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Trendsport auf der Weser

Ein Selbstversuch im Stand Up Paddling

BODENWERDER/HAMELN. Stand Up Paddling, also das aufrechte Stehen auf einem Brett auf einem Fluss, See oder dem Meer liegt im Trend. Auch in Bodenwerder oder Hameln kann man diesen Sport prima machen. Wir haben den Selbstversuch gemacht und dabei überraschende Erkenntnisse gewonnen.

veröffentlicht am 16.08.2017 um 18:27 Uhr
aktualisiert am 16.08.2017 um 20:13 Uhr

Nach anfänglicher Skepsis hat es schließlich doch geklappt – Lokalreporterin Maike Lina Schaper und Australian Shepherd Eddy probieren Stand Up Paddling (SUP) auf der Weser aus. Foto: jli
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Die Laune ist oben und die Sonne scheint, wie sie es nur selten in diesem Sommer tut, aber trotzdem denke ich nur: „Das schaffe ich doch niemals“. Als Manfred Berg vor mir die bunten SUP-Bretter von seinem Autodach holt, möchte ich am liebsten wieder nach Hause. Aber Kneifen ist nicht. Jetzt ist Trendsport. SUP steht für Stand Up Paddling. Sinn dieses Sports ist es also ganz banal, aufrecht auf einem Brett zu stehen und zu paddeln. Doch allein schon, dass es dabei keinen festen Boden unter den Füßen gibt, sondern nur noch das bloße Brett auf dem Wasser, macht mir Sorgen. Mein SUP-Lehrer Berg beruhigt mich: „Nach zehn Minuten steht jeder.“ Ich zweifele.

Der Selbstversuch im Video

An einem Steg setzten wir unsere Bretter ins ruhige Wasser des Hamelner Hafenbeckens. Eigentlich hatte ich gehofft, mich mit dem Heyener direkt in Bodenwerder an der Weser treffen zu können. Doch für blutige Anfänger wie mich sei das eher ungeeignet. Zu unruhig. Da Badengehen nicht mein erklärtes Ziel für den heutigen Tag ist, einigten wir uns im Vorfeld auf den Hamelner Hafen. Wo man paddelt, ist übrigens egal. Ob irgendwo auf der Weser, einem See, oder dem Meer – Hauptsachse Wasser ist drunter.

Stand Up Paddling beginnt zunächst nicht im Stehen, sondern im Sitzen, was mir ganz gelegen kommt. Im Sitzen auf einem Brettchen über das Wasser zu schippern, finde ich nett. Man sieht die Welt aus einer anderen Perspektive, das Plätschern des Wassers entspannt. So ist es für mich okay. Blöderweise soll ich aber aufstehen. Der Chef will einen Bericht übers stehende Paddeln, nicht übers sitzende – Mist. Also geht‘s auf die Beine. Und ganz schnell wieder auf die Knie. Auf einem Brett auf der Weser zu stehen ist nicht das Einfachste, was man auf Anhieb machen kann. Also nochmal auf die Beine – und wieder auf die Knie. Beim dritten Versuch klappt es schließlich. Allerdings ist das Ganze noch ziemlich wackelig. Ich komme mir vor, wie auf einer dieser Rüttelplatten im Fitnessstudio. Wenn das so bleibt, denke ich mir, ist das ein super Sport – aber höchstens für eine Viertelstunde. Immerhin hatte Berg aber recht, ich stehe nach nur ein paar Minuten auf dem Brett. Mein erster Erfolg.

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Während Manfred Berg die Grundlagen erklärt, ist Maike Lina Schaper anfangs noch ein wenig wackelig auf den Beinen. Foto: jli

Während ich noch mit meiner Angst ins Wasser zu fallen kämpfe erklärt Berg die Basics. Paddel-Haltung, Drehen, Abbremsen. Ich mache trotzdem Bekanntschaft mit einem Baum, dessen Äste etwas zu weit in die Weser ragen – Kurven muss ich noch lernen. Mit einem Zweig auf dem Brett und dem Grundsatz, mich nicht entmutigen zu lassen, fahre ich weiter. Links paddeln, rechts paddeln und vorwärts geht‘s.

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, wenn die Beine endlich aufgehört haben, den festen Boden zu vermissen. Ich beginne Freude daran zu finden. Wir fahren weiter in den Hafen, umschippern Schwäne und winken einem Mann zu, der gerade in einem Hausboot fern sieht. Hameln vom Wasser aus ist echt schön, denke ich mir. Langsam beginne ich, mit mir selbst und der Welt zufrieden zu sein, und ertappe mich in Gedanken dabei, wie ich schon den nächsten Ausflug auf dem Stand Up Paddling-Brett plane. Verrückt.

Nach gut anderthalb Stunden auf der Weser (wo ist nur die Zeit geblieben?) will ich es dann nochmal richtig wissen – Hund Eddy muss mit zu Frauchen auf das Brett. Laut Berg funktioniert das genauso einfach, wie man selbst schnell das Stand Up Paddling lernt. Da er mich in letzterem Punkt schon überzeugt hat, bin ich nun guten Mutes und lotse Eddy zu mir. Als Vierbeiner hat er ja generell schonmal Vorteile beim Stehen auf dem Brett. Damit wir aber nicht am Ende noch zusammen ins Wasser fallen, muss er sitzen und ich stehen. Die Choreografie dessen ist zwar nicht so einfach, aber es klappt! Zusammen drehen wir noch eine Ehrenrunde, bevor es wieder zurück ins Büro geht. Trocken – wohlgemerkt! Meinen Kollegen habe ich schon begeistert den nächsten Betriebsausflug auf dem Paddelbrett vorgeschlagen, mal sehen, wer alles mitmacht...


Wer selbst einmal Stand Up Paddling ausprobieren möchte, kann bei Manfred Berg unter www.weser-erlebnis.de einen Kurs buchen oder Bretter leihen. Auch Kanutouren haben die Bergs im Programm. Wer möchte, findet auch auf der Webseite des Kanu-Clubs Hameln Informationen zum Stand Up Paddling.



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