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Freundeskreis des Münchhausen-Gutshofs zieht Bilanz / Im Juni geht es nach Tscheboskary

„In Russland ist Münchhausen ein Held“

Bodenwerder (saw). Die Enthüllung der 2,30 Meter hohen Bronze-Skulptur anlässlich des 288. Münchhausen-Geburtstages im Mai in Bodenwerders Rathauspark und die vorangegangene Übergabe durch Vertreter der Moskauer Stiftung „Dialog der Kulturen“ bei der Eröffnung der Ausstellung „Münchhausen in Deutschland, Russland und der ganzen Welt“ in Berlin – das waren für die „Münchhausen-Freunde“ ganz besondere Momente des Jahres 2008. Als Vorsitzender des aktuell 137 Mitglieder zählenden Freundeskreises Münchhausen-Gutshof skizzierte Helmut Kühn während der Hauptversammlung in der „Schulenburg“ vielfältige Aktivitäten, deren Ziel es ist, den Ruhm des in Bodenwerder geborenen Fabulierers zu mehren.

veröffentlicht am 13.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:41 Uhr

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Spektakuläre Anreise der Bronzeskulptur

Das geschieht durch die Pflege des historischen Erbes, die international ausgerichtete Kontaktpflege mit Anhängern des wortgewandten Adeligen sowie die Unterstützung der musealen Aktivitäten rund um den berühmten Sohn der Stadt. Neben ideellem Einsatz kommt der finanziellen Unterstützung – nicht zuletzt durch das Einwerben von Fördergeldern, Stiftungszuwendungen und Spenden große Bedeutung zu. Dass sich bei diesem Anliegen Ernsthaftigkeit und Frohsinn keinesfalls ausschließen, machte die in fünf Kapitel gegliederte und mit viel Humor vorgebrachte Bilanz des Vorsitzenden deutlich. So erinnerte Helmut Kühn an die spektakuläre „Anreise“ der Bronze-Skulptur und die feierliche Enthüllung „unter Salutschüssen seiner Landsknechte“ aus Rischenau im Beisein hochrangiger Ehrengäste und zahlreicher Bürger. „Seitdem steht dieses Monument für den Mut und den Willen, sich in schwierigen Lebenslagen am eigenen Schopf zu packen und selbst zu helfen“, sagte er.

„Grenzenlose Münchhausen-Begeisterung“ habe im April „unserem Kalle zum Supersieg“ verholfen, als ein privater Radiosender im Rahmen einer „Bürgermeisterschaft“ dazu aufgerufen hatte, mindestens 100 als Barone verkleidete Bürger in die Fußgängerzone zu locken. Am Ende waren es 144 Barone. Wie viel Spaß und Lebensfreude hinter der Lebenseinstellung des Barons von Münchhausen stehen, habe eine siebenköpfige Delegation aus der Stadt Tscheboksary unter Leitung ihres Vorsitzenden Sergej Fedorov bei einem öffentlichen Abend im Hotel „Deutsches Haus“ bewiesen. „Wir sollten uns hin und wieder fragen, ob wir nicht viele Dinge im Leben zu ernst nehmen“, gar Helmut Kühn zu bedenken.

Der Vorsitzende erinnerte daran, dass der Vorstand unter dem Startnamen „Münchhausen-Paddlers“ bei der „Gaudi-Paddelboot-Regatta“ im Rahmen des Lichterfestes mit nur mäßigem Erfolg angetreten war. Bedeutendes Projekt war die Umgestaltung des Museumsvorplatzes, der sich nun gepflastert, mit Wasserfontänen und Sitzgelegenheiten präsentiert. Die offizielle Einweihung wurde mit großer Kaffeetafel begangen. Weiterer Höhepunkt war die Fahrt nach St. Petersburg, bei der schon die Anreise zum Flughafen nach Berlin angesichts der Bus-Panne Improvisationstalent wie Nervenstärke erforderte. In St. Petersburg rührten die „Münchhausen-Freunde“ die Werbetrommel für ihre Heimat, wurden von der Stadtverwaltung offiziell empfangen, trafen Münchhausen-Forscher Levin sowie einige der neuen Freunde aus Tscheboskary.

In Kontakt Richtung Osten will man auch in diesem Jahr nicht abreißen lassen, zumal im Rathaus eine offizielle Einladung aus Tscheboskary zum Gegenbesuch vorliegt. Münchhausen-Fan und Reiseveranstalter Konstantin Bögel nutzte die Zusammenkunft, um das Programm für die 2009er Fahrt in die an der Wolga gelegene, annähernd 500 000 Einwohner zählende Großstadt vorzustellen. Reisetermin ist vom 19. bis 26. Juni. Neben dem Besuch zahlreicher Sehenswürdigkeiten steht auch ein offizieller Empfang bei Bürgermeister Emeljanov auf dem Programm.

Bögel zeigte Bilder aus der Wolga-Region und berichtete von einer tiefen Münchhausen-Verehrung fernab des hierzulande verbreiteten „Lügenbaron“-Images. „In Russland ist Münchhausen ein Held, der mit Humor und Fantasie alle Hindernisse überwindet.“ Weitere Infos unter Telefon 05533/409560. Für Mitreisende und an der russischen Sprache Interessierte bietet Irina Bögel ab 9. April einen Russisch-Kurs an.

Der Vorstand der Münchhausen-Gutshof-Freunde an der 2,30 Meter hohen Bronze-Skulptur.

Foto: saw



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