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Dorfwettbewerb: Bewertungskommission besucht Ottenstein

„Immer wieder nehmen Sie Neues in den Blick“

OTTENSTEIN. „Ich bin jedes Mal begeistert. In Ottenstein ist manches anders. Immer wieder nehmen Sie Neues in den Blick, planen viel, bewegen viel.“ Es sind mehr als Höflichkeitsfloskeln, die Carsten Hettwar zum Abschluss des exakt eineinhalbstündigen Rundgangs durch den Flecken den etwa 180 Bürgerinnen und Bürgern entgegenruft.

veröffentlicht am 12.06.2018 um 20:06 Uhr

Zur Begrüßung interpretiert der Nachwuchs die alte Hymne „Oh, Du mein Ottenstein“ neu, bunt und temperamentvoll. Foto: saw
Sabine Weiße (saw)

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Sabine Weiße Reporterin
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Seit 1995 verfolgt der Leiter der Bewertungskommission für den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ die Entwicklung der Hochebenen-Gemeinde. „Sie beweisen sich selbst, dass Ihr Ort Zukunft hat“, zollt Hettwar den Ottensteinern Respekt.

Heute will es die Dorfgemeinschaft wieder einmal wissen, geht routiniert, selbstbewusst, mit Traditionsbewusstsein und Visionen beim Regionalwettbewerb an den Start.

Eine Viertelstunde vor Eintreffen der zwölfköpfigen Kommission ist der Schulhof voller Menschen. Grundschulkinder, junge Familien mit Kinderwagen, die Vorsitzenden der zahlreichen Vereine vor bunt dekorierten Stellwänden, Senioren – alle Altersgruppen sind gut vertreten. Samtgemeindebürgermeisterin Warnecke und mehrere Bürgermeister benachbarter Gemeinden zeigen Präsenz. „Toll! So viele Leute hier“, freut sich Bürgermeister Manfred Weiner leise über die große Kulisse.

Zwischen Landarztpraxis und Apotheke serviert Martina Stöcker den Kommissionsmitgliedern einen „Henni“: „Einen Ingwer-Zitronen-Likör mit Honig, den mein Chef selbst herstellt.“ Apotheker Franz Große Hülsewiesche stellt derweil „das kleine Gesundheits
  • Zwischen Landarztpraxis und Apotheke serviert Martina Stöcker den Kommissionsmitgliedern einen „Henni“: „Einen Ingwer-Zitronen-Likör mit Honig, den mein Chef selbst herstellt.“ Apotheker Franz Große Hülsewiesche stellt derweil „das kleine Gesundheitszentrum des Dorfes“ vor. Foto: saw

Die Begrüßung der Kommissionsmitglieder am Bus fällt fast familiär aus, man kennt sich. Auch das augenzwinkernde „Geschacher“ um Zusatzminuten ist schon Ritual. Man weiß auf der Hochebene: In der Kürze liegt die Würze.

Mit dem Projekt „Bürgerbus“ für die Samtgemeinde und dem jüngst gegründeten Verein „Bürger für Bürger auf der Höhe“ lernt die Jury ganz neue Entwicklungen kennen. Dass die Nutzung von Sonnen- und Windenergie für das Pfarrhaus und selbst die Teilfinanzierung der Pastoren-Stelle seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, unterstreicht Pastor Jens-Uwe Frölich.

Landarzt Dr. Richard Lücke lobt die „sehr guten Rahmenbedingungen“ im gemeindeeigenen Arzthaus, das schon lange über einen barrierefreien Zugang verfügt. Mohn und wilde Kamille haben sich auf den Erdhügeln in der Amtstraße breitgemacht, wo das „Seniorenprojekt“ entstehen soll. „Seit Februar warten wir auf die Baugenehmigung“, informiert der Bürgermeister. Rasch ein Blick in einen Bilderbuch-Bauerngarten, auf vorbildlich gepflegtes Fachwerk. „

Auf unserem Wohnmobil-Stellplatz hatten wir im Mai 400 Übernachtungen“, bemerkt Verwaltungsfachfrau Tanja Gellner und erntet Staunen – nicht nur von der Jury. Milchviehhalter Kai Schomburg sieht seine Zukunft in einem großen Stall außerhalb des Dorfes und mit einer Verdoppelung des Tierbestandes. Und Johanna Waßmuth, seit drei Jahren Besitzerin der „Landherberge“ präsentiert ihren neuen Koch, schwärmt von historischem Mobiliar und mahnt: „Zukunft hat das Haus nur, wenn die Ottensteiner unser Angebot auch nutzen.“ Manfred Weiner verspricht: „Das werden wir.“

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