weather-image
13°

Was den verstorbenen Bestsellerautor Tom Clancy mit dem Weserbergland verbindet

Hunzen und der Dritte Weltkrieg

Hunzen/Weserbergland. Es ist nicht überliefert, ob der US-amerikanische Bestsellerautor Tom Clancy jemals einen Fuß in das Weserbergland gesetzt hat – oder in das Leinebergland. Wahrscheinlich nicht. Dennoch hat der am 2. Oktober im Alter von nur 66 Jahren überraschend verstorbene Autor die Region schon im Jahr 1986 schriftstellerisch verewigt: in seinem zweiten Roman „Im Sturm“. Dort lässt der König des Techno-Thrillers mal kurzerhand den Dritten Weltkrieg ausbrechen und entscheidende Schlachten im Leine- und Weserbergland spielen. Clancy verzichtet auf Atomwaffen, lässt gut gegen böse mit konventionellen Waffen kämpfen – jedoch nicht minder technisiert.

veröffentlicht am 04.10.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

270_008_6646890_bowe150_0510_Tom_Clancy_dies_at_6_359131.jpg
Matthias Aschmann

Autor

Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Erstaunlich nah dran an örtlichen Gegebenheiten schildert der Schwarzseher mit Weitblick, wie sowjetische Divisionen im Alfelder Sackwald alliierte Truppen überrollen und weiter zur Weser ziehen. In Fölziehausen (wo denn auch sonst) schlagen sie ihr Hauptquartier auf – und auch Hunzen spielt als Standort eines mobilen Befehlsstandes eine entscheidende Rolle. Das kleine idyllische Hunzen, das bei Clancy allerdings kurzerhand zur Kleinstadt mutiert. Nun ja, hier hat sich Clancys intensives Kartenstudium augenscheinlich nicht ausgezahlt.

Clancys Simulation, wie wohl ein Dritter Weltkrieg zwischen Nato und Ostblock hätte aussehen können, wirkt dennoch erschreckend real. „Feindliche Bodentruppen bei Bremke, Stärke unbekannt. Eine Brigade bei Dunsen, eine bei Salzhemmendorf. Nur geringer Widerstand in Rühle. Starke Feindaktivität bei Salzhemmendorf. Die hundertzwanzigste Mot-Schützendivision hat ein volles Regiment über die Weser geschafft, das nun auf Brökeln vorstößt.“ Clancy lässt die Truppen des Ostblocks Richtung Bodenwerder und Hameln ziehen, während die Nato zum Gegenschlag ausholt. Natürlich spielen auch noch andere Orte und Regionen eine gewichtige Rolle, schließlich handelt es sich ja um einen Weltkrieg: Island beispielsweise, der Nordatlantik, die Barentssee, Moskau, Brüssel und Schottland – und von Hamburg bis Hannover verläuft auf deutschem Boden eine weitere Frontlinie. Am Ende, so viel sei verraten, gewinnen natürlich die Guten, denn bei Clancy gewannen immer die Guten.

Warum der Dritte Weltkrieg überhaupt ausbrach? Hier bewies der Postbotensohn und zwischenzeitliche Versicherungsvertreter durchaus prophetische Gaben. Islamistische Terroristen hatten in Clancys Fiktion einen Anschlag auf eines der wichtigsten Ölfelder Sibiriens verübt. Der maroden Wirtschaft der Sowjetunion drohte der vollkommene Zusammenbruch, Grund für die Hardliner im Kreml, gegenzusteuern – mit der Operation „Roter Sturm“.

2 Bilder
In Tom Clancys zweitem Roman „Im Sturm“ aus dem Jahr 1986 bricht der Dritte Weltkrieg aus.

Weltberühmt wurde Tom Clancy mit seinem Erstlingswerk „Jagd auf Roter Oktober“, das mit Sean Connery in der Hauptrolle verfilmt wurde. „Im Sturm“ ist der Nachfolgeroman. Beide Werke verblüfften die Kritiker mit ihren spannungsvollen Handlungen sowie dem ausgedehnten Wissen um Unterseeboote, Lenkwaffen, Computer, Satelliten und jeder weiteren Art von militärischem Gerät.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt