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Kreisausschuss entscheidet heute über die Elternbefragung zur Einrichtung am Standort Bodenwerder

Gesamtschule: „Es wird keine Ausnahme geben“

Bodenwerder (bs). „Jetzt haben wir diese Kuh vom Eis gebracht“, lehnt sich Eckhard Jungk zurück. Der Vorsitzende des Kreisschulausschusses hat gerade das Abstimmungsergebnis genannt. Einstimmig votiert der Fachausschuss dafür, bis spätestens zum 19. Juni eine kreisweite Elternbefragung durchführen, um zu ermitteln, ob Interesse an der Errichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Bodenwerder besteht.

veröffentlicht am 03.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:41 Uhr

Steht heute im Mittelpunkt des Kreisausschusses: das Schulzentru
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Die Hürden sind hoch

Der Beschluss des Schulausschusses hat nur empfehlenden Charakter. Der Kreisausschuss, der nichtöffentlich tagt, hat am heutigen Montag das letzte Wort.

Seit Monaten schlagen die Wogen hoch: Vehement fordert eine Elterninitiative die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule in Bodenwerder. Inzwischen hat die Verwaltung Gespräche mit Landesschulbehörde und Kultusministerium geführt, hat erfahren, dass, so Schulamtsleiter Hermann Schütte, „die Mindestzügigkeiten einzuhalten sind. Es wird für den ländlichen Raum und für den Landkreis Holzminden keine Ausnahmen geben“.

Die Hürden für die Einrichtung einer Gesamtschule aber sind hoch. 14 Jahre lang müssen die Mindestschülerzahlen garantiert werden. Und die liegen bei einer Integrierten Gesamtschule bei 130 Schülern pro Jahrgang und bei einer Kooperativen Gesamtschule (KGS) neuerdings bei einer Mindestschülerzahl von 135 pro Jahrgang. „Deshalb schlägt die Verwaltung vor, die Befragung auf die IGS auszurichten“, so Schütte. Der Status Ganztagsschule muss gesondert beantragt werden, „das geht nicht automatisch“ und auch die gymnasiale Oberstufe wird nicht von Anfang an mit genehmigt. Das Ministerium spreche keine Garantien für den Bestand anderer Schulen aus.

Und selbst wenn andere Schulen geschlossen würden „ist Holzminden in zumutbarer Entfernung von allen Standorten aus zu erreichen“. Genau aus der Befürchtung heraus, dass die Integrierte Gesamtschule in Bodenwerder Schulzentren vor allem in Eschershausen das Wasser abgräbt, sorgt für Diskussionen auch im Schulausschuss.

Samtgemeindebürgermeister Friedel Mönkemeyer aus Eschershausen: „Es geht nicht nur um die Schüler, es geht auch um die Raumordnung“. Er fordert „gleichwertige Lebensbedingungen“ und stößt damit auf Verständnis.

„Wir führen die Diskussion zu einem deutlich verfrühten Zeitpunkt“, mahnt die zuständige Dezernentin Anja Krause. „Wir wollen die Eltern befragen, um festzustellen, ob es überhaupt einen Bedarf gibt“, betont sie. „Die Eltern warten darauf, dass sie befragt werden.“ Landrat Walter Waske appelliert „eindringlich“ an die Ausschussmitglieder, warnt vor einer „nach hinten gerichteten Diskussion“ und wünscht sich, dass die Verwaltung so schnell wie möglich beauftragt wird, den Elternwillen festzustellen. „Möglicherweise gelingt es uns nicht, die erforderlichen Schülerzahlen überhaupt zu erreichen.“

Die Fragebögen werden – wenn der Kreisausschuss heute zustimmt – per Post an die rund 2700 Eltern, die Kinder im letzten Kindergartenjahr beziehungsweise im 1. bis 3. Schuljahr haben, verschickt und sollen schnellstmöglich zurückgesandt werden.



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