weather-image

Trauer um Günter Willumeit – der Münchhausen-Preisträger starb im Alter von 71 Jahren

Ein Zahnarzt mit Witz und Herz

Bodenwerder/Bad Segeberg. Zahnarzt war sein Beruf, das Entertainment seine Berufung. Er liebte es, Menschen zum Lachen zu bringen, selbst im trauten Heim in Bad Segeberg saß ihm stets der Schalk im Nacken. Als Bauer Piepenbrink begeisterte er das Publikum in Norddeutschland – doch Dr. Günter Willumeit war viel mehr als nur ein schnöder Witzeerzähler: ein Parodist erster Güte, ein Jazzer, ein Humorist, ein Kabarettist, ein Entertainer. Jetzt ist der Münchhausen-Preisträger von 2006 nach langer schwerer Krankheit in Bad Segeberg verstorben.

veröffentlicht am 21.10.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

270_008_6680605_bowe110_2210.jpg
Matthias Aschmann

Autor

Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Sein fulminanter Auftritt zur Preisverleihung am 14. Mai 2006 ist noch in guter Erinnerung. 1200 begeisterte Zuschauer feierten den Tausendsassa im Gasthaus Mittendorf in Buchhagen euphorisch, staunten über improvisierte Jazz-Einlagen, bejubelten seine glänzenden Stimmenimitationen – und bogen sich vor Lachen. Willumeit alias Bauer Piepenbrink sparte nicht mit Witzen, Geschichten und seinen berühmten „Döntjes“. 50 Sprech- und Gesangsstimmen sowie die meisten Dialekte beherrschte er. Vor allem Politiker nahm er für seine Parodien gern ins Visier, insbesondere Willy Brandt, Franz Josef Strauß und der Schleswig-Holsteiner Gerhard Stoltenberg hatten es dem gebürtigen Ostpreußen, der in Bühnsdorf und Bad Segeberg groß wurde, angetan.

Mit dem Weserbergland und der Rattenfängerstadt Hameln verband ihn eine ganz besondere Beziehung. Vor 42 Jahren, so erzählte er, habe er mit seiner ersten Frau auf Ibiza Urlaub gemacht und dort zwei Ehepaare aus Hameln kennengelernt: Axel und Bärbel Randhahn sowie Udo und Carola Adomat. Daraus sei eine intensive Freundschaft entstanden mit regelmäßigen Besuchen in Hameln. Mehr noch: Seit 2006 war Willumeit gemeinsam mit seiner zweiten Frau Karin (soweit möglich) immer wieder Gast der Münchhausen-Preisverleihungen – und oftmals nicht nur als Zuschauer, sondern auch als Akteur. So überbrückte er 2011 überaus kurzweilig auf der Bühne die Wartezeit auf den Preisträger Eckart von Hirschhausen. Ebenfalls unvergessen: Im Dezember 2006 gab er wie bei seiner Preisverleihung versprochen in Buchhagen ohne Gage ein Benefiz-Gastspiel.

„Wir verlieren einen Freund“, betont Thomas Greef, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sparkasse Bodenwerder, unter deren Regie die Preisverleihungen laufen. „Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken“, schreibt Greef im Kondolenzschreiben der Stiftung auch im Namen seiner Vorstandsmitglieder an Karin Willumeit. Und weiter: „Nachdem ich tief betroffen die Nachricht vom Tode Ihres Gattens erhalten hatte, fielen mir die vielen schönen Momente ein, die wir mit unserem Preisträger des Münchhausen-Preises 2006 erleben durften. Die Stiftung hat sich immer sehr geehrt gefühlt, dass Günter Willumeit den Preisverleihungen so verbunden war.“ In der Tat: Günter Willumeit hat den Münchhausen-Preis als eine ganz besondere Auszeichnung verstanden und entsprechend gewürdigt. Für Willumeit, so Greef, habe man immer einen Tisch freigehalten.

2 Bilder
Vielseitig begabt: Dr. Günter Willumeit unterhielt Gäste auch in seinem Haus in Bad Segeberg. as

Wer ihn auch privat kennenlernen durfte, weiß, wie seine Liebe zu den Menschen im Norden sein Leben bestimmte. Er war im wahrsten Wortsinn eine Frohnatur, ein kreativer Künstler – und ein Kämpfer. In seinen letzten Interviews noch kurz vor seinem Tod kündigte er an, im nächsten Jahr wieder auftreten zu wollen. Doch seine schwere Erkrankung ließ das nicht mehr zu.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt