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Gutes Einschlagsjahr im Stadtforst von Bodenwerder

Eschensterben macht Sorgen

BODENWERDER Um den Stadtforst von Bodenwerder scheint es gut zu stehen. Sorge bereitet Forstamtsmann Dieter Scholz nur die Zukunft der Eschen. Sie leiden verstärkt unter dem Eschentriebsterben, einer Pilzerkrankung, die erstmals im Jahr 2007 in Deutschland registriert worden war und sich seither bundesweit verbreitet hat.

veröffentlicht am 26.11.2017 um 18:09 Uhr
aktualisiert am 27.11.2017 um 09:00 Uhr

Die Eschen in Bodenweders Stadtforst leiden verstärkt unter dem Eschentriebsterben. Erkrankte Bäume müssen gefällt werden. Foto: Beißner
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Nach Ansicht von Scholz könnte es sein, dass die Eschenbestände in Bodenwerder dauerhaft verloren gehen.

Bei einer Enthaltung stimmte der Bau- und Umweltausschuss der Beschlussempfehlung zu, der Verwaltung den Auftrag zu erteilen, die an der Pilzerkrankung leidenden Eschen im Bereich der Zufahrt zur Jugendherberge komplett zu fällen. Die Maßnahme sei im Zuge der kurzfristig vorgesehenen Forstarbeiten des Waldbesitzers des ehemaligen Stadtwaldes durchzuführen, um eine möglichst kostenneutrale Abwicklung der Maßnahme zu erreichen, heißt es in der Beschlussempfehlung. Als Fachmann befragt, erklärte Scholz, die komplette Fällung sei die einzig richtige Maßnahme. Einzelne Bäume stehen zu lassen, sei nicht sinnvoll, da sie dauerhaft Probleme verursachen würden.

Eine Neuanpflanzung auf der Fläche bezeichnete Scholz als wenig sinnvoll. Besser sei es, die Fläche an den Besitzer des ehemaligen Stadtwaldes zu verkaufen, da sie für die Stadt nicht ökonomisch zu bewirtschaften sei. Einwänden, mit der Fällung könnte der benachbarte Hang abrutschen, widersprach der Forstamtsmann. Die Verwurzelung durch die im Unterholz entstandenen Pflanzen reiche aus, um den Boden vor Erosion und einem Abrutschen zu sichern. Die Kosten für die Maßnahme seien durch den Verkauf als Industrieholz gedeckt.

Im Stadtforst der Münchhausenstadt wurden in diesem Jahr 1280 Festmeter (Fm) Holz eingeschlagen, 280 Fm mehr als im Betriebsgutachten von 2013 empfohlen. Da das Gutachten aber einen Zeitraum von zehn Jahren einschließt, hält sich der „Überhieb“, wie die Überschussmenge bezeichnet wird, nach Angaben von Scholz „noch im Rahmen der Vorgabe“, die für die Zeit von 2013 bis 2017 eine Ernte von 5000 Fm vorsah. Den Gesamthieb in diesen fünf Jahren gab Scholz mit 5184 Fm an, mithin sei nur ein Überhieb von knapp vier Prozent zu verzeichnen.

Eingeschlagen wurden nach Angaben des Forstamtsmanns zu 80 Prozent Buchen, zu 14 Prozent Eschen, zu vier Prozent Lärchen und außerdem Bergahorn, Eichen, Douglasien, Roteichen und Fichten. Deutlich verbessert war die Qualität des Holzes: War es in den beiden Vorjahren noch zu 48 und 57 Prozent Stammholz, wurden in diesem Jahr 63 Prozent Stammholz geschlagen und zu 21 Prozent Industrieholz aus dem Wald geholt.

Einen deutlichen Rückgang verzeichnet Scholz beim Verkauf von Brennholz. Nach 23 und 28 Prozent in den Vorjahren waren es in diesem Jahr bislang nur 16 Prozent.

Die Preise auf dem derzeit „sehr ruhigen“ Holzmarkt bezeichnete Scholz als stabil. Das könne sich aber angesichts der schwierigen Bodenverhältnisse in den Wäldern sehr schnell ändern und das Holz auf den Märkten knapp werden. Dennoch prognostizierte der Forstamtsmann nach dem „sehr guten Einschlagsjahr mit hoher Geldeinnahme“ für 2018 einen geringeren finanziellen Ertrag.

Erfreut berichtete Scholz dem Fachausschuss der Münchhausenstadtz, dass es in diesem Jahr noch keine „kalamitätsbedingten“ Einschläge habe geben müssen. Die Unwetter in diesem Herbst seien mit ihren Stürmen an Bodenwerder „vorbeigeschrammt“.

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