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Initiative setzt sich für weiterführende Schule mit Integration Behinderter in Bodenwerder ein

Eltern fordern neues Schulmodell vor Ort

Bodenwerder (ul). Pünktlich vor der öffentlichen Schulausschusssitzung morgen in Hehlen formuliert die ehemalige Elterninitiative „pro IGS“ jetzt einen Antrag für ein neues Schulmodell am Schulzentrum in Bodenwerder.

veröffentlicht am 08.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

Die Elterninitiative mit Sprecher Thomas Reimers (hinten, links)
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Bereits am 10. Juni hat die Initiative ihren Modellvorschlag dem Schulamt des Kreises Holzminden überreicht und jetzt konkretisiert. Die Stadt Bodenwerder ist Träger der Grundschulen, über die Zukunft von Haupt- und Realschule in Bodenwerder entscheidet der Kreis. Mit der Veröffentlichung des Modellvorhabens verbindet die Initiative nun die Hoffnung, der Landkreis Holzminden möge alsbald Verhandlungen mit der Landesschulbehörde und der Landesregierung aufnehmen, um eine eigenständige weiterführende Modellschule in der Samtgemeinde Bodenwerder beantragen zu können. Über die Finanzierung von Modellschulen hat das Land zu entscheiden.

Wie Thomas Reimers als Sprecher der Initiative gegenüber der Dewezet erläutert, strebt die elfköpfige Elterninitiative ein gemeinsames Lernen mit Kindern der Förderschule Lernen an. „Die Existenz der Münchhausenschule Lernen ist gefährdet, weil nach UN-Konvention die Beschulung nicht mehr getrennt, sondern integrativ sein soll“, argumentiert Reimers. Erklärtes Ziel der Modellschule sei es, dass jedes Kind, unabhängig von der Schullaufbahnempfehlung der Grundschule, den persönlich bestmöglichen Schulabschluss erreichen möge. Angeboten werden sollen in diesem Schulmodell alle Abschlüsse bis hin zum Abitur. Nach Vorstellung der Initiative sollte die Schule praxisbezogenes-, schulform-, klassen- und jahrgangsübergreifendes Lernen ermöglichen.

Mithilfe eines pädagogischen Konzeptes soll ein Schulangebot neben dem viergliedrigen Schulangebot im Landkreis Holzminden aufgebaut werden, fordert die Initiative. Ziel sei es, damit auf die Herausforderung für eine Beschulung im ländlichen Raum unter dem Aspekt des demografischen Wandels reagieren zu können. Damit nicht noch mehr Kinder aus dem Sekundarbereich in weiterführende Schulen benachbarter Landkreise abwandern und der Schulstandort Bodenwerder gesichert bleibt. In Klassenverbänden soll nach dem Konzept gemeinsam miteinander gelernt werden, unabhängig von der Schullaufbahnempfehlung. Pädagogisches Prinzip soll gemeinsames Lernen und Kennenlernen der Arbeitswelt sein.

Wichtig ist den Initiatoren eine berufsorientierte Ausrichtung des Unterrichts ab der fünften Klasse mit Anbindung an die regionalen Wirtschaftsbetriebe. Reimers: „Wir wollen eine Verzahnung der Schule mit dem regionalen Handwerk und mit den Gewerbe- und Industriebetrieben.“ Angestrebt werden dafür die Fächer Naturwissenschaft, Technik (Elektro- und Maschinenbau), Soziales und Umwelt.

Um einen problemlosen Wechsel für hinzuziehende und abwandernde Schüler zu gewähren, sollen sich die Lehrpläne an den gymnasialen Bildungsplänen orientieren und so eingehalten werden, dass jeder Schüler von dieser Modellschule jederzeit zu einer Haupt-, Realschule oder aufs Gymnasium wechseln kann. Die Elterninitiative favorisiert, ebenso wie die SPD-Grünen-Gruppe, eine Ganztagsschule mit Mensaangebot. „Nachmittags könnten verbindliche lehrplanpflichtige Themen erarbeitet, Hausaufgaben betreut und jahrgangsübergreifende Kursangebote angeboten werden“, hofft Reimers, der die Notwendigkeit berufstätiger Eltern für eine ganztägige Betreuung der Kinder während der Arbeitszeit der Eltern als wichtigen Bestandteil einer Modellschule im strukturschwachen Gebiet hervorhebt.

Die Modellschule sollte für alle Kinder des Landkreises unabhängig von den Schuleinzugsgebieten offen stehen. Eine intensive Kooperation mit den bestehenden Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen des Landkreises bis hin zur Berufsschule werde angestrebt. Ebenso eine wissenschaftliche Begleitung, wie sie vom Kultusministerium für Modellschulen vorausgesetzt wird.

Nach Ablauf der Modellphase soll sich aus dem Schulmodell eine Reformschule entwickeln für den Sekundarbereich im ländlichen Raum, wodurch der Schulstandort Bodenwerder nachhaltig gesichert würde.

Kritisiert wird von der Elterninitiative das „beharrliche Festhalten der SPD-Grünen-Gruppe für die Einrichtung einer Gesamtschule in Bodenwerder“ (wir berichteten). „Die SPD weckt in der Bevölkerung und in der Elternschaft Hoffnungen, die in der gegenwärtigen politischen Situation dauerhaft unerfüllbar sind.“ Auch die SPD müsse wissen, dass erst kürzlich die Schulverwaltung des Kreises Gespräche mit der Landesschulbehörde führte, die bezüglich Gesamtschule negativ beschieden wurden.

Die Initiative Pro IGS hatte eine Lockerung der gesetzlichen Regelungen gefordert und sich dafür bei der Landesregierung Gehör verschafft. Sie werde sich künftig umbenennen, weil ihr Ziel gescheitert sei und für die Genehmigung zur Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule eine Fünfzügigkeit weiter Voraussetzung ist.

Die Ausschusssitzung morgen beginnt um 19 Uhr im Gasthaus Hoffmeister. Auf der Tagesordnung stehen zudem ein Sachstandsbericht über eine Gesamtschule und die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes des Landkreises sowie der Antrag auf Ganztagsschule seitens der SPD-Grünen-Gruppe.



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