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Fördermittel für die Dachsanierung der Gertrudis-Kapelle bewilligt

Gertrudis-Kapelle – einen Schritt weiter

BODENWERDER. Dem Sturmtief „Friederike“ hat das Dach der Gertrudis-Kapelle, das dringend sanierungsbedürftig ist, standhaft getrotzt. Keine Sandsteinplatte hat sich gelöst und ist am Boden zerschellt, obwohl der Wind kräftig durch die beiden offenen Luken an den Giebelseiten gepfiffen hat.

veröffentlicht am 22.01.2018 um 17:19 Uhr
aktualisiert am 22.01.2018 um 18:40 Uhr

Die Feuchtigkeit sitzt sichtbar in der Wand. Foto: kb
Beißner

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Karin Beißner Reporterin
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Eine Beruhigung für die Stadt, die für das denkmalgeschützte Gebäude und die damit verbundene Verkehrssicherungspflicht zuständig ist. Das Dach der Gertrudis-Kapelle ist in einem noch schlechteren Erhaltungszustand als es die Dächer der Brennerei und des Rathauses vor der Sanierung waren (wir berichteten). Schon zu Beginn des letzten Jahres wurden im Rat die Weichen für die Erneuerung gestellt und die Gelder für die Neueindeckung wurden bereits im Haushaltsjahr 2017 veranschlagt und Fördergelder beantragt.

Inzwischen liegt der Förderbescheid vom Amt für Regionale Landesentwicklung vor. „Von den veranschlagten rund 120 000 Euro Gesamtkosten werden etwa 60 000 Euro aus dem Förderprogramm ZILE, einem Programm zur „Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung“ bezuschusst“, erklärt Fachbereichsleiter Thomas Steffe. Genau beträgt der Fördersatz 53 Prozent. Zustande kommt die Zahl durch bestimmte Wertungskriterien in Bezug auf die Denkmal- und Kulturpflege, die erfüllt sein mussten. In den zuständigen Gremien der Stadt werden nun kurzfristig Beratungen stattfinden, in denen Entscheidungen zu treffen sind, wann und wie die Sanierung erfolgen soll. „Nach erfolgter Ausschreibung hoffen wir, dass die Neueindeckung noch im ersten Halbjahr in Angriff genommen werden kann“, meint Steffe.

Wer den Boden des 600 Jahre alten Gebäudes betritt sieht, dass schon mehrfach Öffnungen, die sich durch das Verschieben von Sandsteinplatten ergeben haben, mit Blech geschlossen wurden. Aber neue Löcher sind auszumachen, die Licht von draußen hereinlassen. Plastikeimer sollen den Regen auffangen, doch die Nässe ist auch in den wohl vor vielen Jahren zur Wärmedämmung mit Teppichen ausgelegten Fußboden gedrungen. Im Gebäude ist an einigen Stellen zu sehen, dass sich die Feuchtigkeit schon einen Weg ins Mauerwerk gesucht und Spuren hinterlassen hat. Darüber, dass im Zuge der Dachsanierung die Bausubstanz geprüft werden muss, ist sich die Stadt im Klaren. Seit einem Jahr ist die Gertrudis-Kapelle jetzt unbewohnt und leer. Einige Bilder, und Farben erinnern an Freddy Göbbels, den letzten Bewohner, der aus gesundheitlichen Gründen dort nicht weiter wohnen konnte. Er hatte sich um den Zustand des Gebäudes gekümmert und letztendlich auch die Stadt auf den maroden Zustand des Daches aufmerksam gemacht.

uf dem Dachboden der Gertrudis-Kapelle sollen Plastikeimer den Regen auffangen. Foto: kb
  • uf dem Dachboden der Gertrudis-Kapelle sollen Plastikeimer den Regen auffangen. Foto: kb

Jetzt wartet das Kulturgut auf eine neue Nutzung. Sobald die Neueindeckung des Daches erfolgt ist, soll in die ehemalige Kapelle wieder Leben einziehen. Es gibt, so Samtgemeindebürgermeisterin Tanya Warnecke, zwei Interessenten, die das Gebäude nutzen möchten und mit denen Gespräche erfolgt sind. Einer der beiden ist der Künstler Rudolf Draheim, der die Superintendentur gekauft hat, diese für Kunst- und Kulturzwecke nutzen möchte und sich vorstellen kann, auch das ehemalige Gotteshaus mit einzubeziehen. „Beide Interessenten möchten hier etwas Schönes, Kulturelles, passend zum Ambiente gestalten“, erklärt Tanya Warnecke. Zusammen mit dem Münchhausen-Gutshof und dem Münchhausen-Museum würde hier dann ein kulturelles Zentrum entstehen, das für Bodenwerder-Touristen ein Anziehungspunkt werden könnte.



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