch jemand aus Hohe und Brökeln finden, der diese Aufgabe übernehmen möchte.

Finden sich nach wie vor nur Hehlener und Dasper, bestünde der Kirchenvorstand in den kommenden sechs Jahren bis zur nächsten Wahl eben komplett aus Bewohnern der beiden Weserdörfer und insgesamt sechs statt acht Mitgliedern. Also den vier am Sonntag gewählten Vertretern plus zwei berufenen Kirchenvorstandsmitgliedern.

Information

Arbeit im Kirchenvorstand

Der Kirchenvorstand leitet die Gemeinde. Er trifft die Grundentscheidungen für deren Entwicklung. Dabei geht es um theologische Themen ebenso, wie um finanzielle und personelle Entscheidungen. Der größte Teil der Mitglieder des Kirchenvorstands wird bei der Kirchenvorstandswahl gewählt. Der Pastor oder die Pastorin einer Gemeinde sind durch ihr Amt Mitglieder des Kirchenvorstands. Zusätzlich zu den gewählten Mitgliedern muss mindestens eine Person in den Kirchenvorstand berufen werden. Weiterführende Informationen gibt es im Internet unter gemeinde-leiten.de.

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