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Manfred Exner formt Omas Silberbesteck zu Armreifen, Ringen, Ketten und Anhängern um

Glänzend hingebogen

BODENWERDER. Das Tafelsilber zu verscherbeln, muss ja nicht unbedingt immer ein Armutszeugnis bedeuten – es kann sich durchaus auch als Zierde entpuppen. Einer, der das buchstäblich glänzend hinbiegt, ist Manfred Exner aus Golmbach: Omas Silberbesteck formt er zu hübschen Armreifen, Ringen, Ketten und Anhängern um. Alles Unikate, die der 62-Jährige in feiner Handarbeit in der heimischen Werkstatt herstellt.

veröffentlicht am 30.06.2017 um 16:21 Uhr

Annegret Exner mit einem Armreif der einst ein Esslöffel war, der Ring wurde aus einem Löffel geformt, dier Schmuck wurde aus aus zwei Gabeln hergestellt. Foto: exner/pr
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Alda Maria Grüter Reporterin
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Damit sich Messer, Gabel, Löffel, Tortenheber und andere Besteckteile aus Silber in ein edles Schmuckstück verwandeln, seien pro Exemplar mehrere Stunden und viele Arbeitsschritte notwendig. Da wird geflext, gebogen, gehämmert und gelötet, erhitzt werden die Besteckteile aber nicht. Sondern kalt geschmiedet, um sie nicht zu beschädigen, erläutert Manfred Exner. „Mit einer herkömmlichen Zange mal eben einen Armreifen biegen, das funktioniert nicht. Man braucht spezielle Maschinen und Werkzeuge.“ Natürlich gehe auch mal etwas kaputt, sagt Ehefrau Annegret: „Das höre ich dann, wenn mein Mann in seiner Werkstatt unten im Keller laut schimpft.“

Was man noch brauche: viel Phantasie, Kreativität, eine gute Portion Feingefühl und Erfahrung in der Bearbeitung des Materials. „Aber auch Muskelkraft – ich hab´s versucht, schaffe es aber nicht“, sagt die 59-Jährige. So beschränkt sich der ihrige und der Part von Tochter Laura, 34, darauf, die Ware an den Kunden zu bringen. „Mein Mann stellt den Schmuck her, meine Tochter bietet sie in ihrem Blumenladen in Holzminden an und ich verkaufe sie auf Ausstellungen, so wie jetzt am Wochenende in Bodenwerder.“ Interessierte Kunden können auf dem Kunst- und Kreativmarkt ein Schmuckstück erwerben, außerdem ihr eigenes mitbringen und besprechen, was sich daraus formen lasse. Zugegeben, auf die Idee mit dem Silberbesteck sind schon andere gekommen.

Dennoch: Der Schmuck aus der Exner-Werkstatt komme gut an, sagt der Besteck-Künstler, der sich seit sechs Jahren intensiv dem Hobby widmet. Dass es mal so weit kommen würde, das stand für ihn allerdings bereits vor mehr als 40 Jahren fest: Damals, als die Familie auf einem Campingplatz auf Fehmarn den Urlaub verbrachte. Da war dieser Bernsteinschleifer, der aus Besteck ausgefallenen Schmuck kreierte… ein Anblick, der Manfred Exner nicht mehr losließ.

In seinem Kopf blitzte sofort ein Gedanke auf: Wenn er, der Gummiwerker, der einst Boote baute, sich als Rentner die Zeit vertreiben wolle, dann sollte es mit diesem schmucken Hobby sein.



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