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Service-Point in Kirchbrak wird Verkaufspunkt – Briefe und Pakete werden nicht mehr angenommen

Im Postshop gibt’s bald nur noch Briefmarken

Kirchbrak (red). Noch bis zum 27. Oktober gibt es den Postshop in der Moorgasse 1 in Kirchbrak – danach wird dieser Shop nur noch als Verkaufspunkt geführt. „Und das auch nur noch bis Ende Januar 2010“, erklärt Heike Heinemeyer. Die 38-Jährige betreibt den Postshop seit Januar 2004.

veröffentlicht am 11.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:41 Uhr

Heike Heinemeyer steht noch bis zum 27. Oktober hinter dem klein
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Heike Heinemeyer sieht diesen Einschnitt nicht positiv für die Bevölkerung auf dem Lande. „Die älteren Leute brauchen häufig Hilfe beim Ausfüllen der Paketscheine und wollen sich auch gerne einmal unterhalten“, weiß die Shopbetreiberin. Bevor sie den Postshop übernommen hat, gab es in Kirchbrak noch eine Postagentur mit Postbank; seinerzeit von Heidi Kukasch im Schmiedegarten betrieben – dort hängt heute noch der Postbriefkasten.

Zusteller nimmt die Post-Sendungen mit

In dem Verkaufspunkt, der montags bis freitags von 12.15 bis 13.15 Uhr geöffnet ist, gibt es ab dem 28. Oktober bei Heike Heinemeyer dann nur noch Brief-, Paket- oder Einschreibemarken zu erwerben. Portoermittlung und Sendungsannahmen sind nicht vorgesehen. „Ich nehme jetzt schon häufig Briefe und Pakete von den Kunden mit“, erzählt Peter Stark. Er ist seit über 20 Jahren Zusteller in der Gemeinde Kirchbrak und „kennt jede Katze“, wie er schmunzelnd erzählt. Zu seinem Zustellbezirk gehört Breitenkamp, Heinrichshagen, Westerbrak, Buchhagen, Osterbrak und ein Teil von Linse. Seine Tour führt ihn auch stets zum Postshop von Heike Heinemeyer, um Sendungen mitzunehmen oder neue zu bringen; das ist ab dem 27. Oktober dann auch vorbei.

Und da auch das Ende des Verkaufspunktes absehbar ist, hat sich Heike Heinemeyer nach einem neuen Wirkungskreis umgesehen und ist seit August als Zustellerin der Post im Bereich Bodenwerder tätig. „Auch meine Agentur für Otto, Quelle und Neckermann werde ich zum Jahresende schließen“, so die zweifache Mutter.

Peter Stark holt regelmäßig die Post bei Heike Heinemeyer ab.
  • Peter Stark holt regelmäßig die Post bei Heike Heinemeyer ab.

Seit über 30 Jahren gibt es diese Agentur in Kirchbrak; bevor Heike Heinemeyer diese im Juli 2008 übernommen hat, führte ihre Schwiegermutter Christa die Agentur 29 Jahre lang. Auch Hausbesitzer Bernd Waike bedauert die Schließung der Agentur, da dies seiner Meinung nach die Infrastruktur des Ortes noch weiter verschlechtert. Er hofft, dass in die Räumlichkeiten der jetzigen Agentur im nächsten Jahr neues Leben einzieht.

Die Service-Filiale in Halle zum Beispiel, die in dem Nahkauf-Lebensmittelmarkt von Richard Maul untergebracht ist, wird ab dem 22. Oktober zum Verkaufspunkt. Seit 1999 wurde in Halle eine Postfiliale mit Postbank in dem damaligen Schiwek-Getränkemarkt eingerichtet; 2006 wurde die Postbank abgezogen und es wurde eine Postservice-Filiale daraus, die nun auch zum Verkaufspunkt wird.

„Auch die Deutsche Post muss, wie jedes andere wirtschaftliche Unternehmen, Kosten und Nutzen analysie- ren und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen“, erläutert Jens-Uwe Hogardt von der Pressestelle der Deutschen Post in Hamburg. Er sagt, dass es bereits in vielen ländlichen Regionen üblich sei, dass die Zusteller an der Haustür Briefe und Pakete entgegennehmen – so, wie es Peter Stark bereits seit langem macht und dieses als Service für seine Kunden sieht.

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