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Feuerwehrstützpunkt Kirchbrak wird aufgelöst / Halle bekommt neues Gerätehaus

Eine Drehleiter soll es sein

BODENWERDER. Die Feuerwehr der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle bekommt eine Drehleiter. Diese Empfehlung hat der Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde Bodenwerder beschlossen. Gekauft werden soll eine Automatik-Drehleiter Magirus mit Rettungskorb. Die Leiter kann 32 Meter ausgefahren werden und hat einen knapp fünf Meter langen Gelenkarm.

veröffentlicht am 01.06.2016 um 15:24 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:44 Uhr

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Autor:

Reinhard Borchers
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Bevor die Entscheidung im Ausschuss fiel, hatte man sich ein Drehleiter-Fahrzeug und ein Hubrettungsfahrzeug im Einsatz angeschaut. Beide Fahrzeuge waren in Bodenwerder zu Testzwecken eingesetzt worden. Aufgrund der Erfahrungen in der Praxis war dann auch das Votum im Ausschuss zustande gekommen.

Die Kosten für die Anschaffung der Drehleiter können noch nicht beziffert werden, weil noch keine Entscheidung gefallen ist, ob jetzt ein Neu- oder Vorführfahrzeug angeschafft werden soll. Ratsherr Michael Zieseniß wollte wissen, für wie viele Einsätze im Jahr die Drehleiter in der Samtgemeinde benötigt wird. „Drei bis fünf Einsätze werden es vermutlich werden. Dazu kommen noch übergreifende Einsätze in die Gemeinde Emmerthal“, vermutete Gemeindebrandmeister Andreas Damrau. Die endgültige Entscheidung trifft der Samtgemeinderat.

Es war nicht die einzige spannende Entscheidung, die bei dieser Sitzung getroffen wurde. Deshalb sind öffentliche Sitzungen des Feuerschutzausschusses auch fast immer gut besucht. So waren auch bei dieser Sitzung die meisten der rund 40 Plätze im „Deutschen Haus“ in Bodenwerder mit Ortsbrandmeistern oder Vertretern der Ortswehren besetzt – schließlich standen mit der Auflösung des Feuerwehrstützpunktes Kirchbrak und dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für den Stützpunkt Halle zwei weitere Punkte mit Brisanz auf der Tagesordnung. Der Feuerwehrstützpunkt Kirchbrak wird zum 31. Dezember aufgehoben. Die Mitglieder des Feuerwehrschutzausschusses beschlossen einstimmig diesen Vorschlag als Empfehlung an den Samtgemeinderat. Keine Bedenken bezüglich einer Auflösung des Feuerwehrstützpunktes Kirchbrak hatten die Aufsichtsbehörden geäußert, wie in der Sitzung berichtet wurde. Dazu hatte ein Gespräch mit der Polizeidirektion Göttingen, den Vertretern der Feuerwehren (Regierungsbrandmeister Brandt, Kreisbrandmeister Hartmann, Gemeindebrandmeister Damrau, Ortsbrandmeister Reese) sowie Vertretern der Verwaltung stattgefunden.

Fachbereichsleiter Thomas Steffe teilte mit, dass der vom Rat beschlossene Sperrvermerk für die Anschaffung eines mittleren Löschfahrzeugs (MLF) für die Feuerwehr Kirchbrak bereits im November letzen Jahres vom Samtgemeindeausschuss einstimmig aufgehoben worden sei. Die geplante Anschaffung befinde sich derzeit in der Ausschreibung. Weiterhin seien die Feuerwehren Kirchbrak, Heinrichshagen und Breitenkamp erfreulicherweise bereit, eine Kooperation miteinander einzugehen. Leider habe sich die Westerbraker Wehr noch nicht dazu durchringen können, sich mit den Kirchbraker Feuerwehrkräften zusammenzuschließen, berichtete Steffe.

Auch beim Gespräch über den Neubau des Haller Gerätehauses ging es um die Zusammenarbeit und Fusion von Wehren. Die Ortsfeuerwehren der Gemeinde Halle haben bereits über eine mögliche Fusion gesprochen. Halle, Wegensen, Hunzen und Tuchtfeld haben zwischenzeitlich schriftlich ihre Bereitschaft für eine Fusion zu einer Wehr erklärt. Ob und wie die alten dann aufzugebenden Gerätehäuser oder Fahrzeuge zum Beispiel durch einem Förderverein oder eine Feuerwehrkameradschaft genutzt werden können, müsse noch geklärt werden.

Zwischen 500 000 bis 700 000 Euro wird der Neubau eines Gerätehauses für die Stützpunktfeuerwehr Halle kosten. Am jetzigen Gerätehaus waren von der Feuerwehrunfallkasse erhebliche Mängel festgestellt worden, die die Gesundheit der Feuerwehrangehörigen gefährden könnten. Diese Mängel könnten zwar vorübergehend durch organisatorische Maßnahmen umgangen werden, eine abschließende bauliche Lösung sei aber unabdingbar. Da sowieso ein Anbau an das alte Haller Gerätehaus hätte erfolgen müssen, biete sich gerade auch durch die Zusammenlegung der Feuerwehren ein Neubau an. Bei der Bewirtschaftung der alten Gerätehäuser sowie bei sonstigen laufenden Kosten könnten jährlich rund 9000 Euro eingepsart werden. Langfristig gesehen hätten auch erforderliche Fahrzeugneuanschaffungen für die Ortswehren Tuchtfeld und Wegensen die Samtgemeindekasse mit insgesamt 240 000 Euro belastet. Diese Einsparungen zusammen mit einer Fördermittelzusage in Höhe von 218 000 Euro (wenn ein städtebaulicher Bezug zu anderen Gemeinden hergestellt werden kann), würden einen Neubau in Halle nicht nur finanzierbar, sondern auch sinnvoll machen, so der Tenor im Ausschuss. Einstimmig wurde empfohlen, 50 000 Euro für die Planungskosten eines Gerätehauses für die Stützpunktfeuerwehr Halle in den ersten Nachtragshaushalt 2016 mit aufzunehmen. Eigenleistungen der Feuerwehr Halle, wie sie Ratsherr Ronald Hübner forderte, sind nach Mitteilung des Ausschussvorsitzenden Andreas Klabunde vom Haller Ortsbrandmeister Stefan Warnecke bereits zugesichert worden und könnten zu weiteren Kostensenkungen beitragen.



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