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Timm: Alte Anlagen sind Energiefresser

Effizienzlabel für alte Heizgeräte: Kaum was im grünen Bereich

BODENWERDER. Seit dem 1. Januar sind Bezirksschornsteinfeger verpflichtet, über 15 Jahre alte Heizgeräte mit einem Effizienzlabel zu versehen. Das Label hat die Bundesregierung bereits Anfang 2016 eingeführt. Bisher wurden die Etiketten jedoch bereits auf freiwilliger Basis ausgestellt. Doch wie sehen die bisher in Bodenwerder ausgestellten Heizungs-Zeugnisse und die Erfahrungen bei Feuerstättenschauen aus?

veröffentlicht am 01.02.2017 um 21:07 Uhr

Bares Geld lässt sich bei den Energiekosten durch den Austausch von alten Heizanlagen sparen. Foto: dpa
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Henry Griesefell Reporter
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Reinhard Kliebisch ist Bezirksschornsteinfeger in der Münchhausenstadt und gibt sich diskret, was die hier festgestellten und bescheinigten Effizienzklassen angeht: „Öffentlich möchte ich da nichts bekanntgeben“, bemerkt er lediglich lakonisch.

Auskunftsfreudiger zeigt sich da Tobias Timm, Geschäftsführer der auch für Bodenwerder zuständigen Klimaschutzagentur Weserbergland: Er spricht davon, dass etwa drei Viertel aller Anlagen, die bereits seit über 15 Jahren ihren Dienst tun, Energiefresser sind. Bei der Kennzeichnung im Effizienzlabel seien sie mit dunkelorange bis rot als Stickstoffschleudern entlarvt worden.

Einsparungen von bis zu 400 Euro jährlich möglich

Das Etikett bringt in den kommenden acht Jahren zunächst mal keine Verpflichtungen für den Eigentümer mit sich. Es zeigt jedoch auf einen Blick, ob ein Gerät unnötig Energie verschwendet. Dabei wird die gleiche Farb- und Buchstabenskala genutzt wie beim EU-Effizienzlabel, mit dem Haushaltsgeräte und seit 2015 auch neue Heizgeräte gekennzeichnet werden. Die Klasse E (dunkelrot) steht für mangelhafte Effizienz, die Klasse A++ (dunkelgrün) für bestmögliche Effizienz beim Heizen.

Der Einbau eines modernen Heizgerätes spart im Vergleich zu Altanlagen bis zu 20 Prozent Energie ein. Auf diese Weise können Haushalte ihre jährlichen Heizkosten und den Ausstoß an klimaschädlichem CO2 deutlich reduzieren. Laut Bundeswirtschaftsministerium sind in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus nach Einbau eines modernen Kessels Einsparungen von bis zu 400 Euro im Jahr möglich.

„Stuft der Schornsteinfeger ein Heizgerät in die schlechteren Klassen D und C ein, wie das zu 75 Prozent hier in der Region passiert, ist daher meist ein Austausch des Gerätes ratsam. Nur so lassen sich die Heizkosten langfristig eindämmen“, empfiehlt daher auch Tobias Timm von der Klimaschutzagentur. Kessel der Klassen A und B sind dagegen bereits auf dem aktuellen Stand der Technik.

Fürs Umrüsten gibt es Zuschüsse

Mit dem Energielabel möchte der Bund Besitzern alter Anlagen die Vorteile einer Sanierung aufzeigen. Darüber hinaus leistet der Staat auch konkrete finanzielle Hilfestellung: Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm fördert den Einbau effizienter Heizungen und das Marktanreizprogramm (MAP) unterstützt die Nutzung erneuerbarer Energien. So bietet die KfW-Bank hier zinsgünstige Kredite. Dazu sind zehn Prozent der Investitionskosten förderungswürdig, so Timm. Seit August 2016 bezuschusst der Staat außerdem den Austausch von Heizungspumpen und den hydraulischen Abgleich von Heizungsanlagen.

Und hier nennt Geschäftsführer Tobias Timm von der Klimaschutzagentur Weserbergland eine Reihe von konkreten Zahlen: So gibt es bei der Wärmepumpen-Umrüstung je nach Typ 1500 bis 2000 Euro Zuschuss. Wird das Wärmeleitungsnetz optimiert, legt der Staat noch mal 500 Euro, wird das Gebäude effizient isoliert, noch mal 1000 Euro obenauf, so Timm.



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