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Nicht überall in der Samtgemeinde darf zum Jahreswechsel geknallt werden / Vor eigener Tür fegen

„Genussfeuerwerk“ und kleine Glücksbringer

von edda dreyer

veröffentlicht am 31.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:41 Uhr

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Bodenwerder. Tischfeuerwerk, Knallteufel, kleine Raketen und Kinderknaller sucht Holger Eilers zusammen mit seinen drei Kindern aus. „Ich achte darauf, dass es sich um TÜV-zugelassene Artikel handelt und diese ungefährlich für uns alle sind“, so der Familienvater aus Hohe. Die ganze Familie feiert heute Abend zusammen mit weiteren sechs Paaren und Kindern in der alten Schule im Ort. Und damit liegen die Hoher voll im Trend. In vielen Vereinsheimen oder größeren Räumlichkeiten wird der Jahreswechsel gefeiert. „Wir haben die Räumlichkeiten vom Heimat- und Kulturverein gemietet“, erläutert Eilers. Erwachsene und Kinder verbringen so gemeinsam einen schönen Jahreswechsel – war sich Holger Eilers schon am vergangenen Freitag sicher. Langeweile kommt für die Kinder ganz sicher nicht auf, denn das Gelände rund um das ehemalige Schulgebäude bietet viel Möglichkeiten zum Spielen – und gemeinsam mit den Eltern soll dann auch traditionell Blei gegossen werden.

Von „Genussfeuerwerk mit tollen Farb- und Leuchteffekten“ spricht Christof Mosler, Marktleiter des Raiffeisenmarktes in Kemnade. „Das ist eigentlich schon seit einigen Jahren Trend“, so Mosler, der weiß, zu welchen Artikeln seine Kunden greifen. Gleich am ersten Tag seien viele Großväter mit den Enkeln gekommen, um Feuerwerksartikel zu kaufen – die Kinder bevorzugen allerdings laute Knaller, so Mosler. „Für die Kinder und Jugendlichen muss es ballern.“ Umso wichtiger ist es, dass beim Einkauf auf das CE-Zeichen mit einer spezifischen Registriernummer geachtet wird, denn diese Artikel sind TÜV-geprüft.

Feuerwerk gehört zum Jahreswechsel für viele Menschen traditionell dazu. Geht es dem einen um die Tradition, das neue Jahr mit lauten und Funken sprühenden Kanonenschlägen zu begrüßen, so gibt es andere, die eine Rakete gedanklich für jedes Familienmitglied in den Himmel schicken – verbunden mit dem Wunsch für ein gesundes neues Jahr. Bei all diesen Aktionen sollte die Sicherheit für Mensch, Tier und Gebäude an allererster Stelle stehen. Damit das Knallen zum Jahreswechsel unproblematisch verläuft, kein Einsatz von Ärzten, Polizeibeamten und Feuerwehrkräften nötig wird, gibt es besondere Regeln und Verbote.

„In der Nähe von Krankenhäusern, Altenheimen und Kirchen ist das Zünden von Feuerwerkskörpern verboten“, so Ordnungsamtsleiter Udo Krause von der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle. Verschärft wurde diese Verordnung im Oktober 2009 mit dem Zusatz: In der Nähe von Fachwerk- und Reetdachhäusern ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern generell verboten. Daraus ergibt sich für die Samtgemeinde automatisch, dass in vielen Bereichen kein Feuerwerk abgebrannt werden darf. „Wir haben zwar keine Reetdachhäuser, dafür aber reichlich eng aneinander stehende Fachwerkhäuser“, so der Ordnungsamtsleiter. Er betont, dass nicht nur die engen Straßen in der Münchhausenstadt davon betroffen sind, sondern für viele Gemeinden der Samtgemeinde dieses Gesetz ebenfalls greift.

„Wer gegen dieses Gesetz vorsätzlich oder fahrlässig verstößt, muss mit einer Ordnungs- oder Geldbuße rechnen“, betont Udo Krause. Selbstverständlich sollte es sein, Rücksicht auf ältere Mitbürger zu nehmen – wie auch am Neujahrsmorgen vor der eigenen Haustür zu fegen, um Reste der nächtlichen Knallerei zu entsorgen. Beamte der Polizeistation Bodenwerder sind die ganze Nacht im Einsatz um die Einhaltung dieses Gesetzes zu kontrollieren – und auch, um Alkoholkontrollen durchzuführen.

Sicherlich wird in manchen Haushalten auch „rund um den Tannenbaum getanzt“ – denn dieser steht ja traditionell mindestens bis zum 6. Januar in den Wohnungen. „Aber einen ersten Frühlingsgruß holen sich die Menschen jetzt auch schon sehr gerne ins Haus“, sagt Heike Greve. Die Filialleiterin der Gärtnerei Sporleder in Hehlen bietet vorgezogene blühende Tulpen und bunte Primeln an. Gerne greifen die Kunden derzeit zu den Töpfen mit dem Glücksklee – verziert dem einem Schornsteinfeger oder einem kleinen Schweinchen.

Und wer ins neue Jahr hineintanzen möchte, der hat im Gasthaus Mittendorf dazu die Möglichkeit. Karten für den Silvesterball mit der Liveband „Ambers-Delight“ können heute noch telefonisch bestellt werden. „Alle Stühle sind mit weißen Hussen verziert und unsere wunderschöne Dekoration erinnert an eine russische Winterreise“, verrät Stefan Mittendorf.



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