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Ausstellung mit Werken der verstorbenen Künstlerin bis Mitte Dezember in der Kulturmühle

Eva Lindenberg Retrospektive

BUCHHAGEN. „Es bleibt die Erinnerung an die Leichtigkeit ihrer Darstellungen, die expressionistische Farbigkeit und ihre überraschenden Themen. Vor allem aber bleiben ihr sanftes Wesen und ihr tiefgründiger Witz ewig in unseren Herzen.“ Mit einer tiefen, galanten Verneigung würdigt Detlev Peipelmann die Persönlichkeit, vor allem aber das reiche künstlerische Schaffen von Eva Lindenberg. Die Werken der verstorbenen Künstlerin sind bis Mitte Dezember in der Kulturmühle Buchhagen zu sehen.

veröffentlicht am 20.11.2018 um 13:05 Uhr
aktualisiert am 20.11.2018 um 23:20 Uhr

Eindrucksvolle Retrospektive: Im ehemaligen Steinschleifersaal sind zahlreiche Arbeiten der kürzlich verstorbenen Malerin Eva Lindenberg ausgestellt. Foto: saw
Sabine Weiße (saw)

Autor

Sabine Weiße Reporterin
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Die kürzlich im Alter von 88 Jahren Verstorbene war in der kreativen Szene der Region bestens bekannt und sehr geschätzt. „In den Vordergrund drängte sie nie, war doch aber stets im Mittelpunkt“, so Peipelmann. Gut 15 Jahre war der freischaffende Künstler und Kunstlehrer enger Weggefährte, sogar „Seelenverwandter“ von Eva Lindenberg. Und so empfindet er es als besondere Ehre, die große Retrospektive in der Kulturmühle Buchhagen eröffnen zu dürfen. Bei einem Glas Sekt und den Blick auf die überwiegend farbenfröhlichen Werke gerichtet, erinnern sich zahlreiche Kunstfreundinnen und -freude, Nachbarn und Mitglieder der Familie an „ihre liebe Eva“.

Nach einem bewegten Leben mit einigen harten Schicksalsschlägen kam die studierte Pädagogin und Botanikerin Eva Lindenberg 1990 nach Buchhagen. Für Ehe und Familienglück hatte sie auf eine berufliche Karriere verzichtet. Bald führte ihr Weg sie ins damalige Kreativzentrum, wo Detlev Peipelmann die Grundlagen der bildlichen Darstellung vermittelte. „Ihre stets quirlige Art, ihre geistige und kreative Aktivität fielen auf. Ebenso wie die Tatsache, dass sie auf künstlerische Ratschläge anfangs überhaupt keinen Wert legte“, so der Laudator schmunzelnd.

Probierte sie sich zunächst in Kohle und Aquarell aus, „fand sie sehr schnell die Technik, die ihrer Ausdrucksstärke regelrecht Flügel verlieh: Acrylmalerei“. Mit Karton, Holz, Leinwand und Papier nutzte sie die unterschiedlichsten Medien. Und ihre abgearbeiteten Lieblingspinsel glichen einer Wurzelbürste, wie ihr Lehrer verrät. Nach dem naturalistischen Einstieg wechselte Eva Lindenberg bald zum impressionistischen Sujet, expressionistischer Darstellung und surrealistischen Motiven. „Sie war ausgesprochen fleißig, hatte nach fast jeder Kunststunde ein weiteres Bild fertig gestellt.“

In mehreren Einzel- und zahlreichen Gruppenausstellungen präsentierte Eva Lindenberg sich immer wieder neu. Die große Ausstellung zu ihren Ehren – Werke hängen im Café und im ehemaligen Steinschleifersaal – vermittelt einen Eindruck ihres künstlerischen Elans. Ob wettergegerbtes Gesicht eines Seemanns oder anmutige Tänzerin: Sensible Porträts sind ebenso zu finden wie Blumen-Stilleben, zahlreiche Tier-Studien, aber auch Schwimmer und Bergsteiger. Brücken, Flüsse, Bäche und Wasserfälle hat sie oft in Szene gesetzt, auch Sozialkritisches wie die zunehmende Umweltverschmutzung aufgegriffen. Die gleichermaßen liebevolle wie stimmige Präsentation ist das Verdienst von Fred Müsch, der auch Lämpchen und kleine Spiegel angebracht hat, damit die Werke Eva Lindenbergs optimal zur Geltung kommen. „In unserer Kunstgruppe hat Eva eine nicht mehr zu schließende Lücke hinterlassen und die vielen Bewunderer ihrer Arbeiten hätten gern noch mehr von ihr gesehen“, bedauert Peipelmann.

Bis Mitte Dezember sind ihre Gemälde in der Kulturmühle zu sehen – und auch käuflich zu erwerben.



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