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„Siedlung am Ehrberg“ in Rühle feiert 60-jähriges Bestehen / Ein Streifzug durch die Geschichte

„Familie Lehmkuhle“ im Wandel der Zeit

Rühle (saw). Ein ausgeprägtes Gefühl von Zusammengehörigkeit hat in der Luft gelegen, als kürzlich an die 100 Mitglieder der „Familie Lehmkuhle“ im Sportheim des SV „Frischauf“ Rühle zusammenkamen, um an die Anfänge der „Siedlung am Ehrberg“ vor 60 Jahren zu erinnern. Das generationenübergreifende Fest – maßgeblich initiiert von Herbert Hansmann und Petra Volkmann – war zugleich lebendiger Geschichtsunterricht.

veröffentlicht am 11.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:21 Uhr

Die vor 60 Jahren entstandene Eigenheim-Siedlung „Am Ehrbe
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Vor allem der sehr detaillierte Rückblick von August Borchers jun. sowie der von Fritz Hansmann mit großer Detailfreude erarbeitete Bildband ließen die vergangenen sechs Jahrzehnte lebendig werden.

Nachdem im Ortskern des Kirschendorfes kein Bauland zur Verfügung stand, wurde am 24. Dezember 1947 die Baugenehmigung für Fritz Hansmann erteilt, mit dem Baubeginn von Heinrich und Richard Borchers im Jahr 1949 war die Siedlung „Am Ehrberg“ geboren.

Die alten Fotos von Richtkränzen auf Rohbauten, von Rühlerinnen in Kittelschürzen, die voller Elan mit Spaten lange Gräben ausschachteten oder den ersten Familienfeiern im neuen Eigenheim weckten Erinnerungen an eine Zeit, „als Nachbarschaftshilfe besonders groß ge-schrieben wurde“, so August Borchers.

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In den 50er Jahren habe auch am Ehrberg gegolten: „Eigenheim bauen, Kinder kriegen und sparsam leben.“ Nahezu jede Familie hielt zwei Schweine, in den Gärten wurde Gemüse angebaut. Mitte der 60er Jahre plante man die ersten Erweiterungsbauten, entstanden Veranden oder ein zusätzliches Stockwerk – und natürlich Garagen. „Die Hausherren standen in festen Berufen, man hatte Geld und Mut zum Investieren.“

Bedeutende Arbeitgeber dieser Jahre waren Rigips und die Arminiuswerft. Man vermietete Fremdenzimmer an Sommergäste aus Berlin und Hamburg. Mittlerweile sind viele der Eigenheime auf die nächste Generation übertragen, „bis auf zwei Häuser befinden sich alle noch im Familienbesitz“, hatte August Borchers recherchiert. Das – wie auch die Tatsache, dass mancher, der aus beruflichen Gründen der Ehrberg-Siedlung den Rücken gekehrt hatte, im Ruhestand seinen Dauerwohnsitz wieder nach Rühle verlegte – spreche auch für eine ausgezeichnete Nachbarschaft.

Bildete früher üblicherweise Bodenwerder das Zentrum der beruflichen Aktivität, „finden wir heute im günstigsten Fall in Holzminden oder Hameln Arbeit“. Ohne Auto und Computer sei das Leben kaum noch denkbar. Den veränderten Anforderungen des Lebens hätten sich die Ehrberger in den vergangenen sechs Jahrzehnten erfolgreich stellen können.

„Das Gleiche wünschen wir nachfolgenden Generationen – wohlwissend, dass es angesichts wirtschaftlicher Entwicklungen und beruflicher Erfordernisse immer schwieriger wird, der Rühler Lehm-kuhle und der Weser die heimatliche Treue zu halten“, so das sicherlich manchen nachdenklich stimmende Resümee des Chronisten.

„Weißt Du noch, damals…?“: Mechthild Tappe (links) und Margret Niemeyer blättern in der kleinen Chronik der Siedlung und unternehmen eine Gedankenreise durch vergangene Jahrzehnte.



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