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DLRG-Ortsgruppen im Landkreis Holzminden proben Ernstfall – mit Hindernissen

Gut gelaufen

Bodenwerder. Nieselregen und magere 8 Grad am Weserufer. Nur wenige Passanten hatten sich bei diesem Schmuddelwetter nach draußen gewagt. Einige von ihnen beobachteten zufällig, wie ein Auto in Höhe des Restaurants „Parga“ rückwärts in die Weser rollt. Sofort wählten sie den Notruf.

veröffentlicht am 14.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:21 Uhr

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Die Kooperative Regionalleitstelle Weserbergland (KRL) löste daraufhin um 13.31 Uhr Alarm aus und sofort piepten die Signalempfänger der Wasserretter der DLRG-Ortsgruppe Bodenwerder. Zeitgleich wurde auch die Tauchergruppe der DLRG Holzminden alarmiert. Bereits nach wenigen Minuten trafen die ersten Wasserretter am DLRG-Vereinsheim an der Linser Straße ein.

Nach knapp zehn Minuten waren genügend Frauen und Männer vor Ort, sodass Einsatzleiter Andreas Winter der Leitstelle Einsatzbereitschaft melden konnte. Die beiden DLRG-Boote wurden startklar gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass bei der im Hafen liegenden „Arthur Graupner“ viel Wasser im Boot stand.

Katrin Löneker musste das Wasser zusammen mit Janis Klabunde und Patrick Jonas erst entfernen. „Dies kostete Zeit, aber Safety first“, erklärte die Bootsführerin. Dabei war das Szenario gar nicht echt, sondern eine Übung der DLRG-Ortsgruppen im Landkreis Holzminden.

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Luca Maria Nietsche befördert den Ölsperrenschlauch ins Wasser.

Von nun an ging alles dem vorgegebenen Übungsablauf entsprechend vonstatten. Während nach 25 Minuten der Lastwagen der Tauchgruppe am westlichen Weserufer eintraf, war einer der Taucher bereits vor Ort und versuchte, sich ein Bild von der Lage zu machen. Daniel Mehrlein wohnt in Pegestorf und war deshalb innerhalb weniger Minuten vor Ort.

Während sich die beiden Einsatztaucher Susanne Gerlach und Holger Lüders ihre Tauchausrüstung anlegten, wurde erst einmal eine Ölsperre, bestehend aus fünf zusammen gekuppelten 20 Meter langen B-Schläuchen, ausgelegt. Das DLRG-Team am östlichen Weserufer hatte Luft in die Schläuche gepumpt, damit sie schwammen. Mit dem Motorboot „Heinz Klabunde“ wurde die Schleppleine ans andere Ufer gebracht.

Schnell war den Verantwortlichen allerdings klar, dass nicht nur Muskelkraft erforderlich war, um die Schlauchreihe über die Weser zu ziehen. Auch noch zwei bis drei zusätzliche Schlauchlängen fehlten, um eine optimale Ölsperre über die Weser zu bauen. „Aber genau um solche Erkenntnisse zu erhalten, machen wir ja auch diese Übung“, sagte Andreas Winter.

Stiller Beobachter seit Beginn der Übung war der Ausbildungsleiter der Samtgemeindefeuerwehr, Thomas Schulze. „Eigentlich ist das Anlegen einer Ölsperre ja Sache der Feuerwehr“, erklärt Winter. „Wir wollten aber wissen, was auf unsere Bootsführer zukommt und wo es Probleme gibt.“

Weiter in der Übungslage: Da unklar war, wo genau das Auto versunken ist und durch die Strömung abgetrieben wurde, suchte neben den zwei DLRG-Booten aus Bodenwerder auch das Holzmindener Taucherbegleitboot den Wesergrund nach dem Fahrzeug ab. „Im Normalfall würde man bei dem jetzigen Wasserstand ein versunkenes Auto aber an dem Strudelverhalten des Wassers erkennen können“, sagte der Taucheinsatzleiter Holger Lüders. Seit 25 Jahren ist der 45-jährige Taucher und seit 1992 auch Tauchausbilder.

Dann stieg die Einsatztaucherin Susanne Gerlach in das trübe Wasser. Mit einer Leine gesichert durch Leinenführer Daniel Mehrlein, suchte sie den Wesergrund ab.

Auch die Bodenwerderaner DLRG-Mitglieder bekamen gleich eine grundsätzliche Einweisung als Leinenführer. Ein Fahrzeug hatte Susanne Gerlach bei ihren vier Tauchgängen zwar nicht finden können, wohl aber immerhin eine Radkappe.

„Alles in allem ist die Übung gut abgelaufen“, war dann auch das Resümee aller Beteiligten bei der Schlussbesprechung. Kleine Probleme, wie ein im Weg stehender Bootstrailer oder mit den Rufnamen im Funkverkehr wolle man optimieren. bor



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