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Zehn Jahre „Münchhausen-Glasbilder“

In vielen Fenstern treibt der Baron noch sein Unwesen

Bodenwerder (dy). Es ist zehn Jahre her, dass der Karikaturist, Maler und Bildhauer Burkhard Mohr im Auftrag der damaligen Werbegemeinschaft „Münchhausen-Glasbilder“ angefertigt hat. Mit spitzer Feder hat Mohr die Figur des Baron von Münchhausen in den Dienst zahlreicher Einzelhandelsgeschäfte, Dienstleister und Institutionen gestellt. Stolz hatte Helmut Raabe seinerzeit als Vorsitzender der Werbegemeinschaft erklärt, dass es sich hier um ein von Werbefachleuten betiteltes „Corporate Design“ handele – ein einheitliches Erscheinungsbild, mit dem vortrefflich geworben werden könne.

veröffentlicht am 06.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:21 Uhr

In der Bücher-Ecke von Marina Hoff wirbt der Baron für das Lesen
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„Die Idee hierfür kam mir in einem Urlaub in der Bretagne“, weiß Helmut Raabe auch noch nach zehn Jahren, dass ihn das Wappentier der Bretagne, eine Biene – sie war auf vielen Schaufenstern passend zum Geschäft gemalt – faszinierte. Raabe, eigentlich ein „Schaufensterbummel-Muffel“, war von dieser pfiffigen Idee beeindruckt und suchte förmlich nach weiteren Bienen. „Das ist es doch, was damit erreicht werden soll“, war ihm klar und in Absprache mit dem Vorstand der Werbegemeinschaft wurde beschlossen, den Baron für diese Zwecke einzusetzen. „Allerdings nicht auf die Schaufenster gemalt, sondern zum Aufhängen als Bild, damit dieses bei einem eventuellen Umzug oder einer Veränderung des Geschäftes austauschbar ist“, sagt Raabe.

„Selbstverständlich hängt das Bild noch“

Burkhard Mohr zeichnet exklusiv für die Frankfurter Allgemeine, den Bonner Generalanzeiger. Seine Karikaturen zieren diverse Bücher – und zahlreiche Auszeichnungen wie zuletzt 2007 der Karikaturenpreis der deutschen Zeitungen seine Arbeiten. Mohr war seinerzeit in Bodenwerder durch die ersten Feiern zum Münchhausen-Geburtstag und für seine Karikaturen mit spitzer Feder bekannt. Eine von ihm geschaffene Münchhausen-Skulptur steht im Münchhausen-Museum. Mohr zeigte sich begeistert von der Idee und setzte die Münchhausen-Figur passend zu dem jeweiligen Auftraggeber in Szene.

So tankt der Baron seine Kugel an der Shell-Tankstelle von Werner Otto auf. „Das Bild hängt selbstverständlich noch bei uns“, sagt Werner Otto. Bei der Sparkasse Weserbergland badet der Münchhausen in Gold und hängt auch dort noch in einem Fenster. „Bei uns reitet Münchhausen auf dem Amtsschimmel durch Aktenordner und hängt im Eingangsbereich des Rathauses“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Ernst-August Wolf.

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Im Fenster des Reisebüros von Monika Meyer sieht man den Baron auf einer einsamen Insel, und in der Rats- und Münchhausen-Apotheke wirbt der Pillen schluckende und Pillen herstellende Baron für die Gesundheit. Seit zehn Jahren ist der Baumkuchen mit dem Münchhausen ein Hingucker im Stadtcafé Lutz. „Er ist immer da“, zeigt Thomas Lindenkohl auf den Baron mit Hörrohr, Brille, Schmuck und Standuhr. Je nach Dekoration, so der Augenoptikermeister, werde das Glasbild immer wieder neu ins rechte Licht gerückt. Außerdem zieren dieses Motiv die Firmenbriefköpfe. Selbst die Stadtfotografen, die einige Jahre in Bodenwerder waren und jetzt nur noch in Stadtoldendorf ansässig sind, haben den fotografierenden Münchhausen mitgenommen, und er wirbt in den dortigen Geschäftsräumen für die Branche.

Auf den Spuren dieser werbewirksamen Bilder in der Fußgängerzone gab es doch so einige „Lücken“, und auf die Frage nach dem Verbleib wurde von einigen Geschäftsleuten spontan das „Wiederaufhängen“ angekündigt. So kann man doch mal wieder zu einem Schaufensterbummel und der Suche nach dem Münchhausen aufrufen …

Auch die Dewezet hat den zeitungslesenden Baron im Fenster

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