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Frau Emmi und Herr Willnowsky im Ottensteiner Café Hahn

Freche Zoten und derbe Späße

Ottenstein. Derbe Späße, giftige Bemerkungen und keinesfalls politisch korrekt, so lässt sich das Programm von Frau Emmi und Herrn Willnowsky im Ottensteiner Café Hahn am besten beschreiben.

veröffentlicht am 19.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 10:41 Uhr

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Autor:

Inken Philippi
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Frau Emmi, eine alte, abgehalfterte und erfolglose Sängerin, tingelt mit ihrem russischen Pianisten und Ehemann Valentin Willnowsky durch die Welt. Als berufliche Zweckgemeinschaft verbindet die beiden das Bestreben, dem anderen eins auszuwischen, und das unter der Gürtellinie.

Stets ihr Gebiss richtend, lispelt sich Emmi durchs Programm. Willnowskys musikalische Begleitung fällt dazu mitunter eigenwillig aus. Das sorgt für Zündstoff und die beiden lassen sich nicht lumpen, was freche Zoten und frivole Anspielungen angeht. Niveau ist nicht gefragt, und während sich Willnowsky über Emmis nicht vorhandene Kompetenz in Sachen Sex auslässt, ist sie bemüht, gesanglich zu brillieren.

Christoph Dompke (Emmi) und Christian Willner (Willnowsky) arbeiten seit 1996 zusammen und sind deutschlandweit zum Beispiel aus dem Quatsch Comedy-Club bekannt. Zu Hause sind sie im Schmidt-Theater auf der Hamburger Reeperbahn.

„Die meisten Frauen drücken ihr Leben lang ein Auge zu – aber nur, um am Ende damit zu zielen“, belehrt Emmi sowohl den Gatten als auch ihr Publikum. Die Gäste im Hahn waren hingerissen. Egal, ob Emmi ihre Beerdigung probt, „damit man sichergeht, dass alles würdevoll abläuft“, oder den „sozialkritischen Protestchanson „Johanna“ über das Leben einer Henne in der Legebatterie“ zum Besten gibt, das Publikum riss es fast von den Stühlen. Angriffslustig und schlagfertig werden sie mit Zurufen aus dem Saal fertig. Sie wollen herausgefordert werden und auch der überraschende Besuch von Bürgermeister Manfred „Mucki“ Weiner auf der Bühne verlieh dem Programm noch mehr Fahrt. Kein Wunder also, dass die Künstler erst nach der vierten Zugabe die Bühne verlassen durften.

Frau Emmi und Herr Willnowsky streiten sich im Hahn.

Foto: phi

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