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20. Pflastermalwettbewerb / Teilnehmer überzeugen nicht nur mit Kreativität

Farbenfroh – aber nicht wetterfest

veröffentlicht am 04.09.2016 um 20:54 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:10 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Über fast die ganze Länge der Einkaufsmeile haben sich kreative Gestalter ans Werk gemacht, große Spanplatten ausgebreitet und unter ihren Zeltbahnen Schutz vor der brennenden Sonne gesucht. Jedenfalls am Samstag, denn da ist das grelle Licht sogar eher hinderlich, verfälscht es doch die Farben extrem. Was bei den Motiven von der Sonne angestrahlt wird, erscheint warm, was davon im Schatten liegt, hat eine kühle Farbwirkung.

Zum 20. Pflastermalwettbewerb ist auch Hans-Georg Rupar mit seiner Ehefrau angereist ist. Zum 16. oder zum 17. Mal? Genau weiß er es nicht mehr, doch beide haben sich unter jeweils einem Zeltdach eingerichtet. Er unter dem Thema „Magic Cube“, sie zum Motto „99 Luftballons“. Wie alle anderen Künstler geben sie bereitwillig Auskunft über ihre Motive, über ihre Biografie und ihre künstlerische Motivation. Und dann wird auf den Spanplatten mit Farbpigmenten und Pastellkreiden gearbeitet, die nur ganz schlecht auf dem Untergrund haften, da sie kein Bindemittel beinhalten. Doch sie sind günstig zu erwerben und eignen sich gut für derart große Flächen. „Man muss halt die Farbe fixieren“, erklärt Rupar. „Da nimmt man eben auch mal Haarspray, das ist billig und die Pigmente bleiben an ihrem Platz.“

Die meisten Teilnehmer arbeiten mit Pastellkreide oder Pigmenten, andere Techniken wie beispielsweise Acrylmalerei bevorzugen nur sehr wenige. Manche Künstler arbeiten spontan, experimentieren mit freien grafischen Formen, setzen Farbe nach ihrem persönlichen Empfinden ein. Andere bringen eine dezidierte Vorlage mit, überzogen mit einem Gitterraster, das dann akribisch auf das große Spanplattenformat übertragen wird.

Über ihre Auszeichnungen freuen sich die Preisträger. Foto: bor

So entstehen aus einer DIN-A4-Vorlage ein riesiger Totenschädel, ein monumentales Auge oder ein akribisch detailliertes Wikingerschiff. Gleich mehrere Künstlerinnen sind aus Hehlen herübergekommen, eine aus Kassel, eine andere sogar aus Holland. Bodenwerder ist eben Kult geworden.

Svenia Vaupel aus Bodenwerder powert mit Farbkraft und Dynamik, ihre Elemente lassen die Gedanken wandern. „Doch es ist schwierig, zum Malen zu kommen“, berichtet die Lehrerin, „es kommen einfach so viele Leute vorbei, die mich kennen, dass ich vor lauter Klönen kaum zum Malen komme.“

Am Sonntagnachmittag sind alle Werke fertiggestellt – und es regnet. Zum Schutz der Werke haben die meisten Künstler ihre Zelte heruntergelassen, so dass sich die wenigen Besucher zur Betrachtung bücken müssen. „Aber das haben wir auch in anderen Jahren gehabt“, sagt eine Dame der Jury, die mit ihren Kolleginnen die Bilder begutachtet und bewertet. „In diesem Jahr ist das Niveau sehr unterschiedlich“, stellte sie fest.

Doch schließlich gibt es Entscheidungen. Mit rund 400 Kilometern hatte sich für Elke Gutzmerow die weiteste Anreise aus Jüterbog bei Berlin gelohnt. Nach dem vierten Platz im Vorjahr gelang ihr nun mit ihrem Bild „Aschenputtel – ein Mädel aus Polle“ der Sieg. 2011 hatte ihre Schwester Angelika Richter sie zur Teilnahme am Pflastermalwettbewerb in Bodenwerder überredet. Den Geldpreis will sie für die Anschaffung von Ölfarben und Leinwänden benutzen. Den Publikumspreis der insgesamt 23 Künstler gewann Svenia Vaupel aus Hehlen. Die Lehrerin will ihren Gewinn in ihr Gartenhaus stecken. 59 der insgesamt 166 abgegebenen Stimmen fielen auf ihr Bild „Frische Farben für Bodenwerder“.



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