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Eine Idee mit Herzblut

„Heller Bag“: Jede Tasche ist ein Unikat

BODENWERDER. Mit der Heller Bag produzieren drei junge Frauen in der Gerd-Hahlbrock-Werkstatt der Paritätischen Lebenshilfe in Hameln eine besondere Tasche. Das Leder stammt aus Messemustern von Heller-Leder aus Hehlen. Gewinn soll damit nicht erzielt werden. Die Taschen sind eine Herzensangelegenheit.

veröffentlicht am 03.08.2018 um 18:53 Uhr
aktualisiert am 03.08.2018 um 21:00 Uhr

Trendy, hochwertig und non-profit - die neuen „Heller Bag“.

Autor:

Maike Lina Schaper und Karen Klages
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Schnell rattert die Nähmaschine in der Werkstatt – mit Geschick faltet und näht Franziska Sauer ein Stück Leder in Form, das nach und nach Gestalt annimmt. An der fertigen Tasche prangt schließlich ein gelbes Schildchen – „The Heller Bag“ ist darauf zu lesen. Diese Tasche wird mit viel Mühe in Handarbeit gefertigt – und jede ist ein Unikat. Die Heller-Bags werden in der Gerd-Hahlbrock-Werkstatt der Paritätischen Lebenshilfe in Hameln genäht. Das Leder stammt von Messemustern von Heller-Leder in Hehlen. Gewinn soll damit nicht erzielt werden. Die Taschen sind eine Herzensangelegenheit.

Weil die Muster aus guten Leder-Stücken zu schade zum Entsorgen waren, ist vor einiger Zeit die Idee geboren worden, ihnen einen weiteren Zweck zu geben. Die Taschen irgendwo in Asien fertigen zu lassen und damit Profit einzustreichen, war aber nicht das Ansinnen des Unternehmens. Für den Leder-Produzenten – Heller beliefert unter anderem Porsche – musste auch das Gefühl dazu passen.

Die Gerd-Hahlbrock-Werkstatt ist eine jener Werkstätten der Paritäten, die für Menschen mit Beeinträchtigungen die berufliche Teilhabe am Arbeitsleben sichern. Mit viel Hingabe arbeiten in einer Nähgruppe drei junge Frauen an den Taschen und sind stolz auf ihr Produkt. Franziska Sauer war von Anfang an dabei, dann kamen Ivonne Wüstefeld und Laura Hansch dazu. Das Nähen der Taschen macht ihnen Spaß. „Es wird beim Nähen auch sehr viel gelacht“, erzählt Laura Hansch freudig. 36 bis 42 Stück schaffen die drei in zwei Wochen. Bei den Lederstücken, die sie geliefert bekommen, wissen sie nie, welche Farben sie bekommen, wie dick die Stücke sind oder wie die Maserung aussieht. Gekonnt schneiden, nähen und bearbeiten die drei trotzdem die verschiedensten Stücke. Dabei heraus kommen Taschen, die von Stück zu Stück in Größe und Material variieren, aber jedes Mal etwas Besonderes sind. Katrin Schönke ist die Leiterin der Nähgruppe und stolz auf die drei jungen Frauen: „Sie haben das schnell gelernt und sind mit Hingabe dabei. Ohne die drei könnten wir das hier nicht für Heller machen.“

Hier entstehen die Heller-Bags: Die Arbeit macht Franziska Sauer Spaß. Fot: ms
  • Hier entstehen die Heller-Bags: Die Arbeit macht Franziska Sauer Spaß. Fot: ms
Annette Stephan-Wache mit einer fertigen Tasche. Foto: kk
  • Annette Stephan-Wache mit einer fertigen Tasche. Foto: kk

Von den Heller Bags und ihrer Qualität schwärmen auch Annette Stephan-Wache und die Kunden ihrer Boutique. „Es ist echtes, weiches Leder und tolle Handarbeit.“ Stephan-Wache verkauft seit Mitte Mai die Heller Bag in ihrer Boutique „Annette“ an der Baustraße in Hameln. „Das Projekt passt zu meiner Einstellung, ich finde das gut“, sagt sie. Zu kaufen gibt es die Taschen hier für 39 Euro.

Dass die Taschen irgendwann in einem Laden hängen, sei erst gar nicht geplant gewesen, erzählen Heller-Leder-Geschäftsführer Frank Fiedler und Susanne Zervos, die sich im Unternehmen mit viel Herzblut um das Projekt kümmert. Zuerst waren die Taschen als Geschenk für Kunden des Unternehmens gedacht. Dann interessierten sich auch die Mitarbeiter dafür und nun hängen ein paar von ihnen im Laden.

Das Design der Taschen ist bewusst einfach gehalten. „Ein klassischer ,Turnbeutel‘ aus Leder wird nicht alt, und es können ihn Männer und Frauen mitnehmen“, sagt Fiedler. Bis dato sind ungefähr 740 Heller Bags gefertigt worden. Die Produktion läuft eben nicht auf Bestellung, sondern nach Möglichkeiten.



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