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Museumsleiter Werner Koch zieht Bilanz

Ein ereignisreiches Jahr

BODENWERDER. Das Münchhausen-Museum blickt auf eine gute Saison zurück. „Obwohl die Saison drei Wochen kürzer war als im Vorjahr, besuchten wieder über 15 000 Touristen aus aller Welt das Museum. Dabei waren Gäste aus den Niederlanden und aus Russland sehr stark vertreten.

veröffentlicht am 25.10.2017 um 17:11 Uhr

Brunhild Helmke und Elke Helmig begutachten die fremdsprachlichen Münchhausenbücher. Foto: kb
Beißner

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Karin Beißner Reporterin
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Aber auch von weit her, nämlich aus China, Japan, Thailand, Südafrika, Chile, USA und Kanada führte der Weg zu uns“, erzählt Museumsleiter Werner Koch stolz. Ausgelassen hat er dabei die 120 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte eines Gymnasiums aus Istanbul, die in drei Führungen mit Hilfe der türkischen Übersetzerin in das Leben Münchhausens eintauchten. Mit Unterstützung von Münchhausen-Darsteller Joachim Merker erfuhren sie dann auch, dass der Lügenbaron in Wirklichkeit nicht gegen die Türken gekämpft hat und auch nicht in Gefangenschaft des Sultans oder gar in seinem Harem war.

Wie flexibel und gut organisiert das Museumsteam ist, zeigte sich bei diesen Besuchen. Auch außerhalb der Öffnungszeiten – morgens um acht Uhr und abends um neun Uhr – nahmen sie ihre Aufgabe gerne wahr.

Den türkischen Gästen hat es so gut gefallen, dass fürs nächste Jahr gleich drei weitere Termine gebucht wurden. Aber die ausländischen Gäste sind eher die Ausnahme. Das Gros der Besucher kommt aus heimischen Gefilden und nutzt den Aufenthalt in Bodenwerder für einen Abstecher in das Leben Münchhausens. Gruppen aus der Jugendherberge, Stadtführungsgruppen, viele Radler auf dem Weser-Radweg und die zahlreichen großen und kleinen Gäste von nah und fern lauschten den unglaublichen Geschichten des Fabulierers, die von Brunhild Helmke, Brigitte Duttmann. Karl-Georg Haase und Werner Koch unterhaltsam vorgetragen wurden. Bei Inge Helmke, Waltraud Bente und Elke Helmig am Verkaufstresen wechselte hinterher so manches Buch mit den „Lügengeschichten“ den Besitzer. Dazu gehörte auch die neueste Ausgabe des Münchhausen-Buches von Flix und Bernd Kissel, das die Autoren im Rahmen der Museumsnacht vorstellten.

Dies war nur eine der kulturellen Veranstaltungen im Münchhausen-Museum, das seit der Gründung des Münchhausenzimmers durch Ludwig Bode nun schon 80 Jahre besteht und bereits 15 Jahre sein Quartier in der Schulenburg hat.

Begonnen hatte die Saison mit einem spannenden Vortrag von Otto von Blomberg über ein Duell bei dem Münchhausens Vater Sekundant war. Schon zum dritten Mal gab das Duo Adriana Burstein und Roberto Legnani mit Cello und Gitarre ein Konzert in der ganz besonderen Atmosphäre des Museums. Eine Krimilesung der Samtgemeinde-Bücherei mit Nané Lénard, die von Elke Perdacher und Martina Walter angeregt worden war, fand interessierte Zuhörer. Ganz anderer Art war eine Veranstaltung, die erstmalig hier stattfand, der Empfang der Neubürger durch Samtgemeindebürgermeisterin Tanya Warnecke.

Und am Tag des offenen Denkmals lockten Kaffee und Kuchen des Freundeskreises Münchhausen mehr als 300 Gäste an. Und auch die Grotte, in der der Fabulierer seine abenteuerlichen Geschichten erzählte, war das Ziel von Besuchern. Nicht nur ein Fernsehteam von Sat1 machte dort Aufnahmen, auch Karlis Sausnitis von der Museumsleitung des Münchhausen-Museums in Dunte/Lettland nutzte den Besuch in Bodenwerder, um alle Stätten des Fabulierers zu besichtigen, der 2020 seinen 300. Geburtstag feiert. Die Planungen hierzu sind bei Werner Koch schon angelaufen. Nach dem 31. Oktober hat er mehr Zeit dazu, denn dann ist die Saison beendet und das Münchhausen-Museum geht in den Winterschlaf, aber nicht vollständig.

Auch in den Wintermonaten sind Führungen nach vorheriger Anmeldung bei Werner Koch, Telefon 05533/2400, möglich.

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