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Beschaffungsstau bei den Brandschützern / Aktive mussten in 2016 zu 122 Einsätzen ausrücken

Feuerwehr mit „Schätzchen“ unterwegs

BODENWERDER/POLLE. Rund 300 000 Euro jährlich kostet der „normale Betrieb“ der 26 Ortsfeuerwehren in der Samtgemeinde. Dazu kamen in 2016 mehrere größere Investitionen für unterm Strich eine Dreiviertel Million Euro. Und trotzdem sind die Retter noch mit viele „Schätzchen“ unterwegs. Der Beschaffungsstau ist groß.

veröffentlicht am 12.01.2017 um 15:56 Uhr

„Feuerschutz genießt hohen Stellenwert“: Gemeindebrandmeister Andreas Damrau ist mit der aktuellen Entwicklung zufrieden. Foto: saw
Sabine Weiße (saw)

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Sabine Weiße Reporterin
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Hinzugekommen sind der lange diskutierte Kauf einer Drehleiter, ein MTW für die Wehr Heyen, ein Anhänger mit Plane für die Atemschutz-/Schlauchlogistik und ein Rollcontainer für den Bereich Atemschutz/Reservegeräte. Komplettiert wird die Aufzählung durch den Erwerb eines mittleren Löschfahrzeuges (MLF) für die Wehr Kirchbrak, dessen Finanzierung bereits im 2015er Etat berücksichtigt war.

„In jüngster Zeit genießt der Feuerschutz bei den politisch Verantwortlichen hohen Stellenwert“, zeigt sich Gemeindebrandmeister Andreas Damrau zufrieden. „Bleibt zu hoffen, dass das auch nach der Kommunalwahl so bleibt. Schließlich haben wir einen Beschaffungsstau von 19 Fahrzeugen.“ Bedeutet: Nach den Vorgaben des Brandschutzbedarfsplanes und der von der Politik geforderten Prioritätenliste sollten Feuerwehrfahrzeuge nicht älter als 20 Jahre alt sein. In den Gerätehäusern der Samtgemeinde finden sich allerdings einige echte „Schätzchen“ mit 30 oder mehr Jahren „auf dem Buckel“. Hier könnte jede Einsatzfahrt zum Wagnis werden, sind Reparaturen häufig teuer oder wegen nicht mehr lieferbarer Ersatzteile kaum realisierbar. Ihre Zufriedenheit über den eingeschlagenen Weg in Richtung „Zukunftsfähigkeit der Wehren“ drücken Gemeindebrandmeister Andreas Damrau und seine Stellvertreter Thomas Schulze, Hans-Albert Lange und Andreas Dörre in diesen Tagen und Wochen aus, wenn sie im Rahmen der Hauptversammlungen den Jahresbericht 2016 geben.

Mit der Auslieferung der Drehleiter mit Korb – ein Vorführfahrzeug, bei dem lediglich kleinere Umbauten erfolgen müssen – rechnet die Feuerwehrführung im ersten Quartal. Hingegen wird mit der Lieferung des MLF für Kirchbrak erst in etwa einem Jahr gerechnet. Die ehemalige Stützpunktwehr bildet seit Januar 2017 zusammen mit den Wehren Westerbrak, Heinrichshagen und Breitenkamp den „Löschzug Vogler“. Zudem laufen aktuell die Ausschreibungen einen Mannschaftstransportwagen-Einsatzleitung (MTW-EL) für den Standort Polle und ein TSF-W für Grave, finanziert aus dem 2016er Etat.

Gemeindebrandmeister Andreas Damrau

Die Zahl der aktiven Feuerwehrfrauen und -männer liegt mit 724 um 38 unter Vorjahresniveau. Damrau spricht dennoch von einer „stabilen Lage“ und verweist auf den bevorstehenden Start der „Truppmann 1“-Ausbildung. „20 Teilnehmer aus zehn Ortsfeuerwehren sind für den Grundlehrgang angemeldet.“ Eine gleichbleibende Tendenz lasse sich auch bei den Kinder- (67 Mitglieder) und Jugendfeuerwehren (117 Mitglieder) feststellen.

Im Berichtsjahr waren die Aktiven zu 122 Einsätzen gerufen worden. Bei den 18 Bränden blieb es – „auch dank des schnellen Eintreffens am Einsatzort“ – zumeist bei Entstehungs- und Kleinbränden. Größere Vorfälle waren der Zimmerbrand in Ottenstein, der Wohnhausbrand nach Blitzeinschlag in Bodenwerder mit mehreren zeitgleich auflaufenden Unwettereinsätzen im Bereich Bodenwerder/Hehlen und der Brand eines Eiscafés in der Fußgängerzone. Bei den 96 Hilfeleistungen handelte es sich vor allem um umgestürzte Bäume, Ölspuren, Überflutungen, Türöffnungen sowie Tragehilfen für den Rettungsdienst und Verkehrsunfälle.

In punkto Aus- und Weiterbildung verweist Damrau auf 23 Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Celle – das entspricht lediglich 75 Prozent der beantragten Weiterbildungen. Für sieben Aktive gab es Zuschüsse, um den Erwerb der Führerschein-Klasse C (2) zu ermöglichen, der für das Steuern größerer Fahrzeuge vorgeschrieben ist. Bei der Feuerwehr Hameln absolvierten zwei Kameraden die Drehleiter-Maschinisten-Ausbildung. Nach Appellen im Vorjahr ist Gemeindebrandmeister Damrau mit der Einsatzbereitschaft der 187 ausgebildeten Atemschutzgeräteträger zufrieden. „Knapp 80 Prozent sind einsatzbereit. Wir können aber noch besser werden. Helfen würde uns auch eine höhere Zuteilung bei den AGT-Lehrgängen auf Kreisebene.“ So seien für dieses Jahr 20 Lehrgänge beantragt, aber lediglich 12 zugeteilt. „Wir sind auf jeden Atemschutzgeräteträger angewiesen.“

Auf der Agenda 2017 steht zum einen die Beseitigung der durch die Feuerwehr-Unfallkasse festgestellten Mängel an nahezu allen Gerätehäusern im Bereich der Samtgemeinde. Als weiteren Punkt nennt Andreas Damrau den Neubau eines Gerätehauses in Halle. „Für mich ein Leuchtturmprojekt, insbesondere vor dem Hintergrund der bevorstehenden freiwilligen Fusion der Feuerwehren Halle, Hunzen, Tuchtfeld und Wegensen.“



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