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Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schmidt vom CDU-Verbandsvorstand einstimmig vorgeschlagen

Jörg Dreier zieht seine Kandidatur zurück

Bodenwerder (ul). Die Wahl zum neuen Samtgemeindebürgermeister Bodenwerder-Polle kann spannend werden. Wie der Vorstand der CDU-Samtgemeindeverbandes jetzt seinen Mitgliedern schriftlich mitteilte, hat der Jurist Jörg Dreier aus Dresden seine Kandidatur zurückgezogen. Der CDU-Vorstand einigte sich nun auf Bodenwerders Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schmidt (54) als Gegenkandidaten zu Joachim Lienig (SPD). Damit treten zu der Wahl Mitte April 2010 zwei kommunalpolitisch erfahrene Kandidaten an, was dem Wahlkampf, der eigentlich noch gar nicht begonnen hat, einen spannenden politischen Anstrich verpassen kann.

veröffentlicht am 28.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

In einem Pressegespräch erläutert der Vorstand des CDU-Samtgemei
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Erst im Juni dieses Jahres war der Jurist Jörg Dreier aus Sachsen auf der Mitgliederversammlung des Samtgemeindeverbandes Bodenwerder-Polle als Kandidat für das Amt des SG-Bürgermeisters bestätigt worden. Erste Kontakte und positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestärkten nach Aussage von CDU-SG-Verbandsvorsitzendem Armin W. Engeler „Dreiers Eindruck, in der Samtgemeinde angekommen zu sein. Umso überraschender kam für uns die Absage für seine Kandidatur“.

Dreier selbst sagte gestern: „Ich habe ein beruflich attraktives, zeitraubendes Angebot erhalten.“ Da eine verbindliche Vertragsunterzeichnung im privatwirtschaftlichen Bereich noch ausstehe, möchte er nichts Näheres sagen. Nur so viel: „Es wird in Sachsen sein. Mit der Verschiebung des Wahltermins auf April 2010 ist ein Wahlkampf in dieser Situation aus der Ferne nur schwer zu steuern“, bedauert Dreier, dem hier bei seinen Auftritten sehr viel Sympathie entgegengebracht worden sei. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, nur schweren Herzens habe ich mich entschieden, nicht mehr zu kandidieren.“

Wie Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schmidt gestern gegenüber der Dewezet erläuterte, „war die Wahl zum Samtgemeindebürgermeister ursprünglich für September 2009 gemeinsam mit der Bundestagswahl angedacht, dieser Termin verschob sich aber immer mehr. Ein Amtsantritt wird erst Mitte des Jahres 2010 möglich sein.“

J. Dreier
  • J. Dreier
F.-W. Schmidt
  • F.-W. Schmidt

Dreiers berufliche Perspektiven hätten sich im Rahmen seiner Kernkompetenz als Jurist konkretisiert und er hätte unter Abwägung aller Aspekte eine Entscheidung treffen müssen, begründet der dreiköpfige CDU-SG-Vorstand den Rückzug des ursprünglichen Kandidaten, den noch der alte CDU-SG-Vorstand nach bundesweiter Ausschreibung ausgewählt hatte.

Der neue CDU-Samtgemeindeverband Bodenwerder-Polle „bedauert diese Entscheidung außerordentlich. Das war nicht nur ein Anruf aus Dresden. Dreier wird sich persönlich verabschieden“, sagen Birgit Oerke, Armin Engeler und Hartmut Schüler übereinstimmend. Vorstand und Fraktionen aus Polle und Bodenwerder wollten nun aber kein Vakuum entstehen lassen. Nach vielen Gesprächen sei es gelungen, den langjährig in der Kommunalpolitik tätigen Bürgermeister der Stadt Bodenwerder, Friedrich-Wilhelm Schmidt, für eine Kandidatur zu gewinnen. Schmidt ist seit 1981 in den Ratsgremien der Stadt und Samtgemeinde Bodenwerder tätig und als Nachrücker seit einem viertel Jahr jetzt auch Mitglied im Kreistag Holzminden. Er hat die Stadtsanierung mitgemacht, hat den Fusionsgedanken mitgeplant. „Ich weiß, was in den letzten 25 Jahren hier gelaufen ist“, sagt Schmidt. Sollte Schmidt die SG-Bürgermeisterwahl gewinnen, so müsste er nach 30 Jahren als angestellter Bankkaufmann beim BHW seine Stelle kündigen und könnte für die Legislaturperiode von ausnahmsweise neun statt der üblichen acht Jahre antreten. „Mit 68 Jahren ist ein Samtgemeindebürgermeister gezwungen, aufzuhören“, berichtet Schmidt. Schmidt gilt dem CDU-SG-Vorstand als „Idealbesetzung im Bereich Finanzen“. Er ist Mitglied in verschieden Vereinen, seit 18 Jahren Vorsitzender vom Ruderverein. Viele Bürger, nicht nur aus seinem Heimatort Rühle, „schätzen seine zielstrebige, zuverlässige und ausgleichende Art“, preist der CDU-Vorstand ihn als neuen Kandidaten an. Für die fristgerechte amtliche Bekanntmachung, nach der jetzt einstimmig vom Vorstand empfohlenen Wahl seitens der CDU-Mitglieder zum Jahreswechsel, ist damit gesorgt.

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