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Tieren ersticken und treiben tot am Grund / Es ist der vierte Unfall innerhalb von vier Jahren

Fischsterben im Spüligbach nach Gülleunfall

Bodenwerder (ul). Nachdem am Freitag rund 30 000 Liter Gülle aus der Biogasanlage Dohnsen in den Spüligbach ausgelaufen sind, ist ein großes Fischsterben eingetreten. Das berichtet der Pächter der Fischereirechte von Spüligbach und Lenne, Helge Mundt.

veröffentlicht am 27.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:21 Uhr

Eine tote Forelle am Unterlauf der Lenne dokumentiert den Schade
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Er war sowohl am Freitagabend als auch am Samstag und Sonntag an den beiden Wasserläufen und musste mit Bedauern feststellen, dass die Gülle und das darin enthaltene Substrat den von ihm ausgesetzten Forellen keine Chance zum Überleben ließen. Sie erstickten jämmerlich und lagen tot am Boden der Flussläufe. Auch tote Aale trieben im Spüligbach. Auch im Unterlauf der Lenne, die in die Weser mündet, trieben tote Barben, Forellen und andere Fischarten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Mundt, der die Fischereipachtrechte seit 1949 an diesen beiden Flüssen hat, ein Fischsterben mitverfolgen muss. „Bereits zum vierten Mal muss ich das innerhalb der letzten vier Jahre erleben“, berichtet Helge Mundt.

Dabei geht es ihm weniger um den Schadensausgleich in Höhe von 4000 Euro. „Da werde ich mit dem Betreiber der Biogasanlage schon einig, das war auch bei dem ersten Unfall der Fall.“ Die beiden anderen Fischesterben wurden nicht von der Biogasanlage ausgelöst. An die Öffentlichkeit wendet sich Mundt vielmehr, um die Anlieger an den beiden Flussläufen für das Thema Flussreinheit zu sensibilisieren. „Immer wieder gibt es Anlieger, die ihre Eimer mit Reststoffen in den Flüssen reinigen, das schadet den Fischen und der Pflanzen- und Tierwelt in den Bächen.“

Eine tote Barbe am Sonntagmittag am Unterlauf der Lenne.
  • Eine tote Barbe am Sonntagmittag am Unterlauf der Lenne.

Neue Forellen wird er erst im Herbst wieder aussetzen können, wenn sich Flora und Fauna in den Bächen von der Belastung befreit haben.

Sowohl die Polizei als auch die Untere Wasserschutzbehörde haben bereits am Freitagabend den Schaden vor Ort aufgenommen. Die Polizei war auch am Samstag und Sonntag vor Ort und dokumentierte das Fischsterben, wie Mundt berichtet. „Für mich ist es wichtig, dass die Polizei den von mir bereits am Freitag befürchteten Schaden dokumentiert.“

Denn jetzt werden genaue Berechnungen angestellt, in welchem Ausmaß der Fluss vergiftet wurde, wie hoch der Fangausfall ist und wie lange die Fangausfallzeit durch Algenbildung dauert.

Nach Auskunft von Sachbearbeiter Carsten Krüger von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Holzminden waren gestern Fachdienstleiter Ralph Schwekendiek und Techniker Sven Henze vor Ort und sahen sich den Schaden an.

Unfall ereignete sich am Freitag

Dabei sprachen sie mit dem Betreiber der Biogasanlage in Dohnsen, Martin Krekeler. Wie Krekeler bestätigt, ging es in dem Gespräch um die künftige Vermeidung von Gülleabfluss in den Spüligbach. „Ich werde eine Umwallung mit Erdmaterial machen, wir bauen eine Fahrstrecke zum Silo, und mit dem Erdmaterial kann die Umwallung errichtet werden.“ Eine Wanne unter die gesamte Biogasanlage jetzt im Nachhinein noch zu installieren, hält er nicht für möglich. Dazu gibt es auch keine Auflagen bei der Baugenehmigung seitens des Kreises. Auf den Lagerplätzen wird das Niederschlagswasser allerdings aufgefangen und der Anlage zurückgeführt.

Bei Unfällen wie diesen sind „die Wallböden zur Teilaufnahme fähig“, bestätigt Krüger. „Was gefordert werden kann, ist ein Wall um das Gelände“, meint er.

Aus einem Gärbehälter an der Biogasanlage in Dohnsen waren am Freitagabend kurz vor 19.30 Uhr nach einem technischen Defekt 30 000 Liter Gülle bis in den Spüligbach ausgelaufen (wir berichteten).

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