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Kemnader Immobilie mit bewegter Geschichte / Weserübergang hatte prägende Bedeutung für den Ort

Historisches Fährhaus wechselt Besitzer

Kemnade. Das historische Kemnader Fährhaus, eine Immobiliemit bewegter Geschichte, hat den Besitzer gewechselt. Der Weserübergang hatte über Jahrhunderte prägende Bedeutung für den Ort.

veröffentlicht am 25.04.2016 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:26 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Kemnade. im Jahre 2011 hatte der niederländische Immobilienwissenschaftler Dr. Jan Sinke das historische Kemnader Fährhaus als Zweitwohnsitz in Deutschland erworben. Durch Zufall hatte er daraufhin Kontakt mit den Besitzern des damals brachliegenden geplanten Feriendorfes am Ostufers bekommen und ein Erfolg versprechendes Vermaklungskonzept für das Gelände entwickelt (wir berichteten). Auch für die Wiederbelebung von Bodenwerders Altstadt habe er noch Lösungen im Köcher, hatte er damals angekündigt. Jetzt hat Dr. Jan Sinke sein Fährhaus über eine bodenwerdersche Immobilienfirma veräußern lassen. Ein Besichtigungstermin fand bemerkenswertem Zulauf. Ein Käufer von Außerhalb konnte für das Objekt gefunden werden.

Das Kemnader Fährhaus ist eine von 27 historische Besonderheiten in Bodewerder, die vom Weserbergland-Tourismusverband im Vorjahr in die Reihe „Historisches Weserbergland“ aufgenommen wurde. Die Reihe umfasst 14 historische Städte und neun historische Stätten im Weserberglandund lädt zu historischen Stadtrundgängen ein.

Das Fährhaus in Kemnade blickt auf eine bewegte Geschichte, geprägt vom Fährbetrieb und den Unwägbarkeiten der Weser, aber auch der umliegenden Höhenlagen, zurück.

Von den 50er bis Mitte der 70er Jahre war ein Campingplatz am Fährhaus in Kemnade.

Das Übersetzen der Fähre über die Weser war in den Anfangszeiten des Kemnader Fährbetriebs nicht einfach, da das Fährschiff mit Stangen über die Weser geschoben werden musste. Später hing das Fährschiff an einer Kette, die oberhalb der Fähre an einem Anker befestigt war. Im Jahre 1730 wurde die einstige Personenfähre vergrößert, um damit auch Gespanne auf die andere Flussseite transportieren zu können.

Doch steht das Kemnader Fährhaus heute nicht mehr an seinem ursprünglichen Standort. Der war eigentlich auf der rechten, östlichen Weserseite. Dort drohte Weihnachten 1873 ein Erdrutsch des darüberliegenden Berghanges das Gebäude zu vernichten. Deshalb wurde es abgerissen und am westlichen Ufer der Weser, dem heutigen Standort, wieder aufgebaut. Im Oktober 1976 wurde der Fährbetrieb, der bis dahin aller Wahrscheinlichkeit nach über tausend Jahre bestanden hatte, nach dem Bau der neuen Brücke Bodenwerder/Kemnade eingestellt.

Heute hat das Kemnader Fährhaus, Baujahr 1900, an dessen Fuße auf der Weserwiese sich einst ein Campingplatz befand und das zum Kaufpreis von 79 000 Euro angeboten wurde, eine Wohnfläche von 152 Quadratmetern. Von dem Erker im Wohnzimmer aus genießt man den Blick entlang der Weserpromenade. In dem kleineren Gebäude befindet sich eine etwa 46 Quadratmeter große Ferienwohnung. Zudem wurden eine Werkstatt und eine Sauna in dem Gebäudeeingerichtet.

Der ehemalige Eigentümer des Kemnader Fährhauses, Dr. Jan Sinke, war für eine Stellungnahme zum Verkauf seiner bodenwerderschen Immobilie nicht zu erreichen. Bereits während der Planungen zum neuen Wohnmobilstellplatz an der Weserpromenade bis an sein Grundstück hatte der Niederländer aber schon angekündigt, im Falle der Realisierung dieses städtischen Projektes seinen deutschen Zweitwohnsitz in bislang romantischer Alleinlage am Weserufer verlassen zu wollen. Und seit Anfang März dieses Jahres rückt der Wohnmobilpark Bodenwerder mit 90 Stellplätzen seiner Bauumsetzung immer näher.



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