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Im Flecken Salzhemmendorf sollen verbrauchte Wassermengen künftig selbst registriert und gemeldet werden

Karten ersetzen Zähler-Ableser

SALZHEMMENDORF. Zählerableser sollen in Zukunft in Salzhemmendorf der Vergangenheit angehören. Denn geplant ist, dass im Flecken generell eine Selbstablesung eingeführt wird.

veröffentlicht am 30.08.2018 um 18:30 Uhr
aktualisiert am 30.08.2018 um 20:50 Uhr

Ab diesem Jahr soll im Flecken ein generelles Selbstablese-System eingeführt werden. Foto: dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Die Selbstablesung könnte mit dem Versand der Ablesekarten über das Druckzentrum der DATEV in Nürnberg etwa Ende Oktober/Anfang November beginnen. Der Flecken Salzhemmdorf hatte ab Ende der 90er Jahre die Aufgabe der Erhebung und Abrechnung von Kanalbenutzungs- und Wassergebühren an einen externen Dienstleister vergeben. Und das, wie Kämmerer Thomas Hölscher versichert, „damals zu einem akzeptablen Preis“. 2015 hatte der Dienstleister dann den Vertrag gekündigt, wollte nur zu besseren Konditionen weitermachen. Der Verwaltungsausschuss des Fleckens hatte daraufhin beschlossen, für die Jahre 2016 und 2017 die Ablesung der Wassermengenzähler erst mal wieder durch eigenes Personal erledigen zu lassen. Gleichzeitig wurde die Einführung der Selbstablesung angeregt.

Neben den gestiegenen Preisforderungen des ehemaligen Dienstleisters habe bei der Entscheidung auch der Kundenservice eine entscheidende Rolle gespielt, erklärt Hölscher: Der einst in Hameln angesiedelte Dienstleister habe zum Schluss „tief aus dem Ruhrgebiet heraus operiert“; der Kontakt mit den Kunden und dem Flecken sei immer komplizierter geworden, so Salzhemmedorfs Kämmerer.

Die Wirtschaftsjahre 2016 und 2017 wurden zwischenzeitlich wieder direkt von der Gemeinde mit den Verbrauchern abgerechnet. Dabei wurden die Verbrauchsdaten durch Ablesung vor Ort ermittelt. Unstimmigkeiten beziehungsweise Abweichungen in den Zählerlisten konnten geklärt werden. Der vom vorhergehenden Dienstleister übergebene Datenbestand konnte so überprüft werden. Auch über die Jahre eingetretene technische Defekte wurden den Hauseigentümern mitgeteilt und behoben. „Dieser Vor-Ort-Service der Gemeinde ist sehr gut beim Bürger angekommen und hat gezeigt, dass Outsourcing nicht immer einen Sinn macht“, resümiert Thomas Hölscher.

Doch wie sich herausstellte, war der Service nicht gerade billig: Für den Einsatz des eigenen Personals sind im Jahr 2017 Personalkosten in Höhe von insgesamt 9928,52 Euro entstanden.

Deshalb soll jetzt ein neues Selbstablese-System im Flecken eingeführt werden. Dabei besteht die Möglichkeit, die selbst ausgefüllte Ablesekarte an den Flecken Salzhemmendorf zurückzusenden. Portofrei, um die Akzeptanz beim Bürger zu erhöhen. Laut Auskunft der Deutschen Post werden nur tatsächlich zurückgesandte Karten berechnet. Die Gemeinde hat für ihre Kostenberechnung erst einmal eine Rücklaufquote von 70 Prozent angesetzt. Alternativ besteht die Möglichkeit der Übermittlung per E-Mail oder Telefon.

Die Ablesekarten werden bis zu einem Stichtag beim Flecken Salzhemmendorf gesammelt und anschließend an die DATEV versendet. Dort erfolgt die Digitalisierung der Unterlagen, eine buchungsfähige Datei wird erstellt. Eine direkte Eingabe über die Homepage des Flecken Salzhemmendorf wird aktuell noch nicht angestrebt.

Kämmerer Hölscher hat bereits die voraussichtlichen Kosten der Selbstablesung ermittelt und ist dabei bei etwa 4000 Zählern im Flecken auf einen geschätzten Gesamtbetrag von 5578,72 Euro gekommen. Hölscher zu der ersten Schätzung: „Insgesamt könnte durch die Einführung der Selbstablesung nahezu eine Halbierung der Kosten für die Gemeinde erzielt werden.“

Trotz der offensichtlichen Nachteile der Selbstablesung – Ablese-Mogeleien der Wasserkunden fallen erst beim periodischen Zählertausch alle sechs Jahre auf – wird deshalb verwaltungsseitig trotzdem empfohlen, das System der Selbstablesekarten einzuführen.



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