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Eine Prise Geschichte: Die Stadt und das Salz

Von Karin Beißner
Bodenwerder. Eine bekannte Liebeserklärung lautet: „Du bist das Salz in meiner Suppe.“ Ein zunächst zweifelhaftes Kompliment, wenn man bedenkt, dass man ein Pfund Salz heute schon für 19 Cent bekommt. Doch Salz ist für die menschliche Ernährung unverzichtbar und war in früheren Zeiten derart kostbar, dass man sogar vom „weißen Gold“ sprach. Es ist eines der ältesten Handelsgüter der Menschheit. Sogar Kriege wurden um das begehrte Mineral geführt. Es diente als Zahlungsmittel und oft wurde sogar der Lohn oder Sold in Salz bezahlt, man bekam sein Salär, englisch salary (Gehalt).

veröffentlicht am 22.10.2010 um 15:34 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:41 Uhr

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Von Karin Beißner
Bodenwerder. Eine bekannte Liebeserklärung lautet: „Du bist das Salz in meiner Suppe.“ Ein zunächst zweifelhaftes Kompliment, wenn man bedenkt, dass man ein Pfund Salz heute schon für 19 Cent bekommt.
 Doch Salz ist für die menschliche Ernährung unverzichtbar und war in früheren Zeiten derart kostbar, dass man sogar vom „weißen Gold“ sprach. Es ist eines der ältesten Handelsgüter der Menschheit. Sogar Kriege wurden um das begehrte Mineral geführt. Es diente als Zahlungsmittel und oft wurde sogar der Lohn oder Sold in Salz bezahlt, man bekam sein Salär, englisch salary (Gehalt). Der Transport des kostbaren Gutes erfolgte auf bestimmten Handelswegen, den sogenannten Salzstraßen. Von Lüneburg nach Lübeck oder auch von Bad Reichenhall über Passau nach Böhmen führten beispielsweise solche Handelsstraßen. Die bekannteste ist die „Via Salaria“ in Italien. Viele Städte wurden aufgrund des Salzhandels gegründet, beispielsweise München, das einst eine Zollstation Heinrichs des Löwen an der Salzstraße war. Andere Städte gelangten durch Salz zu großem Reichtum, wie Lüneburg, das auf einem ausgedehnten Salzstock liegt.
 Aber auch Bodenwerder hat seine eigene Salzgeschichte. In Bodenwerder erhielt der Kaufmann und Seifensieder August Schmidt vom königlichen Finanzministerium die Genehmigung, mit der königlichen Saline in Salzhemmendorf einen Vertrag zu schließen über die Errichtung einer Salzfaktorei, sprich eine Handelsniederlassung. Noch heute erinnert ein hölzernes Schild an der Rückseite der Salzfaktorei (Homburgstraße) an dessen ehemalige Verwendung.
 Um zu überprüfen, wie viel Salz jedem Haushalt zustand, war in einem sogenannten „Salzbuch“ genau verzeichnet, wie viele Personen und Tiere diesem angehörten.
 Damals wie heute ist es für undenkbar, auf Salz zu verzichten. Und Salz ist nicht einfach Salz. Meersalz, Speisesalz, Kochsalz, Tafelsalz, Spülmaschinensalz, Badesalz oder das Streusalz, das im vorigen Winter auch zur Mangelware wurde. Renommierte Fernsehköche verraten in ihren Kochshows, dass die unterschiedlichen Salze sogar jedes Gericht unterschiedlich schmecken lassen. Im Internet finden sich mittlerweile Salzsorten aus den verschiedensten Regionen der Welt: Wüstensalz aus der Kalahari, Totes Meer Salz aus Israel, Ozeansalz aus Indien, Quellsalz aus Portugal, Persisches Blausalz aus dem Iran, Mongolensalz aus Tibet oder Inka Sonnensalz aus Peru.
 Doch hat diese beachtliche Auswahl auch einen Nachteil: Mit welchem dieser Gourmetsalze macht man denn nun die schönste Liebeserklärung?



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