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Stadt Bodenwerder dankt Renate Schüler für ihr jahrelanges humanitäres Wirken

Feierstunde mit Egor

BODENWERDER. Die Stadt Bodenwerder hat sich bei Renate Schüler mit einer Feierstunde für ihr jahrelanges humanitäres Wirken bedankt. Seit 1994 engagiert sich die Kemnaderin für Hilfslieferungen nach Dzerzinsk in Russland und hat mehrere Transporte dorthin auch begleitet.

veröffentlicht am 01.08.2018 um 18:29 Uhr

Egor mit seinen Gasteltern Renate und Hartmut Schüler und der Dolmetscherin Maria Kremer. foto: kb

Autor:

Karin Beisssner
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„Tanya Warnecke und ich freuen uns, dass Bürger in unserer Stadt leben, die sich über so einen langen Zeitraum uneigennützig für andere Menschen einsetzen“, richtete Friedrich-Wilhelm Schmidt in einer kleinen Feierstunde im Rathaus zusammen mit der Stadtdirektorin den Dank an Renate Schüler.

Im Beisein von Egor als Ehrengast und der Dolmetscherin Maria Kremer sowie Hartmut Schüler würdigte er die Verdienste der Kemnaderin, die sich seit 1994 für Hilfslieferungen nach Dzerzinsk in Russland engagiert und mehrere Transporte dorthin auch begleitet hat. Als sie von dort im Jahre 2000 um Hilfe für Egor gebeten wurde (wir berichteten damals), war es für sie selbstverständlich, auch hier zu helfen. Die für den Jungen notwendigen Operationen konnten in seiner Heimat nicht durchgeführt werden und so startete Renate Schüler mit Hilfe des DRK ein beispielloses Hilfsprogramm für die vier Maßnahmen, die im Laufe von sechs Jahren für Egors Genesung notwendig waren. Sie sammelte Spenden, fand Ärzte, die Egor ohne Honorar operierten und freute sich über viele Helfer, beispielsweise die Fahrbereitschaft des DRK, die sie ehrenamtlich unterstützten. Sie selbst nahm Egor und seine Mutter bei ihren Aufenthalten in Deutschland in ihrer Familie auf. Dabei fand sie Übersetzungshilfe bei Maria Kremer und Frida Weber.

Seitdem sind 12 Jahre vergangen, in denen Egor in lebhaftem Kontakt mit seiner Gastfamilie stand. Aus dem kleinen Jungen ist ein junger Mann geworden, der sich mit dem Übersetzungsprogramm des Tablets recht gut mit seinen Gasteltern unterhalten kann. „Ich frage per Tablet, ob er mit zum Einkaufen will und was er essen möchte, das klappt ganz gut“, sagt Renate Schüler. Sie hält auch heute wieder die Fäden in der Hand, erledigt Formalitäten, vereinbart Termine und kümmert sich um Egors „Unterhaltungsprogramm“. Dem DRK- Ortsverein Bodenwerder und Kemnade e.V. ist sie dankbar, dass er die aktuellen Kosten für Flug, Krankenversicherung und die Untersuchung in Köln übernommen hat.

Bürgermeister Schmidt nahm die Feierstunde zum Anlass, nicht nur Renate Schülers langjährige Verdienste zu würdigen, er bezog auch das Engagement und Zusammenspiel der vielen selbstlosen Unterstützer mit in den Dank ein. Er überreichte Renate Schüler und Maria Kremer, die für Egor dolmetschte, einen Blumendank, den auch Frida Weber bekommt, die den jungen Mann morgen als Dolmetscherin zur Untersuchung nach Köln fährt. Egor bekam mit allen guten Wünschen für die Zukunft einen Umschlag mit einem Geldbetrag, um sich hier vielleicht noch einen langgehegten Wunsch erfüllen zu können. Bis nächste Woche Mittwoch hat er noch Zeit dazu, dann startet sein Flieger zurück in die Heimat.



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