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Grohnder Weserbühne feiert Prmiere

Eine Klamotte – aber schön

BUCHHAGEN. Es war eine doppelte Uraufführung. Zum ersten Mal feierte das jährliche Theaterstück der Grohnder Weserbühne Premiere in der Gastronomie Mittendorf in Buchhagen. Und die Premierenbesucher, die die Grohnder Laienschauspieler zum ersten Mal sahen, waren durchweg begeistert.

veröffentlicht am 19.02.2018 um 17:19 Uhr

Erstmals in Buchhagen zu Gast: die Grohnder Weserbühne feierte in der Gastronomie Mittendorf mit dem Stück „Kusskuss und betreutes Wohnen“ Premiere. Foto: ubo
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Autor

Uwe Bosselmann Reporter
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Das Stück „Kusskuss und betreutes Wohnen“ von Erich Koch um Pensionsbesitzer Hans (Klaus Näke), der auf Anraten seines Freundes und Bürgermeisters Gustav (Uwe Langhoff) die Pension in eine Abteilung Betreutes Wohnen und in Zimmer für intime Stunden verwandelt, erlebt nach der Eröffnung eine illustre Schar von Ehefrauen und Ehemännern, die mit ihren Geliebten allein sein möchten. So finden sich vor dem pittoresken Bühnenbild in der Pension unter anderen Nina (Luisa Heinemann), die Geliebte von Gustav, seine Frau Erika (Angela Riedel), ihr Geliebter Arnold (Peter Kipp) und seine suchende Frau Lea (Karina Reese) ein. Dass auch Monika und Balduin Hinkel, ein älteres Ehepaar (gespielt von Julia Oltrogge und Matthias Knauer) ihren Lebensabend in der Pension verbringen wollen und von Aische (Andrea Knauer) und Chantal (Kerstin Näke) mehr oder weniger betreut werden, macht die Sache ebenso nicht einfacher wie der General a. D. Pfeiffer (Wolfgang Helms) und Murrat (Kevin Krajczyk), der allen alles verkaufen möchte. Sie erleben ihre „Kuschelmuschel-Stunden“ in Zweisamkeit, jedoch verfolgen gerade die Frauen ihre eigenen Ziele, die sie mit weiblichem Instinkt und Möglichkeiten durchsetzen, sodass die Männer schon vor ihrer neuen Liaison mächtig leiden müssen. So wie Arnold, der von seiner Frau Lea und von seiner neuen Liebschaft Erika laute Ohrfeigen bekommt. Während einige in ihren Rollen leiden mussten, durfte sich beispielsweise Nina vom naiven Liebchen zur fordernden selbstbewussten Frau wandeln. Die Rollen waren vielseitig angelegt, wie der von Wolfgang Helms überspitzt gespielte General Pfeiffer, der alle strammstehen lässt, aber bei seiner Lea weich wird und auch Uwe Langhoff, der in der Rolle des Gustav vom machohaften Bürgermeister zum handzahmen folgsamen Softie mutiert.

Der Autor zeichnete die Figuren zum Teil sehr überspitzt und bediente dabei klassische Klischees über Frauen, Männer, Türken und auch lokale Orte. So lautete denn auch ein Urteil: „Klamotte“. Allerdings machten das Mimenspiel, die Spielfreude, die agierenden Blicke, die verschiedenen sprachlichen Akzente und die Nuancen in den Klischees und Überspitzungen der Grohnder Laienschauspielerinnen und -schauspieler in der Inszenierung unter der Leitung von Lutz Engel mehr als wett. Mehrmals brandete begeisterter Szenenapplaus auf. „Es war witzig“, lautere das Urteil eines Besuchers, „es hat uns sehr gut gefallen“. „Es war für alle was dabei“, freute sich Ines Schmalenberg nach der Uraufführung und ihr Begleiter Jörg Asmus gestand lachend: „Man konnte noch sehr viele Lebensweisheiten lernen.“ Und er fügte an: „Wir haben die Grohnder Weserbühne zum ersten Mal gesehen. Sie haben sehr gut gespielt. Besonders haben uns die Kostüme, das Spiel und die Ausführung sowie die Rollen des Hans, des Generals und auch Aische und Chantal gefallen. Sie stachen auffallend positiv hervor“, so Jörg Asmus.

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