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Scheidender Samtgemeindebürgermeister zieht zufrieden Bilanz: „Es ist alles richtig gewesen.“

Ernst-August Wolf: Ein Leben für die Politik

Von Edda Dreyer

veröffentlicht am 29.04.2010 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 15:41 Uhr

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Bodenwerder. Heute räumt Ernst-August Wolf seinen Schreibtisch im Rathaus von Bodenwerder. Seit dem 1. November 2006 war Wolf Samtgemeindebürgermeister und Stadtdirektor von Bodenwerder. Bei der Übernahme des Chefsessels im Rathaus war bereits klar, dass Wolf bis zur vollzogenen Fusion der beiden Samtgemeinden Bodenwerder und Polle im Amt bleibt. Die Fusion ist nun Realität – und somit geht der 67-Jährige heute in den wohlverdienten Ruhestand.

„Es ist alles richtig gewesen“, blickt Ernst-August Wolf zufrieden auf seine politische Laufbahn zurück, die bereits 1971 begonnen hat. „Da habe ich meine Meisterprüfung abgelegt und bin in den SPD-Ortsverein Hehlen eingetreten“, berichtet der gelernte Maurer. „Ich habe schon immer lieber gestaltet als verwaltet“, erläutert Wolf, der sich diese Erfahrungen aus der Handwerksbranche auch häufig in seiner politische Laufbahn zunutze gemacht hat. Nach nur zwei Jahren stand er an der Spitze des Hehlener SPD-Ortsvereins, wurde 1974 stellvertretender Samtgemeinde-Verbandsvorsitzender und einige Jahre später Vorsitzender. Als „Ziehvater“ in Richtung Politik nennt Wolf Fritz Oerke, von 1956 bis 1968 Bürgermeister in Hehlen sowie den Rühler Günther Merker, damaliger Vorsitzender des SPD-Samtgemeindeverbandes Bodenwerder. „Ich wollte nicht nur Mitglied sein, sondern aktiv werden – und dabei haben mich beide unterstützt“, so der Sozialdemokrat. Und dann ging es stetig weiter „nach oben“. 1976 wurde er als jüngstes Mitglied in den Samtgemeindeausschuss gewählt, kandidierte 1977 erstmals für den Kreistag, rückte 1980 als Kreistagsabgeordneter für Peter Schweitzer nach und behielt diesen Sitz bis 2004.

Gerne erinnert sich Ernst-August Wolf an seine Zeit als Bürgermeister in Hehlen von 1986 bis 2001 und verhehlt nicht, dass er stolz ist, dass bereits dort Joachim Lienig sein Nachfolger wurde und sich dies jetzt bei der jüngsten Samtgemeindebürgermeisterwahl wiederholt hat. „Jo sitzt ab Montag an diesem Schreibtisch“, freut sich „Ziehvater Wolf“ über das gute Wahlergebnis für Joachim Lienig.

„Ich habe alles erreicht“, lehnt der Verwaltungschef sich zufrieden auf seinem Schreibtischstuhl zurück, blickt auf das großformatige Ölgemälde in seinem Büro und erzählt, dass ihn dieses Gemälde von Georg Bedey aus dem Jahre 1937, das die Verleihung der Stadtrechte durch Heinrich von Homburg darstellt, bei seinem ersten Besuch im Rathaus 1973 schon fasziniert habe. „Und nun habe ich dieses Gemälde dreieinhalb Jahre vor Augen gehabt – das ist schon toll!“

„Die Probleme des demografischen Wandels haben wir schon viel früher erkannt, auch ohne Bertelsmann-Gutachten“, erläutert Wolf den Hintergrund der Fusion der beiden Samtgemeinden. Wichtig war ihm bei seinem Amtsantritt auch, jungen Familien das Arbeiten zu erleichtern, indem sie ihren Nachwuchs gut aufgehoben wissen. Die Nachmittagsbetreuungen an den Grundschulen seien das Ergebnis und gäben den Familien berufliche Planungssicherheiten. Zufrieden zeigt er sich auch mit der Neugestaltung des Hagen und der Dorferneuerung in Rühle. Nicht zufrieden sei er mit dem Leerstand in der Fußgängerzone – aber „das kann Politik nicht regeln“, betont der scheidende Verwaltungschef, der sich durch seine ehrliche und besonnene Art als angenehmer Gesprächspartner, auch für seine Kontrahenten, auszeichnet. Auf die Frage, wie sein Tagesablauf ab morgen aussieht und ob er keine Angst vor Langeweile habe, sprudelt der 67-jährige Ehemann, Vater und Großvater seine Ideen und Vorstellungen nur so heraus: Endlich Zeit für mehr „Opatage“, für den Garten seines ältesten Sohnes in Hehlen – denn, auch wenn er seinen Altersruhesitz in Hameln habe, so hänge sein Herz immer noch an Hehlen. Lesen möchte der Ruheständler viel, vor allem deutsche Geschichte. Außerdem will er einen Stammbaum der Familie aufzeichnen und vielleicht jetzt endlich seine Erinnerungen von vielen Reisen aufschreiben.

Frei von Ehrenämtern und beruflichen Verpflichtungen, freut sich Ernst-August Wolf auf die jetzt kommende Zeit, und natürlich werde er „Jo“ mit Rat und Tat zur Seite stehen – wenn das gewünscht sei. „Allerdings werde ich nicht reinreden, das konnte ich selbst nicht ab und mach’ es auch nicht!“

Am heutigen Freitag räumt Samtgemeindebürgermeister und Stadtdirektor Ernst-August Wolf seinen Schreibtisch im Rathaus von Bodenwerder – ab morgen ist er dann Ruheständler.

Foto: dy

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