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Kirchenvorstand geht eigenen Weg

Ein Neubau – zwei Meinungen: Standort der Krippe entzweit

BODENWERDER. Wie geht es weiter mit dem Krippenneubau am Standort der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte „Im Kälbertal“? Laut Pastor Peter Dortmund, Vorsitzender des Evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbandes des Kirchenkreises Holzminden-Bodenwerder, habe es unterschiedliche Auffassungen über den Bau der Krippe gegeben.

veröffentlicht am 07.09.2018 um 13:00 Uhr

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Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Der Kindertagesstättenverband, der derzeit noch Träger der Einrichtung ist, wollte einen Anbau unter pädagogischen Gesichtspunkten gestalten. „Wir waren mit dem Standort nicht einverstanden“, sagt Christiane Sahm, Vorsitzende des Kirchenvorstands der Kirchengemeinde Bodenwerder-Kemnade. Der Kirchenvorstand, der als Grundstückseigentümer mitentscheiden kann, habe daraufhin in Sachen Krippenneubau ein Veto eingelegt. „Wir wollten nicht, dass der gesamte Vorplatz zugebaut wird“, so Sahm. Ein Anbau direkt an die bestehende Kita hätte den kleinen Krippenkindern nicht den entsprechenden Schutzraum geboten, zudem hätte sich nach Ansicht des Kirchenvorstands die Verkehrssituation im Kälbertal verschärft. „Wir wollten das entzerren“, sagt die Kirchenvorstandsvorsitzende. Aus für den Kirchenvorstand nicht nachvollziehbaren Gründen hatte der Verband als Träger der Kita allerdings keine Diskussion über den Bau zugelassen. Somit gab es das Veto vom Kirchenvorstand, und der Verband konnte seine Planungen nicht weiterverfolgen. „Wir sind ausgebremst“, sagt der Verbandsvorsitzende Dortmund und bedauert diese „völlig unerfreuliche“ Situation. Zudem habe der Kirchenvorstand entschieden, die Mitgliedschaft im Kindertagesstättenverband zu kündigen und ab 2019 wieder alleiniger Träger der Kindertagesstätte „Im Kälbertal“ zu sein. Es sei lediglich eine Standort-Frage gewesen, die Kirchengemeinde habe „nicht generell ein Problem mit dem Verband“, betont Sahm.

Ab Januar gehen Verband und Kirchengemeinde nun getrennte Wege; in Sachen Krippenneubau „wollen wir dann so schnell wie möglich loslegen“, sagt die Vorsitzende des Kirchenvorstands.

Im Jugend-, Kultur- und Sozialausschusses steht das Thema Krippenneubau am Mittwoch auf der Tagesordnung: Dort soll über den Stand der Planungen informiert werden. „Aus Sicht der Münchhausenstadt und im Interesse der Eltern wären wir froh, wenn wir schon einen Schritt weiter wären“, betont Fred Burkert, stellvertretender Stadtdirektor. Denn immerhin setze sich die Kirchengemeinde schon seit zehn Jahren (und damit lange vor Verbandsgründung) mit einem Krippenneubau auseinander. Zu dem Zwist zwischen Verband und Kirchengemeinde sagt Burkert: „Die unter Umständen entstandenen Reibungsverluste bedauern wir sehr“. Die Stadtverwaltung sehe den Planungen aber weiterhin positiv entgegen. Diese sehen nun vor, den Bau der Krippe mit dem des Hauses der Kirche zu verbinden. In U-Form soll die Krippe rund um das Außengelände der Kita „Im Kälbertal“ entstehen. „Wir sollten mit einer Baustelle alles abwickeln“, hofft Sahm. Priorität habe aber in jedem Fall die Krippe, denn sie wird dringend gebraucht: Laut Bedarfsplanung benötigt die Münchhausenstadt eine weitere Krippengruppe; in der städtischen Kita am Ahornweg gibt es bereits 15 Krippenplätze, im Kälbertal sollen weitere 15 Plätze für Kinder zwischen einem und drei Jahren entstehen. Zudem werden drei neue Arbeitsplätze für Erzieherinnen geschaffen. Die Kosten – ursprünglich war von 600 000 Euro die Rede – teilen sich das Land, der Landkreis Holzminden, die Kommune und die Kirche. „Die Finanzierung ist gesichert; die Kosten bleiben im Rahmen“, verspricht Sahm.



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