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In den nächsten Tagen wird Bescheid über Fördergeld erwartet

Geht es jetzt mit der Promenade weiter?

BODENWERDER. An Bodenwerders Weserpromenade könnte sich bald etwas tun. Die Samtgemeinde hofft auf Fördermittel in Höhe von 300 000 Euro, die Bürgermeister Joachim Lienig gerne in die Modernisierung stecken möchte. Der Zuwendungsbescheid soll in diesen Tagen eintreffen. Über die Verwendung muss die Politik entscheiden.

veröffentlicht am 15.06.2016 um 18:39 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:23 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Von Rinteln bis Holzminden ist das Thema „Weserpromenade“ seit Jahren ein Dauerbrenner. Nachdem vielerorts in den Städten rechts und links der Weser die Lage am Fluss als Naherholungsgebiet und Tourismus-Magnet vernachlässigt wurde, will man sich nun zum Hausfluss hin öffnen und mit den Pfunden wuchern: Standregionen mit Liege- und Strandkorbplätzen sollen entstehen. Von Ufer-Gastronomie ist die Rede. Die Weser soll Eventcharakter bekommen.

Kilometerlang zieht sich Bodenwerders Weserpromenade zwischen dem Fluss und der historischen Altstadt hin. Und sie hat sich über die Jahre den Ruf erworben, die schönste Anlage ihrer Art an der Oberweser zu sein. Eine Anlage jedoch, die sichtbar in die Jahre gekommen ist und nach einer grundlegenden Sanierung schreit. Ein Ruf, der aber wegen fehlender Mittel bereits seit Jahren unerhört verhallt. Das könnte sich nun in den kommenden Tagen endlich ändern: Denn „Mitte Juni“, so kündigt Thomas Steffe vom Fachbereich Bau- und Ordnungswesen an, hofft man in Bodenwerders Rathaus auf das Eintreffen des Zuwendungsbescheids. Damit könnten die angekündigten Fördermittel von Bund und Land aus dem Fördertopf „Kleinere Städte und Gemeinden“endlich fließen. Insgesamt 1,6 Millionen Euro aus diesem von den Kommunen in gleicher Höhe gegenzufinanzierenden Fördertopf sollen in den Landkreis Holzminden fließen. 300 000 Euro davon erhält die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle. Wie das Geld verwendet wird, entscheidet demnächst die Politik. Samtgemeindebürgermeister Joachim Lienig hat bereits empfohlen, mit dem Geld die Weserpromenade zu modernisieren. Gelder für die Gegenfinanzierung hat die Stadt Bodenwerder bereits seit Jahren trotz knappe Finanzlage in sechsstelliger Höhe in den Haushalt eingestellt. Daneben hat aber auch schon Kirchbrak Bedarf an Fördermitteln für die Sanierung seiner Mehrzweckhalle angekündigt. Verschiedene Vorstellungen für die künftige Gestaltung der Weserpromenade wurden in Bodenwerder in der vergangenen Zeit bereits vorgestellt. Planungen mit der unterschiedlichsten Zielsetzung: Als Anfang 2014 das Hildesheimer Ingenieurbüro Treuberg&Hinst eine Rundum-Erneuerung der Weserpromenade von Bodenwerder vom „Goldenen Anker“ bis hin zum Werfthof im Rat vorstellte, waren das kaum mehr als Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen.

Event-Promenade oder Ruhezone?

Wie anders erschienen da die Event-Uferkonzepte, die gegen Ende 2014 dem Bauausschuss von einem Bürgerarbeitskreis vorgestellt worden waren. Neben einer schwimmenden Weserbühne mit einer Tribüne an der Flussböschung war ein begehbarer Weserturm neben dem Toilettenhaus an der alten Weser-Bastion angedacht. Im Bereich des Schiffsanlegers sollten in Sichtweite der Wesergastronomie zwei Spielschiffe für Kinder in den Rasen eingelassen werden. Ein Kneipp-Becken tauchte ebenso auf wie ein Bade- und Ruhebereich mit Liegestühlen, eine Ganzjahres-Kunsteisbahn oder sogar vermietbaren Standkörbe. Selbst eine Seilbahn von der Weserpromenade über die Weser zur Königszinne wurde in einer Bürgerversammlung zur Zukunft der Münchhausenstadt bereits als Möglichkeit von Bodenwerderanern angedacht.

Schon beim Promenadenplan, den das Planungsbüro Flaspöhler anschließend im Vorjahr im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes ausgearbeitet hatte, war vom Eventcharakter der Promenade aber nur noch wenig übriggeblieben. Auf Nachfrage erklärte das Stadtdirektor Joachim Lienig damit, dass Bodenwerder bei der Gestaltung der Promenade auf seinen Erholungsort-Status zu achten habe. Da sei das Weserufer eben als Ruhezone und nicht als Rämmi-Dämmi-Freizeitland zu gestalten. Doch wie soll es aussehen, das Konzept für Bodenwerders neue Weserpromenade, wenn nun die Fördermittel geflossen sind? Thomas Steffe vom Fachbereich Bau- und Ordnungswesen betont, dass hierüber noch gar keine politische Entscheidung getroffen ist: „Erst wann das Geld da ist, soll das Thema weiter verfolgt werden“, erklärt Bodenwerders Bauplaner. Erst wenn dann der finanziell machbare Rahmen abzuschätzen sei, müsse man sich die einzelnen Bereiche der Promenade noch einmal ansehen, um zu entscheiden, was überhaupt möglich ist, so Steffe. Und dann würden demnächst die politischen Entscheidungen nötig. Die bisherigen Konzepte hatte übrigens von finanzieller Seite her eine bemerkenswerte Bandbreite: Sie schwankten von der preiswerten Schlicht-Version einer nur aufgehübschten Promenade für 500 000 Euro bis hin zur von Bürgern vorgeschlagenen Weser-Eventmeile mit attraktivem Lichtkonzept für schätzungsweise 1,4 Millionen Euro. Jetzt hat die Politik das Wort.



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