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Formationen wünschen sich mehr Mitglieder

Gospelchöre klagen über Männernot

BODENWERDER/HAMELN/ HÖXTER. Sie sind temperamentvoll und animieren zum Mitsingen. Gospelchöre entwickeln sich zu einer beliebten Alternative zu den klassischen Kirchenchören. Allerdings scheint nicht jeder Gospelchor im Weserbergland zu wachsen. So sucht der Bremker-Chor „Voices of Freedom“ momentan nach Sopran- und Männerstimmen.

veröffentlicht am 22.08.2017 um 15:03 Uhr
aktualisiert am 22.08.2017 um 20:00 Uhr

Die „Voices of Freedom“ proben unter Chorleiter Kai Schramm in Bremke. Foto: wfx
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Robin Mai Reporter
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Der Chor musste jüngst einen Aderlass hinnehmen: Eine Handvoll Männer kehrte ihm aus beruflichen Gründen den Rücken. „Es ist allgemein nicht einfach, Männer fürs Singen zu begeistern“, sagt Kai Schramm, Leiter des Gospelchors in Bremke. Man(n) solle es einfach mal versuchen, wünscht er sich.

Denn: „Eigentlich kann jeder singen“, betont Schramm. Keiner der Sänger habe Unterricht genommen, bevor er in den Chor eingetreten ist. Trotzdem nehme man inzwischen auch an Workshops teil, um sich weiterzuentwickeln. Aktuell besteht der Chor aus 28 Aktiven.

Der Gospelkurs Salt‘n‘Light aus Hameln zeigt sich hingegen zufrieden. „Wir kommen nicht nur zum Singen zusammen, sondern um eine Gruppe zu sein“, erzählt Vorsitzende Mirjam Risse. Dem Chor gehören derzeit 70 Mitglieder an. Mit zehn Männern ist das starke Geschlecht deutlich in der Unterzahl. Nach eigenen Angaben hat der Chor eher einen Zuwachs an Mitgliedern als einen Abgang. „Das liegt auch daran, dass Hameln um einiges zentraler liegt als beispielsweise Bremke“, so Risse.

Die Vorsitzende hat auch eine Erklärung, warum Gospelchöre beliebter als Kirchenchöre sind: „Beim Gospel kann man sich gehen lassen, wie man ist.“ Dazu gehöre es, ausgelassen zu klatschen und zu singen, also ein „Partyphänomen“. Eine zündende Idee wie männliche Chorsänger zu finden sind, hat Risse aber auch nicht. „Eine Zeit lang musste mal jede Frau einen Mann zu den Proben mitnehmen“, erzählt die Sängerin. Langfristig funktioniert habe das aber nicht.

„Männliche Chor-Mitglieder zu finden ist immer schwer“, weiß auch Rainer Löhr. Er ist Chormanager des Gospelchors „Living Voices.“ Diese Formation stammt aus Höxter; die Mitglieder stammen aus insgesamt 18 Ortschaften. „Das Einzugsgebiet reicht von Brakel bis Holzminden und von Beverungen bis Bodenwerder“, heißt es im Internetauftritt des Chors. So kommen die Living Voices auf 78 aktive Sänger, obwohl Höxter im Vergleich zu Städten wie Hameln eher klein ist. „Die Leute erfahren von unserem Chor durch Mund-zu-Mund-Propaganda“, sagt Löhr. Ihren Erfolg begründet Löhr damit, dass es den Chor schon seit zwölf Jahren gibt.



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