weather-image

Emil – der Münchhausen-Preisträger ’09

Ein Allroundtalent aus den Alpen

Bodenwerder (ul). Das Geheimnis um den Münchhausenpreisträger 2009 ist gelüftet: Es ist der beliebte und bekannte Schweizer Kabarettist Emil Steinberger. Im Rahmen einer Pressekonferenz gab die Stiftung Sparkasse Bodenwerder gestern offiziell das Ergebnis bekannt. Vorstandsvorsitzender Thomas Greef, Samtgemeindebürgermeister Ernst-August Wolf und Karl-Georg Haase vom Stiftungsvorstand sowie Herbert Bröckel und Bürgermeister Karl-Gerhard Sievers vom Kuratorium stellten gemeinsam mit Fred Burkert von der Stadtverwaltung den Preisträger vor.

veröffentlicht am 11.02.2009 um 19:54 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

Legendärer Sketch: Emil auf der Polizeihauptwache.
Matthias Aschmann

Autor

Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Emil ist der nunmehr 13. Münchhausen-Preisträger der Stadt Bodenwerder. Er wird am Freitag, 8. Mai, im Gasthaus Mittendorf in Buchhagen ausgezeichnet. Die Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Christian Wulff beginnt um 19 Uhr. Emil, freut sich Herbert Bröckel, werde Bodenwerder über die Landesgrenze hinaus als Heimat von Hieronymus Karl Friedrich Freiherr von Münchhausen noch bekannter machen. Und Emil Steinberger passe mit der Veröffentlichung seiner „Wahren Lügengeschichten“ hervorragend als Imageträger des Münchhausen-Preises. Die Liste der früheren Preisträger ist prominent besetzt – unter anderem zählen Evelyn Hamann, Rudi Carrell, Ephraim Kishon und zuletzt Jürgen von der Lippe dazu. Steinberger, der 2008 an seinem 75. Geburtstag zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Luzern ernannt wurde, gilt als Vorreiter des Improvisationstheaters, der Disziplin, in der auf Zuruf des Publikums Themen in Stegreifform auf die Bühne gebracht werden. Seine Emil-Nummern spielte er in französischer und deutscher Sprache sowie in Schweizerdeutsch. Daneben war er auch als Sprecher in Kinderhörspielen und im Kinderprogramm des Schweizer Fernsehens tätig. Ein weiterer Meilenstein seiner Karriere war die Hauptrolle in dem Film „Die Schweizermacher“ unter Regisseur Rolf Lyssy.

Doch das Solo-Reiseleben, verbunden mit der Figur des „Emil“, beendete das Multitalent 1987. Steinberger verabschiedete sich von der Bühne und wirkte wieder als Texter von Werbespots. Ende 1993 kehrte er der Schweiz den Rücken und zog für sechs Jahre nach New York. Von dort schrieb er mehr als 100 Kolumnen, unter anderem für die „Berliner Morgenpost“. Die Anonymität in New York nutze er auch zum Schreiben eines Buches mit dem für den Münchhausen-Preis passenden Titel „Wahre Lügengeschichten“. Darin schildert er Erfundenes und Erlebtes aus seinem Leben. Der heute 76-Jährige ist für sein Schaffen bereits mit zahlreichen Preisen geehrt worden, darunter mit dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Karl-Valentin-Orden.****Zur Person:Der 1933 in Luzern geborene Kabarettist Emil Steinberger startete als Postbeamter, absolvierte eine Grafikerausbildung und betrieb ein Werbebüro. Als er 1968 das Luzerner Kleintheater gründete, bot er neben Gastspielen eigene Sketche an. Ein Programmkino entstand unter seiner Regie in seiner Heimatstadt. 1980 startet er als „Emil“ seine kabarettistische Bühnenkarriere. Die in der ARD ausgestrahlten Emil-Aufzeichnungen machten ihn auch in Deutschland bekannt. Nach einem Gastaufenthalt in New York wohnt er jetzt in Montreux und tourt derzeit durch Deutschland.ul****Kommentar: Eine gute Wahl – Grüezi EmilSeine Sketche sind legendär, sein Humor ist zeitlos, er selbst längst Kult: Emil Steinberger. Der Vollblut-Kabarettist und Allrounder aus der Schweiz versteht es, menschliche Schwächen, Vorurteile und Dummheiten liebevoll zu entlarven, unterhält eher mit leisen Tönen als mit Klamauk. 1987 hatte das Urgestein abrupt seine Karriere als Emil beendet – nun ist er zur Freude vieler Fans wieder öfter im Fernsehen präsent und auf Bühnen-Tour. Das Weserbergland darf sich freuen: Mit Emil hat die Stiftung Sparkasse Bodenwerder eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Lange Zeit war unklar, ob es nach dem Rücktritt des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Helmut Raabe und der langen Vakanzzeit in der Stiftung überhaupt noch eine Münchhausen-Preisverleihung geben wird. Dass es nun so prominent besetzt weitergeht, ist umso erfreulicher.m.aschmann@dewezet.de

Sympathieträger: Emil Steinberger wird am 8. Mai in Buchhagen mit dem Münchhausen-Preis 2009 ausgezeichnet.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt