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Töpferin Marianne Lauszat ist eine von 30 Anbietern auf dem Kunst- und Kreativmarkt

Hobby mit Ruhefaktor

BODENWERDER. Es gibt Hobbies, die liegen mal im Trend und gefühlt jeder beschäftigt sich damit oder spricht zumindest drüber, ein anderes Mal sind sie vergessen und ihre Überbleibsel verstauben ganz hinten in den Schränken oder lagern gut versteckt in Schubladen. Ein Hobby, das gerade wieder im Aufwind scheint, ist das Töpfern. Sogar Hollywood-Star Brad Pitt soll jetzt das Töpfern für sich entdeckt haben.

veröffentlicht am 26.06.2017 um 18:18 Uhr
aktualisiert am 26.06.2017 um 19:30 Uhr

Marianne Lauszat zeigt einige ihrer getöpferten Figuren, die sie zum Kunst- und Kreativmarkt am Wochenende mitbringen will. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Im Frühjahr waren die Schlagzeilen voll davon, dass der Schauspieler so seine Trennung von Schauspiel-Kollegin und Ehefrau Angelina Jolie verarbeiten wolle. Was genau Brad Pitt nun in seiner Freizeit macht, bleibt weiter ihm überlassen. Dass im Töpfern jedenfalls neben dem kreativen Moment auch viel Ruhe liegt, das schätzt auch Marianne Lauszat aus Pegestorf daran. Sie hat das Hobby bereits vor zehn Jahren für sich entdeckt, gibt Volkshochschulkurse, betreut Ferienpassaktionen und wenn sie übers Töpfern spricht, dann schwingt in ihrer Stimme Begeisterung mit. Gemeinsam mit zwei anderen Hobby-Töpfern aus der Volkshochschul-Gruppe wird Lauszat am kommenden Wochenende mit einem Stand auf dem Kunst- und Kreativmarkt in Bodenwerder dabei sein. Bereits im vergangenen Jahr war sie dort – „Ein gutes Erlebnis,“ erinnert sich Lauszat.

Das Besondere am Kunst- und Kreativmarkt: „Sie bekommen nicht zwei Mal das gleiche, das sind alles Unikate“, hebt Lauszat hervor. Sie zeigt zwei Drachen aus Ton, die sie selbst gemacht hat. Beides sind Spardosen mit Schlitz im Rücken. Auf den ersten, oberflächlichen Blick sehen sie ziemlich ähnlich aus. Auf den zweiten Blick fallen die Details auf – der Mund sitzt anders, die Klauen sind mal dicker, mal spitzer; eigentlich sind sie doch ziemlich verschieden.

Töpfern, das ist nicht nur ein Klumpen Erde mit Farbe drauf – Wenn Lauszat darüber spricht, wird einem klar, dass viel Leidenschaft in ihrem Hobby liegt. Sie redet von schwarzem Ton, weißem Ton oder rotem Ton und von vielen Farben, die alle anders auf den verschieden Arten von Ton wirken – „Die Öffnung des Ofens ist jedes Mal ein Abenteuer.“ Man wisse nie, was am Ende dabei rauskomme. Die Palette an Farben, mit denen der Ton bemalt wird, sei schier unendlich. „Es gibt metallfarben, matt, glänzend...“, erzählt Lauszat. „Und wer ein rosa Schwein machen möchte, kann auch ein rosa Schwein machen.“

Doch allein mit der Kombi von Ton und Farbe muss es noch nicht getan sein. Im Ton sind auch Muster möglich. Man könne beispielsweise ein Blatt in den Ton drücken, das Profil eines Reifens nutzen oder ein Häkeldeckchen für Verzierungen zur Hilfe nehmen. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.“ Mit dem klassischen, aus Tonwürsten geformten Schälchen muss es also nicht enden. Neben Drachen-Spardosen macht Lauszat zum Beispiel auch ganze Vogelhäuser aus Ton, Gartenfiguren der auch mal eine Käseglocke, wenn ihr danach ist.

Dass Ruhe ein wichtiges Element bei diesem Hobby ist, dafür spricht auch die Geduld, die man dabei mitbringen muss. Bis das Endergebnis bewundert werden kann, dauert es schließlich gut zwei Wochen. Zunächst muss der Ton eine Woche trocknen, dann kommt er in den Töpferofen zum ersten Brand, dem sogenannten „Schrühbrand“ bei 900 Grad. Anschließend wird die Tonfigur glasiert und muss wieder in den Ofen. Dieser ist jetzt noch heißer – 1050 Grad hat der Töpferofen beim „Glasurbrand“. Sogar noch mehr – 1250 Grad – muss er haben, damit das Getöpferte auch über den Winter im Garten bleiben kann.

Für die Zukunft gibt Lauszat ihrem Hobby gute Chancen: „Ich glaube, das Töpfern kommt wieder.“ Obwohl sie schon bedauert, dass sich derzeit nur wenig jüngere Leute dafür interessieren würden. Statt sich auf Facebook zu konzentrieren sei es doch schön, sich mit Naturmaterialien zu beschäftigen, die Ruhe zu genießen und sich zu freuen, etwas Bleibendes geschaffen zu haben.


Termin: Der Kunst- und Kreativmarkt findet am 1. und 2. Juli im Park vor dem Rathaus in Bodenwerder statt. In der Zeit von 11 bis 18 Uhr stellen dort rund 30 Anbieter ihre Waren aus. Die Bandbreite reicht von Schmuck aus den unterschiedlichsten Materialien, Lederwaren, Nähartikeln und Kunstwerken aus Holz über ausgefallene Kleidungsstücke oder Deko-Artikel für Haus und Garten.

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