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Nach Praxisschließung von Dr. Dieffenbach wollte kein Nachfolger übernehmen

Kein neuer Kinderarzt gefunden

BODENWERDER. Die Ärzteversorgung in Bodenwerder ist ein Thema, das die Menschen umtreibt. Besonders mit Fachärzten wie Kinderheilkundlern ist die Gegend um die Münchhausenstadt nicht reich gesegnet. Als Kinderarzt Wolfgang Dieffenbach seine Praxis an der Großen Straße vor gut einem halben Jahr geschlossen hat, ist damit auch der einzige Kinderarzt nördlich von Holzminden gegangen.

veröffentlicht am 17.01.2018 um 11:48 Uhr
aktualisiert am 17.01.2018 um 18:14 Uhr

Seit etwa einem halben Jahr gibt es keinen Kinderarzt mehr in Bodenwerder. Foto: Pixabay
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Im – für die Bedarfsplanung relevanten – Bereich Holzminden gibt es noch drei Kinderärzte: Carsten Krause und Sigrid Nowka in Holzminden sowie Heike Lindhof in Lauenförde. Die drei Ärzte besetzen 2,5 Facharztstellen.

Nun ist Holzminden von Bodenwerder aus zwar keine Weltreise, aber es ist auch nicht mal eben um die Ecke, geschweige denn ist das Lauenförde. Ein Arzt in der Münchhausenstadt wäre da praktischer. Besonders für Eltern, die nur eingeschränkt mobil sind.

Doch für die Praxis von Dr. Dieffenbach habe sich niemand gefunden, der diese übernehmen wollte, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Ein halbes Jahr lang sei ohne Erfolg gesucht worden, sagt Harald Jeschonnek, Geschäftsführer der für Bodenwerder zuständigen Bezirksstelle in Göttingen. Nach Ablauf eines halben Jahres wird davon ausgegangen, dass sich der Kundenstamm einer Einzelpraxis in der Zwischenzeit aufgelöst beziehungsweise umorientiert hat. Es gebe zwar durchaus Kinderärzte, die auf der Suche seien, sagt Jeschonnek, aber die hätten sich nicht in Bodenwerder niederlassen wollen.

Nun ist das Holzmindener Gebiet für niederlassungswillige Kinderärzte zunächst einmal gesperrt, bis ein neuer Bedarfsplan herausgegeben wird. Etwa Mitte des Jahres müsste das laut Jeschonnek soweit sein. Fällt der Grad der kinderärztlichen Versorgung im Gebiet Holzminden dann unter die Marke von 110 Prozent (aktuell liegt sie bei 125,4 Prozent mit dem Sitz von Dr. Dieffenbach), werde wieder ein halber oder ganzer Sitz freigegeben. Dann allerdings müsse sich ein neuer interessierter Kinderarzt nicht mehr an Bodenwerder orientieren (wie noch bei der möglichen Übernahme der Dieffenbach-Praxis), sondern könnte sich im gesamten Holzmindener Gebiet niederlassen. Das bedeutet, dass der Nahbereich von Bodenwerder dann unter Umständen genauso wenig von dieser neuen Stelle profitieren könnte.

Und wie steht es um die Hausarztpraxen? Dort sah es nach guten Vorzeichen aus, denn der Planungsbereich wurde im vergangenen Jahr geteilt, sodass im nördlichen Landkreis Holzminden – den Samtgemeinden Bodenwerder-Polle und Eschershausen-Stadtoldendorf – zweieinhalb zusätzliche Arztstellen zum 1. Oktober 2017 ausgeschrieben werden konnten. Für die zweieinhalb Sitze habe es auch vier Bewerbungen gegeben, heißt es von Jeschonnek. Sowohl für den Bereich Bodenwerder als auch für Stadtoldendorf hätten Hausärzte ihr Interesse bekundet.

Doch wie die Sitze schlussendlich in den Samtgemeinden verteilt sein werden, kann die KVN noch nicht beantworten. Das sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend geregelt.



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