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Anwohner schreiben Petition

Eichen und Laub bringen Anlieger auf die Palme

Bodenwerder (ul). Auf eine Kampfansage gegen gesunde Eichen an ihrer Straße haben sich die Anwohner am Friedrich-Ebert-Ring eingeschworen. In einer Petition an die Stadtverwaltung haben sie schriftlich um Fällung der ihnen lästig werdenden Laubbäume gebeten.

veröffentlicht am 22.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:41 Uhr

Die Eicheln d am Friedrich-Ebert-Ring stören die Anlieger. Fotos
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Um das ungewöhnliche Anliegen zu prüfen – meist protestieren Stadtbewohner dagegen, wenn Bäume das Zeitliche gesegnet haben und gefällt werden – und eine Empfehlung für den Verwaltungsausschuss abgeben zu können, trafen sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses der Stadt Bodenwerder im Hohen Feld.

Rund 20 Anrainer schilderten den Politikern und Vertretern des Bau- und Umweltamtes ihre Beweggründe zur Fällung der gesunden Eichen: „Die Wurzeln der Bäume werden irgendwann die Wasser- und Stromleitungen beschädigen“, meint Ehepaar Meier, das seit 2002 dort wohnt. Jeder Anlieger müsse laut Bausatzung schon zwei Laubbäume auf seinem Grundstück vorhalten, und die verursachten genug Dreck zum Kehren.

Der nahe liegende Kemnader Wald liefere ausreichend Grün. „Wir wollen, dass die Bäume gefällt werden, ersatzlos am besten. Sollten die Wurzeln die Leitungen schädigen, so müsste der Steuerzahler die Sanierung zahlen.“

Auch andere Argumente werden angeführt: „Die Verkehrssicherheit liegt uns am Herzen“, heißt es aufgeregt. Gehbehinderte Menschen mit Rollator könnten kaum über die dicken Eicheln hinwegkommen, es sei ein Wunder, dass bisher noch keine Person gestürzt sei.

Dem Anlieger Bernhard Popp geht es um die hohe Eiche vor seiner Haustür. „Da wir nicht ständig Zeit haben, den Gehweg zu räumen, kullern die Eicheln bei Regen in die Abflüsse.“ Auch der Pflegeaufwand für die Bäume sei für die Stadtverwaltung hoch, argumentiert Popp. „Wir wollen nicht ständig fegen und kiloweise Eicheln entsorgen“, bringt eine Anliegerin den gemeinsam gewachsenen Zorn gegen Laub und Eicheln auf den Punkt.

Motiviert zu ihrer Unmutsäußerung wurden die Bürger von der Stadt, nachdem die in den Nachbarstraßen, Otto-, Karl- und Widukindstraße Ahorn- und Kastanienbäume fällen ließ, „weil die Wurzeln dort den Gehweg hochdrückten“, wie Bauamtsleiter Wolfgang Rux bestätigt. Japanische Zierbäumchen mit wenig Laub wurden dort ersatzweise gepflanzt.

Doch darauf wollen die Anlieger am Friedrich-Ebert-Ring verzichten, um die Kosten für die Steuerzahler, die Samtgemeindebürgermeister Ernst-August Wolf auf 20 000 Euro für Abholzung, Rohdung und Neuanpflanzung beziffert, zu reduzieren.

„Meine schwarz-grüne Seele sträubt sich gegen die Vorstellung, gesunde Bäume zu fällen“, meint das Ausschussmitglied Andreas Mühle (CDU) kopfschüttelnd. Gegen die Fällung der gesunden Eichen, weil sie keine Gefährdung für Fußgänger bedeuteten, sprachen sich die Ausschussmitglieder einstimmig aus.



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