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Umweltempfang mit Promis

Grüne reden über Europa und die Gülle

OTTENSTEIN. Eiscafétorte, gedeckter Apfelkuchen und Zitronenkuchen – die Kreistagsfraktion der Holzmindener Grünen ließ es sich selbst und ihren Gästen am Samstag in Kiels Sonnengarten in Ottenstein bei ihrem Umweltempfang gut gehen. Dabei hatten sie gewichtige Themen aufzufahren:

veröffentlicht am 14.04.2019 um 16:53 Uhr

Melanie Hütte und der Parfümeur Karl-Heinz Bork (stehend) aus Deensen im Gespräch mit Christian Meyer, Hans-Joachim Janssen (re.) und Gerd Henke, dem Kreisvorsitzenden der Grünen. Foto: wft
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Es ging um die Wahl zum Europäischen Parlament, das nitratbelastete Grundwasser in Niedersachsen, den Gülle-Tourismus und auch noch die bevorstehende Wahl eines neuen Landrates oder einer neuen Landrätin. Denn für die Grünen, die SPD und die UWG kandidiert die parteilose Margrit Behrens-Globisch, ehemalige Dezernentin der Stadt Holzminden und derzeitige Justiziarin der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, die sich im Hofcafé kurz vorstellte. Sie wäre die erste Landrätin jüdischen Glaubens in Deutschland.

Wenn sich die Grünen aufs Land begeben, fühlen sie sich ganz in ihrem Element, zumal sie mit Christian Meyer auch noch Niedersachsens Ex-Landwirtschaftsminister in ihren Reihen haben und Grünen-Landeschef Hans-Joachim Janssen es sich nicht nehmen ließ, den Empfang mit seiner Anwesenheit zu adeln..

Nun hieße es Eulen nach Athen zu tragen, wenn die Grünen im engsten Kreis ihr eigenes Wahlprogramm ausbreiten würden. Da wird lieber die Gunst der Stunde genutzt, den politischen Gegner anzugehen und klarzumachen, was alles falsch läuft in der Republik und wer als die wirklichen Gegner ausgemacht werden. Die AfD ist da an erster Stelle zu nennen, dazu noch der FDP-Landwirt Hermann Grupe, die Zusammenarbeit von CDU, FDP und AfD im Holzmindener Kreistag und die neue Landwirtschaftspolitik der hannoverschen Koalitionsregierung.

Viel Lob schüttet Janssen über die Arbeit der EU aus. Für ihn steht so kurz vor den Wahlen zum Europäischen Parlament Europa im Fokus. „Ich will für Europa werben“, betont er, „weil Europa sehr viel Gutes für uns schafft.“ Kostenfreies Rooming im Ausland führt er als Beispiel an, Verkehr ohne Grenzen, freie Wahl des Arbeitsplatzes und des Wohnortes. Verbraucherrechte habe die EU geschaffen, sie stehe für die Einhaltung der Menschenrechte, eine unabhängige Justiz und eine freie Presse. Sie sorge für Naturschutz und Artenvielfalt, brauche aber auch einen leistungsfähigen Haushalt, um mehr sozial-ökologische Förderprogramme auflegen zu können. Was dem Grünen ganz wichtig ist: eine Umschichtung des Agrarhaushaltes mit der Abkehr von Direktzahlungen an die Landwirte als leistungslose Einkommen, dafür die Förderung gezielter ökologischer Maßnahmen.

Und dann ging es auch noch um Massentierhaltung und Gülle im Landkreis. Kein gutes Haar ließen mehrere Gäste des Empfangs an der Verwaltung des Landkreises, weil es zur Ansiedlung eines großen Schweinemaststalles in Deensen gekommen sei, dem die rechtlichen Grundlagen fehlten und „wir in Glesse den Gestank nur noch wegschnuppern können“, wie Henning Niedbrauk – kein Grüner – lautstark beklagte.



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