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Gedenkstein erinnert an den gewaltsamen Tod eines Mannes

Ein Mord, der fast 600 Jahre zurückliegt

BODENWERDER. Hinter der Stadtkirche St. Nicolai befindet sich ein von einer Sandsteinmauer umgebenes Rasenstück. Hier befand sich der älteste Friedhof der Stadt, wo noch bis 1810 arme Leute beigesetzt wurden, „wenn auf dem der Cämmerei gehörenden, bei dem Dorfe Kemnade belegenen Kirchhof für billiges Geld kein Grab zu erhalten war“.

veröffentlicht am 12.03.2019 um 19:52 Uhr

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Beißner

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Karin Beißner Reporterin
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Wir finden hier verschiedene Steine, die wohl als Erinnerung an den Friedhof dort stehen. Einer von ihnen, ein dachartig geformter Stein aus dem 15. Jahrhundert, ist ein Zeugnis mittelalterlichen Kunstempfindens. Auf dem vertieften Innenfeld sind als erhaben herausgearbeitete Figuren Christus am Kreuze mit Lendenschurz und Heiligenschein und davor kniend der Verstorbene mit Backenbart, gegürtetem Wams und Hemd mit hohem Kragen zu sehen. Er ist in betender Haltung dargestellt. Auf einem geschwungenen Spruchband über dem Verstorbenen stehen die Worte: „Herr, erbarme dich über mich.“

Bis 1963 befand sich der Stein in der Kirche in einer Zwischenwand unterhalb der Bälgekammer (Bälge sind Blasebalge für die Orgel). Kunsthistoriker halten den Stein anhand der Darstellungen und Inschriften eher für einen Gedenk- als für einen Grabstein. Über den Verstorbenen ist man sich nicht einig, da die umlaufende Inschrift oben gebrochen ist und sowohl als Dietrich Busel als auch Dietrich von Halle gedeutet werden kann. Fest steht, dass besagte Person einem Verbrechen zum Opfer fiel. Nur für den Fachmann sind die Buchstaben aus dem Mittelalter, die gotischen Minuskeln, zu entziffern. Der Text ist in Mundart und Latein verfasst. Er besagt: „Im Jahre des Herren 1429 am Gründonnerstag schlugen die aus Hameln Dietrich Busel (Dietrich von Halle?) tot.“



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