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Sascha Frede baut das Fachwerkgebäude seiner Großeltern um – wie seine Eltern es vor 30 Jahren

In Haus Nummer 20 wiederholt sich Geschichte

Bodenwerder. Seit 2002 stand das Fachwerkhaus in der Großen Straße 20 leer – leer ist es noch immer, denn man kann vom Erdgeschoss bis oben an die Dachbalken blicken. „Das tun auch häufig Menschen, die hier vorbeigehen“, hat Sascha Frede beobachtet. Den jungen Mann stört das nicht, er freut sich, dass die Menschen Interesse daran haben, was mit diesem Haus geschieht und häufig lobende Worte finden, dass das Gebäude nun bald wieder bewohnt ist.

veröffentlicht am 26.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:41 Uhr

Heiko und Jutta Frede: Der 52-Jährige steht schon auf der zukünf

Autor:

Edda Dreyer
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Der 25-Jährige hat das Haus aus der familiären Erbengemeinschaft gekauft, baut es nun um und hofft, im Sommer nächsten Jahres mit seiner Frau Emilia und seinem kleinen Sohn Noah einziehen zu können.

„Es ist das Haus meiner Großeltern“, gibt der junge Bauherr einen Beweggrund für diesen Kauf an. Sehr viel Familien- und Heimatgefühl verbindet ihn mit Bodenwerder und seinem Haus, denn sein Elternhaus steht direkt daneben. „Es wiederholt sich jetzt, was schon einmal in ähnlicher Form vor über 30 Jahren passiert ist“, erzählt Heiko Frede. Der Bankkaufmann und seine Ehefrau Jutta leben seit 1980 in dem Haus in der Großen Straße 18 – und somit ebenfalls neben dem Elternhaus von dem 52-Jährigen. Er ist in dem Haus Nummer 20 aufgewachsen. Aus alten Aufzeichnungen geht hervor, dass die Kauffrau Sofie Frede (verwitwete Großmutter von Heiko) das Haus Nummer 20 erworben hat. 1964 erbte das Objekt der Sohn, Kaufmann Wilhelm Frede (Vater von Heiko) und führte den Bierverlag von seiner Mutter (seit 1929) als Getränkevertrieb bis 2001 weiter.

Das Ehepaar Wilhelm und Jutta Frede hatte zwei Kinder, Heiko und Elke. Kinder und Getränkevertrieb wurden größer und als für den Betrieb mehr Lagerfläche benötigt wurde, erwarb der Vater das Nebengebäude mit Grundstück, die Nummer 18. „Ja, und wir haben das Haus von meinen Eltern 1988 gekauft“, zieht Heiko Frede den Bogen zu seinem Sohn Sascha, der quasi jetzt diese Familientradition fortgeführt hat.

Der junge Bauherr beim Einreißen einer Wand im Flurbereich.
  • Der junge Bauherr beim Einreißen einer Wand im Flurbereich.
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Kräftig wird inzwischen in dem Haus Nummer 20 gewerkelt. Emotionalen Wert legt Sascha auf eine alte Lampe, die immer noch hängt, obwohl Wände und Decken rausgerissen wurden und die bisher alle Arbeiten beleuchtet hat. „Die war bei meinen Großeltern auf dem Flur“, erinnert sich der 25-Jährige an seine Kindheit.

An kleine Räume und niedrige Decken können sich die Familienmitglieder noch bestens erinnern. Wenn die Sanierung des Fachwerkhauses beendet ist, werden großzügige Räume und hohe Decken über drei Ebenen dem Industriemechaniker und der Heil-Erziehungspflegerin mit ihrem dann zweieinhalbjährigen Sohn viel Platz auf rund 250 Quadratmetern bieten. Auch eine Galerie wird dann den Flurbereich wieder schmücken.

Um das allerdings zu erreichen, müssen Handwerker und Hausbesitzer noch kräftig anpacken. Ebenerdig wurde bereits der Fußboden ausgehoben, damit die Räume höher werden. Etagenweise verschieben sich die Decken immer weiter gen Dach, sodass zugunsten der hohen Räume der Spitzboden tatsächlich immer spitzer wird.

Ganz sicher ist der junge Hausbesitzer, dass er einen alten Eichenbalken, der beim Umbau zum Vorschein kam, auf jeden Fall wieder sichtbar einsetzen wird. „Auf diesem steht die Jahreszahl 1630“, erläutert Sascha Frede und könnte sich vorstellen, dass sein Haus aus diesem Jahrhundert stammt. Zimmermannsmeister Werner Müller vermutet aufgrund der merkwürdigen Zusammenstellung der Fachwerkbalken, dass das Haus seinerzeit aus zwei Objekten zusammengebaut wurde.

Dank der Großeltern ist die Fassade des Hauses erst vor rund zehn Jahren aufwendig erneuert worden, 1991 wurde das Dach neu eingedeckt und auch der Einbau 1995 einer Gas-Zentralheizung erspart dem Enkel heute Arbeit und Kosten. „Die gibt es trotzdem noch genug“, weiß der junge Bauherr, ist aber zuversichtlich, dass aller Einsatz sich für das Schmuckstück lohnt.

Im Jahr 1949 wurde das Fachwerkhaus in der Großen Straße 20 (früher Nummer 72) schon einmal von Grund auf saniert.



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